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  Gebhard Roese - Ihr Texter, Schriftsteller und Journalist.
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Maharishi Mahesh Yogi: Der Mann, der zur rechten Zeit kam

(sehpferd, 08.02.2008 freier Content) Wann er geboren wurde, weiß eigentlich niemand so genau – vermutlich wusste er es nicht einmal selbst. Doch das Leben war gut zu ihm: Maharishi Mahesh Yogi schaffte es, aus sehr wenig sehr viel zu machen. Er konnte es, weil Europa und Amerika an indischer Mystik in den 60er Jahren mehr als interessiert waren: Sie lagen ihm zu Füßen. Ich selbst muss etwa 14 gewesen sein, als ich ihn kennenlernte: Ein braunhäutiger Herr in mittleren Jahren – er selbst muss damals schon etwas über 40 gewesen sein.

Da saß er, bescheiden, und erklärte anhand einer Rose in englischer Sprache, was seine Botschaft war: Nicht das Äußere der Rose solle uns interessieren, sondern das Innere. Am Ende durfte man ihn fragen: wovon er denn lebe? Oh, er brauche nicht viel. Für seinen Transport würde auf seinen Wegen ein Engländer mit einem netten kleinen Rolls-Royce sorgen, kein Problem.

Er verließ die Stadt, wie er gekommen war, die Presse berichtete flüchtig. Man hörte erst wieder von ihm, als er die Beatles begeisterte – aber das war bereits viel später.

Was hat er inzwischen getan? Vor allem hat er Geld gemacht – aus ein bisschen Essenz der indischen Weisheiten. Jeder intelligente Heilslehrer aus Indien hätte es tun können – und immerhin haben es nach ihm noch ein paar andere versucht. Aber er schaffte es, groß ins Geschäft einzusteigen mit seiner Marke „TM“ – „Transzendentale Meditation“. Er kam zum richtigen Zeitpunkt, erkannte die vielen Zeichen der Zeit, und wurde nicht größenwahnsinnig wie sein Widersacher Bhagwan. Das garantierte ihm bis zuletzt den Erfolg.

Maharishi Mahesh Yogi starb am 6. Februar 2008.

Hohe Erwartungen an Geschäfts-Blogs?

(sehpferd, freier Content, Nachdruck frei, 30.01.2008) Nachdem Hinz und Kunz Geschäftsleuten dazu raten, sich ein Blog zu leisten, steigen die Erwartungen teils ins Unermessliche.

Was ist daran realistisch?

Natürlich kommt es auf die Erwartungen an. Wenn man eine Dienstleistung oder Ware anbietet, die auf einen ganz bestimmten Kundenkreis in einer genau definierten Region mit besonders exklusiven Waren anbietet, dann kann man so gut wie sicher sein, dass es klappt, damit schnell neue Kunden zu gewinnen, wobei schnell immer noch heißt: „innerhalb eines Jahres“.

Beispiele: exklusive Fetischmode in München, eine Autovermietung in Budapest, ein Versandhaus für schwer erhältliches Handyzubehör in Deutschland.

In den meisten anderen Fällen wird das Blog nicht sofort direkte Kunden gewinnen, sondern eine Maßnahme sein, das Unternehmen im Gespräch zu halten. Gerade dies wird von vielen Unternehmen unterschätzt: Gezielte Mini-Werbung mit häufiger positiver Erwähnung des Markennamens ist oft wichtiger als das direkte Generieren von Umsätzen. Auch dazu ein Beispiel: Wenn im Internet ein Buch präsentiert wird, hat den Vorteil in erster Linie der Verleger, in zweiter Linie der Anbieter, zu dem ein Link führt und erst in dritter Instanz derjenige, der den Link in sein Blog eingebracht hat. Das bedeutet: Wer den Umsatz macht, ist nicht unbedingt derjenige, der an der Werbung beteiligt ist. Man kann das Buch bei seinem nächsten Stadtbummel kaufen, es auf die nächste Sammelbestellung (beispielsweise bei Amazon) setzen oder es tatsächlich mit dem Link bestellen.

Unternehmer sollten sich also davor hüten, aus Blogs „direkt Umsatz“ generieren zu wollen. Es ist wesentlich wahrscheinlicher, dass der Umsatz über die Mundpropaganda oder eine andere Weitergabe durch Leser erfolgt.

Computer sind überflüssig - meint ein Psychiater

(sehpferd, 27.01.2008 freier content) Das wissen wir natürlich schon lange: Der Gebrauch von Werkzeugen zerstört den natürlichen Umgang mit dem Material, und wer einmal einen Öltanker steuern will, der muss erst auf einem Segelschiff anheuern. Der Gebrauch von Telefonen ist überhaupt ganz widerwärtig, weil er die Besuchskultur zerstört hat – und nun sind Computer überflüssig.

Das hat ein deutscher Psychiater, Manfred Spitzer, festgestellt und dabei die Wurzel vieler anderer Übel gefunden: den Computer, der in der Schule steht. „Völlig überflüssig“ meint er und argumentiert:

Früher haben die Buben wenigstens ein bisschen gelesen. Wenn man denen gesagt hat, sie sollten ein Referat halten, dann mussten sie ihre Nase in ein Buch stecken. Heute gehen sie in das Online-Lexikon Wikipedia und betätigen nur die Befehle «Kopieren» und «Einfügen» auf der Tastatur ihres Computers. Würden sie ein Buch nutzen, müssten sie den Inhalt ja von Hand eintippen. Das Schlimme aber ist: Sie lesen nicht einmal mehr, sondern halten Referate über Dinge, die sie nicht wirklich begriffen haben.“

Wissen Sie, liebe Leserinnen und Leser, wenn man mal die Befehlsfolge „Kopieren und Einfügen“ weglässt und sich an die eigene Schulzeit erinnert, was finden wird dann? Wir haben Referate über Dinge gehalten, von denen wir nicht das Geringste verstanden haben. Das war eben Schule. Manche von den damaligen Schülerinnen und Schülern sind dann Studentinnen und Studenten und anschließend Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler geworden.

Sie ahnen, was kommt? Sie sprechen zum Teil über Dinge, die sie nie wirklich begriffen haben, zu denen sie keinen Bezug haben und die ihre intellektuelle Leistungsfähigkeit bei Weitem übersteigen. Nur: Damals gab es noch keine Computer. In der Schule reichte aber auch damals schon „Lernen auf kurzfristige Ziele hin“. Echtes Verstehen ist ein Luxus, den sich nur wenige leisten wollen.

Quelle des Zitats: NZZ.