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  Gebhard Roese - Ihr Texter, Schriftsteller und Journalist.
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Generation Porno – Medienerfindung oder Realität?

Es ist richtig, wenn sich die ältere und mittlere Generation um die Jugend sorgt – aber es ist falsch, diese Jugend zu verdammen. Da dies jeder Erwachsene weiß, suchen die offiziellen und offiziösen Moralapostel seit Jahrhunderten nach Schuldigen – und komischerweise sind es nie die Eltern.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts waren es stets die „leichtlebigen Damen“, die schlechte Vorbilder für die Jugend boten, bevor die „schlüpfrige Literatur“ und auch die bereits etwas frivolen Schlager dafür verantwortlich gemacht wurden. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde es dann „Schuschmu“, also die „Schmutz- und Schundliteratur“, jedenfalls solange, bis „Jugendverderber“ wie BRAVO und TWEN ins Rampenlicht gezerrt wurden. Mit der Pornografiewelle waren es dann die Pornos, und heute ist es das Internet.

Wie bereist angedeutet sind es nie die Eltern, nie die Erzieher und nie eine völlig unzureichende Sexualaufklärung durch die Gesellschaft. Selbstverständlich wollen Jungen und Mädchen eines Tages wissen, wie der Geschlechtsakt tatsächlich funktioniert – und dann informieren sie sich eben dort, wo es am Leichtesten geht. Dass sie dort auch Dinge sehen, die nicht für ihre Augen bestimmt sind, ist sicher – doch was tun eigentlich die angeblich so auf Aufklärung bedachten Institutionen, um Besseres, das heißt menschengerechteres Filmmaterial zu verbreiten? Ganz klar: Sie tun nichts, und sie dürfen sogar gar nichts tun – denn das wäre Pornografie.

Die „Generation Porno“, auch „Generation XXX“ genannt, ist überwiegend eine Erfindung der Presse – und diese schlachtet sie aus, wie sie es schon immer tat.

Besipiel (in englischer Sprache) im Examiner

Der Pussy Club und die Schwaben

Die Stadt Heidelberg wird vielleicht doch „den kürzeren Ziehen“, wenn es um das Verbot des Heidelberger Discount-Bordells „Pussy Club“ geht, denn inzwischen hat der Klub, wie erwartet, Rechtsmittel gegen den Beschluss des Heidelberger Ordnungsamtes mit dem Ziel der Schließung des Bordells eingelegt. Zur Erinnerung: Der Pussy Club ist ein Discount-Bordell, das bei der schwäbischen Obrigkeit in Misskredit gekommen ist.

Doch nun sehen die Dinge offenbar wieder anders aus: Man kann ein Wirtschaftsunternehmen nicht einfach ruinieren – und so soll dem Widerspruch des Anwalts zunächst einmal stattgegeben worden sein: Die Räumung wie auch die 15.000 Euro Strafe sollen laut Presseberichten solange ausgesetzt sein, bis eine Entscheidung durch das zuständige Verwaltungsgericht getroffen würde.

Die Hauptgegner allerdings sitzen nicht in Heidelberg, sondern personifizieren sich in den Personen des CDU-Innenministers Heribert Rech und seines Parteifreundes Christoph Palm, seines Zeichens Oberbürgermeister von Fellbach. Kronzeugin für das angeblich verwerfliche Tun im Discount-Puff ist die Ordensschwester Lea Ackermann (72), die sich eigentlich mit Sextourismus und Menschenhandel beschäftigt. Sie sagte der Stuttgarter Zeitung (und offenbar auch anderen Medien) "Flatrate ist ein Zeichen von absolutem Machtmissbrauch. Die Prostitution, wie sie im Moment abläuft, ist eine Verletzung der Menschenwürde."

Die Diskussion im Schwabenländle tobt derweil in der „Stuttgarter Zeitung“. Wieso die Stuttgarter Presse ausgerechnet „die katholische Ordensschwester Lea Ackermann“ als Kronzeugin für den Verlust der Menschenwürde im Fellbacher Billigpuff auserkoren hat, wird wohl eines der Geheimnisse der schwäbischen Presselandschaft bleiben. Hier sollen auf keinen Fall die Verdienste von Frau Ackermann geschmälert werden – sie mag sich in Afrika auskennen, aber das Land Rumänien, aus dem die betroffenen Damen nun einmal sind, gehört nun mal nicht zur Afrika, sondern ist seit 2007 Teil der EU.

Sinnvolle Auseinandersetzung über Prostitution?

Nachdem nicht nur ich, sondern wohl alle Deutschen die dümmlichen Angriffe Brüsseler Feministinnen aus nordischen Ländern eben so satthaben wie die ständige Beeinflussung US-amerikanischer Gutmenschenkreise auf die deutsche Prostitutionsgesetzgebung, hat jetzt eine Wissenschaftlerin die Gründe für die Betrachtungsweise in Deutschland analysiert.

Sie setzt das schwedische „Modell“ gegen die deutsche Gesetzgebung und befindet, die Unterschiede ließen sich mit „wohlfahrtsstaatlichen, feministischen und religiösen Traditionen erklären.“

Weiter stellte sie fest, dass vor allem der schwedische Radikalfeminismus einen starken Einfluss auf die dortige Gesetzgebung gefunden habe. Die Prostitutionspolitik der schwedischen Regierung beabsichtige daher vor allem, die Gleichheit zwischen Mann und Frau herzustellen.

Zur Erinnerung: In Schweden ist die Prostitution als Anbietermarkt nicht generell verboten, wohl aber der Kauf solcher Dienstleistungen.

Nach meiner Auffassung sind die Schlussfolgerungen über Deutschland aber an den Haaren herbeigezogen: Der Einfluss der politischen Kräfte wird überschätzt, während die Meinung des Volkes im liberalen Deutschland unterschätzt wird – mit anderen Worten: Es ist nicht der Staat als Normengeber, sondern das Volk, das letztlich zu anderen Nomen gefunden hat – und ein gewisser Pragmatismus, der in Schweden fehlt: Was es gibt, das gibt es nun mal – und es kann nicht dadurch unterbunden werden, dass man es leugnet oder abdrängt.

Über einen Punkt kann man in Schweden übrigens nicht einmal reden, ohne scheel von der Seite angesehen zu werden: die Janusgesichtigkeit des neuen Gesetzes. Denn wo Prostitution als Broterwerb für die Frau gestattet ist, der Freier aber für die Bezahlung bestraft wird, ist etwas faul in der Gesellschaftsordnung. Es ist erstaunlich, mit welcher Vehemenz in Schweden solche Tatsachen ignoriert werden. Denn die schnelle Liebe wird auch in Schweden weiterhin gekauft – nur eben nicht mehr mit Bargeld in der Hand auf öffentlichen Straßen. Wie sagte mir einmal eine Freundin aus dem Norden: „Es ist in keinem Land der Welt verboten, einer Dame etwas zu schenken, wenn man den Abend mit ihr nett verbracht hat“. Nun denn – so heißt das also.

Gelesen in der Ärztezeitung