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  Gebhard Roese - Ihr Texter, Schriftsteller und Journalist.
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Opel: Auch von der EU eine klare Absage

Nebn der deutschen Bundesregierung wird auch die EU nicht vor OPEL in die Knie gehen: Wie die WELT berichtete, habe der EU-Industriekommissar Günter Verheugen eine eindeutige Botschaft nach Deutschland gesandt: "Die Branche sei im Gegensatz zu Banken nicht systemrelevant". Damit düfte klar sein, dass die EU - wie auch deutsche Regierung - auf die Selbsteilungskräfte der Wirtschaft setzt, sobald die Banken wieder tritt fassen - ob dies nun den deutschen Länderchefs gefällt oder nicht.

Eigenartig ist nur, dass in den letzten Wochen Wirtschaftswissenschaftler für die Staatshilfe plädierten - da darf man wohl annehmen, dass sie in Unkenntnis der Eigentumsverhältnisse bei Opel argumentierten.

Von Huren und Kosmetikerinnen

Die Prostitution, so schreibt die niederländische Anwältin und angebliche Feministin Heleen Mees, sei in den Niederlanden praktisch „der einzige Sektor für personenbezogene Dienstleistungen“, der wirklich funktioniere – und behauptet weiterhin, dass man „in Amsterdam keine Maniküre bekommen könne“, ohne eine Wartezeit von 14 Tagen in Kauf zu nehmen, während Männer sich Sex praktisch überall und jederzeit Sex kaufen könnten – „und zwar zu attraktiven Preisen“.

Nun bin ich keine Kenner der niederländischen Schönheitsbranche, sondern habe mal die deutschen Vertreterinnen der Gattung untersucht. Danach bekommt eine Friseurin, die eben auch oft Kosmetikerin ist, einen Bruttostundenlohn zwischen ca. vier und acht Euro. Eine Hure verdient in derselben Zeit zwischen 150 und 300 Euro, je nach Dienstleistung und Auslastung, und sie ist nicht (wie die Friseurin) Angestellte im Salon, sondern freiberuflich. Unterstellen wir mal, dass der Salon mit einem Lohnanteil von zwischen 20 und 40 Euro rechnen dürfte, so wären die Stundensätze dort zwischen 40 und 80 Euro, was nach eigenen Recherchen durchaus die üblichen Preise sein dürften.

Möglicherweise gibt Ihnen das ein Bild davon, warum Huren verfügbarer sind als Kosmetikerinnen.

Eine Moral ist damit nicht verbunden – aber ein Dilemma. Denn die Löhne für Kosmetikerinnen sind nicht nur viel zu niedrig – die Kosten, die den feinen Damen in Deutschland durch die Nutzung dieser Dienste entstehen, sind es auch: Wenn eine Stunde Kosmetik einmal ohne Verbrauchsmaterial 200 Euro kosten würde, wären viel mehr Frauen bereit, diesen Beruf selbstständig auszuüben – nur dann müssten eben die feinen Damen der Gesellschaft richtig löhnen – und das wollen sie nun auch wieder nicht.

Die Gewalt und die Pornografie

Die britischen Sozialisten rühmen sich derzeit, das Volk vor einem Übel gerettet zu haben: der Gewaltpornografie. Nun überlassen wir besser den Juristen im Vereinigten Königreich, was darunter zu verstehen ist, dann das Problem liegt in einem einzigen Wort: „Schwerwiegend“- so müssen nämlich die Verletzungen sein, die entweder dem Anus, den Genitalien oder den Brüsten zugefügt werden. Wir werden sehen: Das Verklatschen des Gesäßes mit der bloßen Hand wird wohl nicht darunter fallen, aber in England reagiert „the cane“ und in Schottland „the tawse“ – und das sind mächtige Schlagwerkzeuge, die Spuren hinterlassen.

Derweil machen sich zahllose Gruppen Gedanken über ihr Fortbestehen, die mehr oder weniger das Leben, was die Wissenschaftler als „Sadomasochismus“ bezeichnen und die Laien als Schmerzlust. Sie fürchten, als Erste das Ziel von Ermittlungen zu sein – und „Aufzeichnungen“ dürfte es bei so gut wie allen geben.

Das Gesetz wurde übrigens durch einen einzigen Mordfall angestoßen: Das tragische Opfer war die damals 29-jährige Jane Longhurst – übrigens in einem Mordfall, der lange zurückliegt: sie wurde 2003 ermordet, doch das darf man erst seit 2007 behaupten - zuvor war unklar, wie die Frau ums Leben kam.

Wie immer, wenn ein Mordfall besonders tragisch ist, ergibt sich die Frage nach einer Mitschuld der Gesellschaft - und in diesem Fall war die Brücke zur Kriminalität nach Meinung der Angehörigen von Frau Longhurst das Internet, das angeblich gefährliche fetischistische Handlungen an Personen verbreite und damit die Kriminalität fördere. Das Internet eignet sich eben immer gut als Ursache für alles Übel - wenn man es nur glaubt.

Wissen Sie, ich habe gestern zufällig ferngesehen und in einer Werbepause mindestens fünf zerfetze Körper gesehen – aber die konnten beim besten Willen nicht mit der Sexualität in Verbindung gebracht werden – es war eben Unterhaltung. Ich habe mich dran gewöhnt, Sie haben sich dran gewöhnt – Proteste gibt es keine, Gesetzesinitiativen dagegen auch nicht. Alles Gewaltverbrechen außerhalb der Sexualität erscheint inzwischen als tragisch, aber unvermeidbar: Und wenn die Deutschen morgen hören, dass eine Mutter ein, zwei drei oder noch mehr Kinder umgebracht hat dann gehen sie auch zur Tagesordnung über und schreien nicht nach neuen Gesetzen, sondern bestenfalls nach dem Jugendamt.