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  Gebhard Roese - Ihr Texter, Schriftsteller und Journalist.
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Berlin: Kircheneinfluss auf die Schulen abgeschmettert

Die Kirche ist und bleibt draußen: das ist das Ergebnis des Berliner Volksentscheids. Das Ziel der Kampagne, die sich letztendlich gegen den religionsneutralen Ethik-Unterricht wandte, hat am Wochenende ihr Ziel in Berlin nicht erreicht.

Laut einer Pressemeldung votierten 51,3 Prozent der Wahlberechtigten gegen eine Gleichstellung der Religion mit dem Pflichtfach Ethik. Man könnte natürlich von einem „knappen“ Ergebnis sprechen, doch muss berücksichtigt werden, dass der Kampagnenträger „Pro Reli“ mit Sicherheit all seine Befürworter zur Wahl aufgerufen hatte, während einem Großteil der Berliner allein das Thema lästig war – sie gingen gar nicht erst zur Wahl.

Damit könnte man die Sache ruhen lassen – doch leider gibt es in Deutschland nur in Berlin und Bremen die vollständige Trennung von Staat und Kirche in den Schulen. In den übrigen Bundesländern mischt die Kirche verfassungskonform mit – und kein Mensch denkt daran, das Grundgesetz so zu verändern, dass auch hier die Kirchen aus den Schulen verschwinden.

Wer als gläubiger Kirchenchrist die Ethik von Moses und Christus verinnerlichen will, findet dazu jederzeit den richtigen Ort: Seine Kirche. Ob er mit der mosaisch-christlichen Kultur dann auch einen verlässlichen Rahmen für ethisches Handeln erhält, ist angesichts der biblischen Widersprüche zu bezweifeln. Lassen Sie sich doch bitte demnächst einmal von Ihrem Herrn Pfarrer interpretieren, welche Moral er in der Geschichte vom König David und Bathseba finden kann – dort haben Sie ein Beispiel, was in die Zeit passt – und bevor sie sich die Geschichte falsch erläutern lassen: Fragen Sie bitte danach, wer der Nachfolger von König David wurde, und welche Frau ihn geboren hat.


Von Huren und Kosmetikerinnen

Die Prostitution, so schreibt die niederländische Anwältin und angebliche Feministin Heleen Mees, sei in den Niederlanden praktisch „der einzige Sektor für personenbezogene Dienstleistungen“, der wirklich funktioniere – und behauptet weiterhin, dass man „in Amsterdam keine Maniküre bekommen könne“, ohne eine Wartezeit von 14 Tagen in Kauf zu nehmen, während Männer sich Sex praktisch überall und jederzeit Sex kaufen könnten – „und zwar zu attraktiven Preisen“.

Nun bin ich keine Kenner der niederländischen Schönheitsbranche, sondern habe mal die deutschen Vertreterinnen der Gattung untersucht. Danach bekommt eine Friseurin, die eben auch oft Kosmetikerin ist, einen Bruttostundenlohn zwischen ca. vier und acht Euro. Eine Hure verdient in derselben Zeit zwischen 150 und 300 Euro, je nach Dienstleistung und Auslastung, und sie ist nicht (wie die Friseurin) Angestellte im Salon, sondern freiberuflich. Unterstellen wir mal, dass der Salon mit einem Lohnanteil von zwischen 20 und 40 Euro rechnen dürfte, so wären die Stundensätze dort zwischen 40 und 80 Euro, was nach eigenen Recherchen durchaus die üblichen Preise sein dürften.

Möglicherweise gibt Ihnen das ein Bild davon, warum Huren verfügbarer sind als Kosmetikerinnen.

Eine Moral ist damit nicht verbunden – aber ein Dilemma. Denn die Löhne für Kosmetikerinnen sind nicht nur viel zu niedrig – die Kosten, die den feinen Damen in Deutschland durch die Nutzung dieser Dienste entstehen, sind es auch: Wenn eine Stunde Kosmetik einmal ohne Verbrauchsmaterial 200 Euro kosten würde, wären viel mehr Frauen bereit, diesen Beruf selbstständig auszuüben – nur dann müssten eben die feinen Damen der Gesellschaft richtig löhnen – und das wollen sie nun auch wieder nicht.

Unterbezirk Bierstadt, die SPD und Frau Metzger

Die Sozialdemokratie ist gegenwärtig dabei, sämtliche Kredite als die „moralischere“ Partei zu verspielen, und dies ohne Not – denn längst hätte die Partei ihren Ortsverein Wiesbaden-Bierstadt höflich unter die Arme greifen können, um den Skandal zu verhindern: Denn nun muss die Abgeordnete Dagmar Metzger tatsächlich dem unwürdigen und über alle Maßen überflüssigen Prozess unterwerfen: Sie tritt am 28. Januar vor eine „Schiedskommission“ der SPD, die darüber befinden soll, ob sie sich “parteischädigend“ verhalten haben, was in der Praxis bedeutet: Sie soll rechtfertigen, was ihr gutes Recht ist: Sich nach ihrem Gewissen und sonst gar nichts zu entscheiden.

Frau Metzger, die bei der gegenwärtigen Hessenwahl nicht mehr antritt, hatte mit ihrem Votum aus Gewissensgründen die Duldung einer SPD-Regierung durch die „Linkspartei“ verhindert, was etliche SPD-Mitglieder offenbar mit Genugtuung sahen, andere aber in Rage brachte.

Frau Metzger will anch Presseberichten nicht nur bei Parteiausschluss, sondern auch im Fall einer Rüge vor das Bundesverfassungsgericht gehen – ein mutiger Schritt. Die SPD wird – so der so – dastehen wie ein begossener Pudel – und das ist auch gut und richtig, denn so wird es nicht weitergehen können mit der SPD, denn nicht nur die CDU, sondern auch das Volk sieht als unwürdig an, einem Menschen die freie Gewissensentscheidung streitig zu machen.