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ihre worte - neu geschrieben
  Gebhard Roese - Ihr Texter, Schriftsteller und Journalist.
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Sexistisch und Aids

Im heutigen Tagesspiegel lernte ich, was “sexistisch” ist: “Die Frauen sind dämliche Opfer, sehen auf den Plakaten aus wie Pornodarstellerinnen und werden als Hingucker inszeniert.“ (Regenbogen-Kampagne mit Hitler).

Vor einigen Jahren lernte ich sinngemäß noch so: Die Frauen werden als alleinige Verantwortliche dargestellt, also als Täter. Die gezeigten schönen Mütter sehen so geleckt aus wie Frauen aus der Parksiedlung und werden als verantwortungslose Frauen inszeniert. (STICH-Kampagne zugunsten von HIV-Tests bei Müttern)

Das war auch zu sexistisch.

Es gelingt den Ideologen der Frauenbewegung und überhaupt der Gutmenschenschaft eben immer, das Wort „sexistisch“ so hinzudrehen, wie gerade der Wind weht. Offenbar bleibt den Plakat- und Filmemachern nur noch übrig, sich präventiv der Gutmenschenzensur zu unterwerfen.

Oder sollte man lieber gleich eine andere Zielgruppe wählen? Dann wären die Frauen raus und der sexistischen Gefahr die empfindsamen Frauenseelen hätten Ruhe.

Sinnvolle Auseinandersetzung über Prostitution?

Nachdem nicht nur ich, sondern wohl alle Deutschen die dümmlichen Angriffe Brüsseler Feministinnen aus nordischen Ländern eben so satthaben wie die ständige Beeinflussung US-amerikanischer Gutmenschenkreise auf die deutsche Prostitutionsgesetzgebung, hat jetzt eine Wissenschaftlerin die Gründe für die Betrachtungsweise in Deutschland analysiert.

Sie setzt das schwedische „Modell“ gegen die deutsche Gesetzgebung und befindet, die Unterschiede ließen sich mit „wohlfahrtsstaatlichen, feministischen und religiösen Traditionen erklären.“

Weiter stellte sie fest, dass vor allem der schwedische Radikalfeminismus einen starken Einfluss auf die dortige Gesetzgebung gefunden habe. Die Prostitutionspolitik der schwedischen Regierung beabsichtige daher vor allem, die Gleichheit zwischen Mann und Frau herzustellen.

Zur Erinnerung: In Schweden ist die Prostitution als Anbietermarkt nicht generell verboten, wohl aber der Kauf solcher Dienstleistungen.

Nach meiner Auffassung sind die Schlussfolgerungen über Deutschland aber an den Haaren herbeigezogen: Der Einfluss der politischen Kräfte wird überschätzt, während die Meinung des Volkes im liberalen Deutschland unterschätzt wird – mit anderen Worten: Es ist nicht der Staat als Normengeber, sondern das Volk, das letztlich zu anderen Nomen gefunden hat – und ein gewisser Pragmatismus, der in Schweden fehlt: Was es gibt, das gibt es nun mal – und es kann nicht dadurch unterbunden werden, dass man es leugnet oder abdrängt.

Über einen Punkt kann man in Schweden übrigens nicht einmal reden, ohne scheel von der Seite angesehen zu werden: die Janusgesichtigkeit des neuen Gesetzes. Denn wo Prostitution als Broterwerb für die Frau gestattet ist, der Freier aber für die Bezahlung bestraft wird, ist etwas faul in der Gesellschaftsordnung. Es ist erstaunlich, mit welcher Vehemenz in Schweden solche Tatsachen ignoriert werden. Denn die schnelle Liebe wird auch in Schweden weiterhin gekauft – nur eben nicht mehr mit Bargeld in der Hand auf öffentlichen Straßen. Wie sagte mir einmal eine Freundin aus dem Norden: „Es ist in keinem Land der Welt verboten, einer Dame etwas zu schenken, wenn man den Abend mit ihr nett verbracht hat“. Nun denn – so heißt das also.

Gelesen in der Ärztezeitung



Von Huren und Kosmetikerinnen

Die Prostitution, so schreibt die niederländische Anwältin und angebliche Feministin Heleen Mees, sei in den Niederlanden praktisch „der einzige Sektor für personenbezogene Dienstleistungen“, der wirklich funktioniere – und behauptet weiterhin, dass man „in Amsterdam keine Maniküre bekommen könne“, ohne eine Wartezeit von 14 Tagen in Kauf zu nehmen, während Männer sich Sex praktisch überall und jederzeit Sex kaufen könnten – „und zwar zu attraktiven Preisen“.

Nun bin ich keine Kenner der niederländischen Schönheitsbranche, sondern habe mal die deutschen Vertreterinnen der Gattung untersucht. Danach bekommt eine Friseurin, die eben auch oft Kosmetikerin ist, einen Bruttostundenlohn zwischen ca. vier und acht Euro. Eine Hure verdient in derselben Zeit zwischen 150 und 300 Euro, je nach Dienstleistung und Auslastung, und sie ist nicht (wie die Friseurin) Angestellte im Salon, sondern freiberuflich. Unterstellen wir mal, dass der Salon mit einem Lohnanteil von zwischen 20 und 40 Euro rechnen dürfte, so wären die Stundensätze dort zwischen 40 und 80 Euro, was nach eigenen Recherchen durchaus die üblichen Preise sein dürften.

Möglicherweise gibt Ihnen das ein Bild davon, warum Huren verfügbarer sind als Kosmetikerinnen.

Eine Moral ist damit nicht verbunden – aber ein Dilemma. Denn die Löhne für Kosmetikerinnen sind nicht nur viel zu niedrig – die Kosten, die den feinen Damen in Deutschland durch die Nutzung dieser Dienste entstehen, sind es auch: Wenn eine Stunde Kosmetik einmal ohne Verbrauchsmaterial 200 Euro kosten würde, wären viel mehr Frauen bereit, diesen Beruf selbstständig auszuüben – nur dann müssten eben die feinen Damen der Gesellschaft richtig löhnen – und das wollen sie nun auch wieder nicht.