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ihre worte - neu geschrieben
  Gebhard Roese - Ihr Texter, Schriftsteller und Journalist.
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Nathalie Dylan und die Versteigerung ihrer Jungfräulichkeit

Es ist ein kleiner Unterschied, ob man in einem Bordell in Nevada entjungfert wird oder ob man den Medien das Geld für eine derartige Story aus der Nase zieht.

Offiziell hört sich die Sache so an: Die 22-jährige Natalie Dylan hat auf der Webseite eines Bordells in Nevada ihre Jungfräulichkeit zum Verkauf angeboten – was bis zu diesem Zeitpunkt durchaus noch realistisch erscheint, denn ihre Schwester hatte nach Presseberichten ebenfalls in einem Bordell gearbeitet und auf diese Weise ihr Studium verdient. Nachdem sie von diesem Angebot allerdings im September letzten Jahres in Howard Sterns Radio Show erzählte, wuchs ihre Popularität, und die Gebote kletterten von ein paar Zehntausend Dollar auf den heutigen Stand von 3,7 Millionen – wohlgemerkt, für nichts als eine Nacht mit einer „intakten Jungfrau“.

Inzwischen hat Frau Dylan unter anderem durch die britische Boulevardzeitung SUN so viel Popularität gewonnen, dass sie erwägt, lieber etwa eine Million Dollar an Tantiemen für die Story zu kassieren, als dass sie den „Deal“ wirklich erfüllt. Jedenfalls sei ihr Lebensziel keinesfalls, auf der „Bunny Ranch“ ihre Jungfräulichkeit zu verlieren, sagte Frau Dylan der SUN. Sie legte aber Wert auf die Feststellung, dass sie den Coup im Ursprung nicht so geplant habe, sondern die Entjungferung im Bordell für sie eine ernsthafte Absicht gewesen sein.

Die ganze Story hat gewisse Parallelen zu der Jungfrauenversteigerung der Britin Rosie Reid – auch bei ihr ist nicht sicher, ob die Entjungferung durch einen Ingenieur, von der die Presse wissen wollte, tatsächlich stattfand oder ob der Schluss der Geschichte frei erfunden war.



Quellen - Sources:

SUN - Virgin Sex ...
SUN: £2.6m virgin
BBC: Rosie Reid
SEHPFERD: Rosie Reid ... danach

FAZ als Speerspitze der Presse-Lobby

Die FAZ kann es nicht lassen, gegen das öffentlich-rechtliche Fernsehen zu Felde zu ziehen. Zitat:

„So wächst der öffentlich-rechtlich-industrielle Komplex unaufhörlich, die um ihre wirtschaftliche Zukunft kämpfende freie Presse drückt er an die Wand und behauptet, den einzig wahren Journalismus darzustellen“.

Das schreibt FAZ-Redateur Michael Hanfeld in der heutigen Ausgabe der Frankfurter Wirtschafts- und Kulturzeitung.

Nun kann Herr Hanfeld Meinungen verbreiten, wie er will – schließlich betont er ja überdeutlich, dass er zur „freien“ Presse gehört, nur geht es gar nicht um „öffentlich rechtlichen Rundfunk“ oder um „Fernsehen“, sondern es geht um die Vormachtstellung im Internet.

Da allerdings zeigt sich, dass alle die gleichen Chancen gehabt hätten – wenn man sie denn genutzt hätte – aber da hat man seitens der Damen und Herren Verleger ja erst mal überlegt, ob man Informationen überhaupt ins Internet stellt und wie man es macht, dass möglichst wenig Menschen Zugriff darauf haben. Erst nachdem sich herausstellet, dass dies wohl nicht die richtige Art war, mit dem neuen Medium umzugehen, hat man das Konzept geändert – und bei vielen Zeitungen eben erst, als es zu spät war.

Zudem sollte man den Damen und Herren Verlegern vielleicht auch noch dies sagen: Noch leben Sie im deutschen Internet auf einer Insel der Seligen – denn noch gibt es in Deutschland kaum Verleger, die mit sehr wenig Aufwand sehr viele Online-Zeitungen herausgeben.

Die konservativ orientieren Verleger tun gut daran, ihre Online-Front neu aufzubauen, indem sie besser werden als die Konkurrenz – davon ist allerdings kaum etwas zu bemerken.

Blondinen: vom Telegraph über BILD zu 20 Cents

Eine Meldung des Telegraph ließ offenbar BILD-Redakteure aufhorchen: Da hatte ein britischer Friseur nämlich festgestellt, dass die Gentlemen weiterhin Blondinen bevorzugen – für Dates. Eigentlich keine tolle Meldung – und der Name des Friseurs wurde auch tatsächlich genannt: Andrew Collinge heißt der Mann – doch mutierte er bereits in Bild zum „Leiter einer Umfrage“ – und weil, wie bereits erwähnt, diese Meldung so viel nicht hergibt, verweis man dann ganz schnell noch auf die Universitäten von der „St. Andrews“ und „Central Lancashire“ – was nicht falsch ist, nur leider kaum einen Zusammenhang mit den Ergebnissen von Mr. Collinge hat. Denn die Wissenschaftler der beiden Universitäten haben sich Gedanken darüber gemacht, warum die nordischen Frauen wohl so blond geworden sind – und haben den Stress, dem sie in der Eiszeit ausgesetzt waren, als mögliche Ursache gefunden.

Macht nichts, wenn man beide Meldungen vermischt – immerhin findet man sie in BILD noch fein säuberlich getrennt, und wer da einen Zusammenhang vermutet (was sicherlich suggeriert werden soll), der ist eben ganz schön blond.

Nun, 20 Cent-Redakteure lesen wohl auch BILD, und dort stand es dann so:

Blonde Frauen können sich in Sachen Partnersuche nicht beklagen. Sie sind begehrt und finden schnell einen Lover. Trotzdem möchten sich Männer nicht langfristig an Blondinen binden. Das ist das Ergebnis eine britischen Umfrage der Universitäten St. Andrews und Central Lancashire unter 3000 Männern“.

Kein weiterer Kommentar. Damit wenigstens Sie wissen, was die Studie der beiden Universitäten beinhaltete (sie sind nicht mehr so arg taufrisch) , lenke ich Sie mal auf 3Sat.