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Fall Sarrazin: Empörungsgesellschaft sucht Sühneopfer

Was die deutsche Presse heute zum Fall Sarrazin schreibt, ist in Teilen höchst unseriös und zeigt, dass Deutschland tatsächlich inzwischen eine „Empörungsgesellschaft“ aufgefüttert hat, die jetzt nach einem „Sühneopfer“ schreit.

Immerhin ist die Pressefreiheit noch intakt, denn über Sarrazin gab es heute eine erhebliche Meinungsdebatte – mein Minizitat entnahm ich dem „Münchener Merkur“.

Nun, das Sühneopfer ist gefunden. Heuet ist es Herr Sarrazin, und morgen können Sie es sein, dem der nach dem Gebrauch seines Rechts auf Meinungsfreiheit abqualifiziert wird.

Doch bereits dies wird von der TAZ schön gefärbt: Da wolle „eine gewisse Presse Herrn Sarrazin zum Märtyrer machen“ wird dort behauptet. Da halte ich dagegen: Morgen wird Lieschen Müller ihrem Chef ein paar Wahrheiten über sein Unternehmen sagen – und sie wird entlassen werden. Die TAZ wird dann voraussichtlich eine Randnotiz bringen, falls es zum Arbeitsgerichtsprozess kommt.

Übrigens: Ich stimme mit Herrn Sarrazin nicht überein - aber ich habe die Nase voll von der Hexenjagd, die gegen ihn betrieben wurde.

Alle Zitate und Presseschau hier

Links: Das Bild eines neuen Sozialismus in Deutschland?

Die Wohnungseigentümer in der Bundesrepublik Deutschland sind in einer verfluchten Lage: Die Bau- und Instandhaltungskosten sind hoch, die Immobilienpreise verfallen und gute Mieter sind nicht leicht zu finden. Dabei ist das Mietrecht so sozial, dass es für Vermieter, die finanziell einen kurzen Atem haben, bereits unsozial ist – es kann ihren wirtschaftlichen Ruin bedeuten. Das ist deutsche Wirklichkeit. Man darf bitte nicht vergessen, das ein recht großer Teil der Mieter am freien Markt mietet, und nicht bei „Immobilienhaien“. Hinzu kommt: Gerade in Innenstadtlagen gilt das Thema „Eigentum verpflichtet“ eine Menge – man achtet darauf, dass seine Immobilie der Stadt zur Ehre gereicht.

Was den Besitzern von Eigentum blüht, wenn die Linkspartei noch mehr Einfluss bekommt, sagte jetzt die Linkspartei-Frau und Sozialsenatorin Carola Bluhm dem Tagesspiegel: „Gerade bei Neuvermietungen ziehen die Mieten an. Auch auf Bundesebene müssen wir für Mietbegrenzungen streiten“.

Mietbegrenzungen? Viele Wohnungsbesitzer haben heute Mühe, dem immer “leckerer“ werdenden Mietern ihre Wohnungen zu kostendeckenden Preisen zu vermieten. Es scheint, als wolle uns Frau Bluhm ein Beispiel dafür geben, was der Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland blüht, wenn die Linkspartei dort an die Regierung kommen sollte.

Die Grünen: Selbstzerfleischung oder Selbstfindung?

Ob Renate Künast ihr Wähler überhaupt noch kennt? Manchmal muss man daran zweifeln, etwas, wenn sie sagt: „Union und FDP arbeiten im Bund … an der maximalen Entfernung von den Inhalten grüner Politik.“

Sie hat eines nicht begriffen: Dem Bürger ist schnurzpiepegal, was „Grüne“ Parteiprogramme aussagen (was übrigens auch für die anderen Parteien gilt). Bürger wählen inzwischen die Partei, von der sie das Beste für sich selbst und ihre Kinder erwarten, und die „Grüne Wählerschaft“ setzt sich heute eben ganz anders zusammen als noch vor 30 Jahren, als die politische Karriere von Frau Künast begann.

Wenn Frau Künast ihre Wähler sucht, muss sie inzwischen in Niedrigenergiehäuser der Vorstadt gehen, eine hohe Hecke überwinden und in bürgerliche Idylle vordringen, in der die Kinder auf Privatschulen gehen. Natürlich gibt es auch andere Wähler, doch alle eint eines: Man will eine bessere Zukunft auf der Basis einer wertkonservativen Grundhaltung. Einheit, Gleichheit und Brüderlichkeit auf hohem Niveau, sozusagen – wie beispielsweise in Stuttgart oder Tübingen.

In Tübingen weiß denn auch der OB Palmer (Grün), wo es lang geht: „"Es wird Streit darüber geben, ob wir immer im linken Lager bleiben müssen, oder ob wir abhängig von Inhalten und Personen mit CDU und FDP regieren können."

Sagen wir es doch einmal klar: Die Grünen entfernen sich von den Zielen der SPD immer mehr, die nachhaltig die deutsche Großindustrie über den Umweg der Gewerkschaften stützt. Das Mittelstandskonzept der CDU müsste ihnen wirtschaftlich viel näher liegen – und selbst bei den Freidemokraten könnten sie sich ganz gut einkuscheln – dort siedeln sich die freien Berufe an, die ebenfalls nicht zu den Umweltzerstörern gehören. Es ist, wie es ist: Die alten Feindbilder taugen nichts mehr, die alten Freundbilder aber auch nicht. Wer jetzt die Selbstzerfleischung der Partei versucht und den alten Ideologiekrempel wieder von der Müllhalde holt, betreibt gewiss kein Recycling, sondern Politik-Umweltverschmutzung.

Sie auch: Wertkonservative Grüne

Zitate Palmer, Künast: SPIEGEL