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  Gebhard Roese - Ihr Texter, Schriftsteller und Journalist.
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OPEL – bruchstückhafte Wahrheit

So nach und nach sickern die ersten Brocken der Wahrheit über den Sanierungsfall OPEL durch. Der Stellenabbau wird beispielsweise gehandelt wie beim Orakel zu Delphi – da fragte zum Beispiel die „Welt am Sonntag den GM-Europachef Carl-Peter Forster „Reicht die angepeilte Zahl von rund 10 000 abzubauenden Stellen?“ und Forster antwortete nonchalant: „Das sind die Zahlen, die im Konzept von Magna genannt werden. Wir fragen uns derzeit eher, ob wir die Größe der Werke reduzieren oder mehr Fabriken schließen“.

Auch der Opel-Käufer Magna hat inzwischen durchblicken lassen, dass zu den bisher bekannt 3000 abzubauenden Stellen in der Produktion noch 1.100 Stellen in der Verwaltung kommen sollen, die abgebaut werden müssten.

Die "nationale" Karte sticht nicht

Eines der Hauptprobleme des gesamten OPEL-Desasters ist allerdings noch kaum genannt worden: der nationale Unterton, der in der deutschen Verhandlungsführung und leider auch in der deutschen Presse oft mitschwingt: Man denkt Hessisch, man denkt Deutsch – und das heißt in der Summe, man hat Europa längst vergessen. Allein dies könnte sich als schwerwiegender Fehler erweisen, denn man wird die Fabriken früher oder später eben doch dort bauen müssen, wo die Autos gebraucht werden und die Löhne niedrig sind – und nicht dort, wo der Markt gesättigt ist und die Löhne hoch sind. Auch der nationale Stolz, jetzt OPEL als angeblich “Deutsches“ Unternehmen führen zu können, ist nichts als eine bewusste Vernebelung der Tatsachen: Ohne GM geht gar nichts bei OPEL, und bis auf die Belegschaftsbeteiligung ist keiner der Eigner wirklich Deutsch, ja nicht einmal wirklich europäisch.

Allrad- und Eletrotechnologie als Rettung?

Sand in den Augen? Nur weil Magna über Allradtechnologie und ein bisschen Erfahrung mit Elektroantrieben hat, wie die FAZ argumentiert? Da darf man ja wohl einmal fragen, welche Erfahrungen Magna mit der Massenproduktion von Kleinwagen und Fahrzeugen der Kompaktklasse hat, einem Segment, in dem OPEL immerhin stark vertreten ist.

Wenn Opel sich behaupten will, dann muss kooperiert werden – mit wem auch immer, denn ein wirklich einmaliges und überzeugendes Automobilkonzept hat der Autobauer aus Rüsselsheim nicht.

Die Konkurrenzlage bietet wenig Lücken: Die schickeren und eleganteren Autos kommen aus Frankreich, die vergleichbaren aus Deutschland und Japan. Käufer, die emotionslos sind und nach Preis und Qualität entscheiden, haben also die freie Auswahl. Wird der OPEL wählen? Das wird die wichtigste Frage der Zukunft sein, und sie wird mit Sicherheit nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten der Käufer entscheiden. Die nämlich handeln nach wie vor nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten, auch, wenn es die Politik nicht mehr tut.

Quellen (teilweise Zitate)

Welt (Zitat)
FAZ
Spiegel



OPEL - Nüchternheit und Verhandlungshärte wird sich auszahlen

Gestern Nacht hat es trotz OPEL-Gipfel keine Lösung gegeben – vor allem wegen des Mutterkonzerns General Motors, aber auch wegen des merkwürdigen Verhaltens der US-amerikanischen Regierung, Zitat:

GM fordert überraschend mehr Geld (und) die US-Regierung hat einen Unterhändler ohne Vollmachten geschickt.“

Das mag als Nachricht so stehen bleiben – aber nun fällt viel Licht auf die unverständliche Eile, mit der sowohl die SPD als auch die betroffenen Bundesländer das Thema OPEL behandelt wollten – von Gewerkschaften und Betriebsräten ganz zu schweigen.

Eines dürfte klar sein: Jeder Euro, der nicht an den US-amerikanischen Mutterkonzern fließt, hilft bei der OPEL-Sanierung. Die Regierung muss, wenn sie schon OPEL retten will, den Anteil des Steuerzahlers so gering wie möglich halten – das ist ihre vorrangige Pflicht. Wenn der Staat schon irgendwie „einspringen“ muss, weil andere etwas verpfuscht haben, dann bitte mit der geringstmöglichen Summe.

Viel Licht fällt gegenwärtig auch auf die Ministerpräsidenten der Länder: Ihnen geht es darum, jeden OPEL-Standort zu erhalten. Darum geht es aber nicht wirklich, sondern um den Fortbestand der Produktion in Deutschland innerhalb eines gesunden Unternehmens, das in nicht allzu ferner Zukunft auch wieder Profite abwerfen muss. Allein diese Tatsache wird offenbar von vielen Politikern ignoriert.

Wem, wie den Gewerkschaften, ständig das Wort „Arbeitsplätze“ aus dem Munde quillt, der sollte fein die Ohren spitzen: Magna-Eigentümer und OPEL-Interessent Frank Stronach erläuterte der Presse gerade, dass „veraltete Strukturen und Kulturen in der Branche“ den Fortschritt verhinderten – und zur Verwunderung aller sagt er dann weiter, dass bei OPEL vor allem die Mitarbeiterinteressen stärker berücksichtigt werden müssten – und das bedeutet: Beteiligung am Unternehmen und am Profit.

Zitate aus: RP-online.

Panikmache: Finanzkrise und Internet – aus für Web 2.0?

In den letzten Tagen konnte man als Insider ind Betroffener bei den webbasierten Unternehmen eine erhebliche Panik beobachten: Man verseuchte schnell, unrentable Projekte abzustoßen und machte dabei nicht viel Federlesens: Schwuppdiwupp wurden einige Dinge gestoppt, die zugegeben schon bislang nicht mehr der Renner waren.

Doch was ist eigentlich wirklich passiert mit dem Internet?

Genau weiß es niemand, doch es gibt Spekulationen, insbesondere über die Web 2.0-Seifenblase. Die meisten der angeblich „zukunftsträchtigen“ Unternehmen dieser Art sind mit Risikokapital finanziert – und genau um dieses Kapital sollen die Geldgeber nun Angst haben. Bisher, so heiß es aus gewöhnlich gut unterrichteten kreisen, habe man die eigentlich nicht tragfähigen Projekte irgendwie mitgetragen, habe gehofft, sie doch noch irgendwie in die Gewinnzone zu bringen – aber nun?

Web 2.0: Aufgeblasen und überbewertet

Die allgemeine Meinung scheint zu sein: Obwohl web 2.0 bereits seit einigen Monaten als Fass ohne Boden gilt (von einigen interessanten Ausnahmen immer abgesehen) weil sich einfach kein Profit einstellen will, wird offiziell daran festgehalten, dass die Investitionen richtig waren, um das Gesicht nicht zu verlieren. Hinter den Kulissen wird aber von namhaften Webkennern gemunkelt, dass die Krise bereits so offenkundig ist, dass es gar nichts mehr zu retten gibt: Gerade erst warte beispielsweise Steve Wozniak vor weiteren Investitionen in Web 2.0: die Krise, so Wozniak, bestehe in der Überbewertung solcher Webseiten.

Web 2.0 – die Krise wird die Selbstreinigung bringen

Nun ist Web 2.0 allerdings die einzige noch verbliebene Seifenblase – während es scheint, als ob die rein werbefinanzierten Anbieter etwas kürzertreten müssten – für sie bricht zwar eine Krise an, aber es wird für die meisten nicht der Untergang sein. Und Web 2.0 – ja, wer wird wohl darum weinen? Ich jedenfalls nicht. Die vielen kleinen sogenannten „sozialen Netzwerke“ stehen einander längst auf den Füßen herum, sodass keiner mehr so recht vorwärtskommt. Vielleicht ist es gut, wenn uns dien reinigendes Gewitter einmal von dem Großteil des Web-2.0-Gedöns befreit.