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ihre worte - neu geschrieben
  Gebhard Roese - Ihr Texter, Schriftsteller und Journalist.
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Bikinimädchen sind gefährlich, Verblödung nicht

Die Linkspartei hat im Erfurter Gemeinderat einen Antrag auf das „Verbot sexistischer Werbung auf stadteigenen Flächen“ eingebracht. Soweit könnte man sagen: “Typisch Linkspartei – folgt immer der Spur der moralisierenden Populisten.“

Aber:

Der Antrag wird im Kern von allen Fraktionen unterstützt


heißt es beim MDR.

Wobei mal wieder klar ist: Die Schleimspur des Populismus geht durch alle Parteien. Würde man eine Kampagne gegen „Volksverblödung in der Werbung“ starten, so wäre dies ebenso legitim – aber eben auch ein ebenso dreister Angriff auf die Informationsfreiheit. Die hängt zwar nicht an der Frauenbrust, aber wer heute die Werbung mit textilarm bekleideten Frauen verbietet, kann morgen auch alles andere aus ideologischen Erwägungen verbieten.

Halten wir doch mal fest: Verblöden bleibt erlaubt (vor allem im Wahlkampf), während „Bikinimädchen-Plakate“ der allgemeinen Hysterie zum Opfer fallen sollen, „Frauen besser zu schützen“.

Mindestlohn – das Märchen vom Erfolgsmärchen

Rot ist viel zu teuer - und bringt uns keine Vorteile


Nein, die deutsche Wirtschaft ist nicht unter dem Mindestlohn zusammengebrochen. Das verkündete mir vor Stolz protzendem Ton diese Frau Nahles. Und all die Sozialdemokraten, Linksparteigänger, Links-Kabarettisten und andere Sympathisanten werden ihr frenetisch Beifall spenden – und noch mehr Mindestlohn fordern.

Das Dumme an der Sache ist: Diese Frau Nahles hat recht. Denn "im Großen" ist nichts passiert. Aber das spielt gar keine Rolle für die kleinen Gewerbetreibenden, vor allem für jene im Osten. Die hatten nämlich nur zwei Alternativen: Die Produkte erheblich (bis zu 20 Prozent) zu verteuern oder Personal einsparen. Die etwas größeren Betriebe, die aber immer noch zum Mittelstand gehören, haben kurzerhand ein paar Filialen geschlossen. Das schadet nur der Versorgung von kleinen Dörfern und Städten – doch was geht denn das die SPD in Berlin an? Die sitzen mit den Großkopfeten von Gewerkschaft und Wirtschaft an einem Tisch. Mit Leuten, die wussten, dass der Mindestlohn für ihren Bereich kaum relevant war und ist.

Das Schlimmste daran ist aber die im deutschen Fernsehen geäußerte (und selbstverständlich als „wahr“ angenommene) Behauptung, dass Unternehmen aus Profitstreben beim Mindestlohn tricksen würden – und nicht etwa, weil sie unter dem Gesichtspunkt der neuen Personalkosten keine gesunde Kalkulationsgrundlage mehr hatten.

Ja, ja, der Mindestlohn gehört zu Deutschland – und dies offenbar, weil die Gewerkschaftler jetzt feixen und die ohnehin satten Unternehmer müde lächeln – und weil das Volk schnell vergisst. Und wohl auch, weil die scharf kalkulierenden kleinen Händler, Bäcker, Metzger, Gastronomen und Dienstleister von den Linksideologen als Kasper angesehen werden.

Nein, flächendeckende negative Folgen hatte der Mindestlohn nicht. Es gab nur Kollateralschäden, überwiegend im Osten. Danke, SPD.

Christian Wulff – die bessere Wahl

Christian Wulff hat es geschafft – und damit ist dann auch „Merkels Kandidat“ durch. Doch er war und ist nicht nur „Merkels Kandidat“, sondern verkörpert auch ein völlig anderes Menschenbild, das zumindest meiner Meinung nach dem modernen Deutschland viel näher kommt als das seiner Vorgänger Horst Köhler und Johannes Rau – und übrigens auch dem Menschenbild seines Gegenkandidaten, Joachim Gauck.

Wie kein anderer deutscher Bundespräsident repräsentiert Wulff auch eine neue, moderne Familienkultur: Er lebt in zweiter Ehe in einer sogenannten „Patchwork-Familie“ und kann die Welt deshalb noch aus einer ganz anderen Perspektive sehen als all seine Vorgänger. Wie seine junge Ehefrau mit den repräsentativen Pflichten zurechtkommt, wird sich zeigen – und auch, ob sie im sozialen Bereich neue Impulse setzen wird. Eine junge Mutter an der Seite des Bundespräsidenten – das lässt darauf hoffen, dass die eingefahrenen sozialen Gleise eine neue Weiche bekommen.

Die Wahl hatte bisweilen skurrile politische Züge: Merkels Mann konnte zunächst nicht durchgebracht erden und schaffte es erst im dritten Wahlgang – das schwächt Frau Merkel ebenso wie die gesamte Regierung, die ohnehin kaum noch Ansehen beim deutschen Volk genießt. Sollet Frau Merkel nun ihre bisherige „Aussitzhaltung“ beinbehalten, wird sie bald endgültig das Ansehen des Volkes verlieren – und das ihrer Partei dazu. Der Machtmensch Merkel wird sich wohlmöglich letztmalig darüber klar werden müssen, dass es nicht reicht, Konkurrenten abzudrängen, sondern dass man auch treue, aber dennoch kritische Gefolgsleute nachziehen muss. Da reicht eine einzige „Kronprinzessin“ in Person der Ursula von der Leyen nicht.

Für die FDP steht vor einem riesigen Scherbenhaufen - vielleicht schlägt man sich noch eine halbe Legislaturperiode schlecht und recht durch – aber dann muss der Koalitionswechsel kommen – und mit ihm Menschen, in die das Volk wirklich Vertrauen haben kann.

Was die Linkspartei am Wahltag vollführte, lässt sich am besten so zusammenfassen: „Wir wollen um jeden Preis opponieren“. Man erlebte einen sichtlich nervösen und deutlich überforderten Gregor Gysi, der die Meinung seiner Partei nicht einmal schlüssig vortragen konnte, und eine Partei der Verweigerer, die sich nun fragen lassen muss, ob sie jemals bereit sein wird, der Demokratie aktiv zu dienen. Wer „Afghanistan“ und „Hartz IV“ in die Bundespräsidentenwahl einbringt, wie es Linksparte-Sprecher gestern taten, muss sich zudem fragen lassen, ob er überhaupt verstanden hat, warum es bei der Wahl eines Bundespräsidenten geht – oder sich der Polemik bezichtigen lassen.