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  Gebhard Roese - Ihr Texter, Schriftsteller und Journalist.
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OPEL: Nun geben sich alle betroffen

Noch vor der Bundestagswahl wurde gemunkelt, dass nach dem Wahltag bei OPEL möglicherweise alles ganz anders aussehen würde. Doch dann verhielt sich die deutsche Presse merkwürdig ruhig. Zwar gab es immer wieder Gerüchte, dass GM der Inhaber on Opel bleiben wolle, doch wurden diese Informationen stets nur auf Sparflamme gekocht.

Heute nun geben sich die Politiker in Deutschland allesamt betroffen: Sie gehen an die Presse und reden, was das Zeug hält.

Selbst ein Konservativer kritisiert nun plötzlich das Verhalten von GM mehr als heftig und tönt lautstark: „Dieses Verhalten von General Motors zeigt das hässliche Gesicht des Turbokapitalismus“.

Man sollte deutschen Politikern in der gegenwärtigen Situation dringend raten, sich mit einer derartigen Kritik zurückzuhalten. Ob man nun die GM-Entscheidung liebt oder nicht: Im Grunde genommen ist ein einmaliger, harte Einschnitt bei OPEL bei weitem besser als ein Dansiechen auf Raten – und dies vor allem im Hinblick auf den Steuerzahler, der bei den staatlich gelenkten OPEL-Sanierungsversuchen allemal der Gelackmeierte gewesen wäre.

Wirklich belämmert steht nun der OPEL-Betriebsrat da, der ebenfalls blauäugig alle Hinweise darauf ignorierte, dass GM OPEL nun doch nicht verkaufen wollte. Da man alle Asse auf „Plan M.“ gesetzt hatte, dürfte für „Plan G.“ nicht einmal ein Konzept in der Schublade liegen.


Im Grunde genommen kann man diese Frage natürlich genau so gut an die Politik stellen. Also: Warum gab es keinen „Plan G.“? Ich wage eine Prognose: Weil er vor der Wahl politisch unerwünscht war. Nun wird man ihn erstellen müssen.

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OPEL: Erneute Verzögerung – nur eine „Verzögerung“?

Nach Medienberichten konnte sich General Motors nicht dafür entscheiden, die von der EU verlangte Erklärung abzugeben, dass die Entscheidung zum Verkauf an Magna frei von einer Einflussnahme der Bundesregierung fiel. Vielmehr wollen gut informierte Kreise wissen: "Das war nicht der Fall, weil uns nie eine Alternative zu Magna gelassen wurde".

Damit ist der OPEL-Deal wieder offen – und die OPEL-„Retter“ haben wieder einmal nasse Füße. Der November wird voraussichtlich zeigen, ob das Wasser für sie noch höher steigt. Jedenfalls soll nach Informationen verschiedener Zeitungen auch die Treuhand noch zögern, den gewünschten Brief an Brüssel zu schreiben.

Mehr wusste die ftd.

OPEL – gibt es einen „Plan B“?

Die deutsche Bundeskanzlerin hatte sich beim OPEL-Verkauf sehr weit vorgewagt – möglicherweise zu weit, wie viele schon damals meinten. Nun will das „Wall Street Journal“ wissen, dass möglicherweise doch noch „Plan B“ zum Tragen kommen muss – die erneute Übernahme von OPEL durch General Motors.

Dies versetzt die sogenannten „OPELANER“ in helle Aufregung – sie fürchten um ihre Arbeitsplätze. Doch auch die EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes hat gewichtige Gründe, am OPEL-Deal zu zweifeln: In einem Schreiben an die deutsche Regierung hieß es, man habe Hinweise, dass die von der Bundesregierung zugesagten finanziellen Hilfen vom Verkauf an Magna abhängig gemacht würden – und dies sei ein Verstoß gegen EU-Recht. Gleich, wie ihr Vorstoß ausgeht – das nationale Getue um OPEL und die Krokodilstränen über mögliche Werksschließungen anderwärts belasten das Verhältnis der deutschen Regierung zu Europa schon seit längerer Zeit.

Es zeigt sich, dass die Entscheidung, OPEL an Magna zu verkaufen, viele Fragen aufwirft, von denen die meisten ohnehin erst nach dem Verkauf beantwortet würden. Ob nun der „Sanierungsfall OPEL“ ganz neu aufgerollt werden muss, wird sich wohl in den nächsten Tagen entscheiden – und alles bleibt so spannende wie am Anfang.