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ihre worte - neu geschrieben
  Gebhard Roese - Ihr Texter, Schriftsteller und Journalist.
  Mobil 016093095395.

Professionell Umschreiben – (Re-Writing) ist eine mühevolle Arbeit

Als ich zum ersten Mal davon hörte, dass Texte professionell umgeschrieben werden können und dass sich damit sogar Geld verdienen ließ, war ich einigermaßen verblüfft. Bis ich es selber tat. Damals habe ich gegen 1.000 Artikel aller Art „verkürzt wiedergegeben“ – als eine Art Liebhaberei. Als ich dann selber freier Schriftsteller wurde, erinnerte ich mich aber an etwas anderes: Ich hatte ja längst Routine darin, komplexe Beschreibungen von „Computer-Chinesisch“ in brauchbares Deutsch umzuschreiben. Seitenlang, wochenlang und mit großem Erfolg.

Was ist Umschreiben?

Umschreiben ist nicht einfach „neu schreiben“. Es bedeutet auch nicht, Begriffe einfach zu ersetzen. Zumeist wird gefordert, den bisherigen Text zu vereinfachen. Erstaunlicherweise gehört dies zu den schwierigsten Aufgaben des Umschreibens überhaupt. Wenn der Original-Autor Ihr Auftraggeber ist, wird er immer behaupten, Sie hätten zu viel vom „Wesentlichen“ weggelassen. Autoren sind oft so eitel, nur die eigenen Worte als "richtig" anzusehen.

Das Übliche: Kürzungen, Copyright-Probleme

Glücklicherweise ist dies aber selten der Fall, denn das Umschreiben in eine verkürzte, verständliche Form ist eine Standardroutine der Journalisten. Wer mit Copyright-Problemen zu kämpfen hat, wird seine Texte umschreiben lassen, um nicht des Plagiats verdächtigt zu werden. Das gilt auch für Autoren, die für mehrere Auftraggeber ähnliche Texte verfassen. Ein Journalist hat es hier leicht: Normalerweise beherrscht mehrere Varianten oder „Einstiege“, um über ein Thema zu berichten, und jeder dieser Artikel liest sich dann, als sie er von einer anderen Person verfasst worden. Deutlich schwieriger wird es jedoch, wenn der Stil tatsächlich erheblich verändert werden soll.

Änderungen im Stil und Ausrichtung

Wer den Stil eines Artikel komplett verändern will, oder wer ihn auch nur „glätten“ oder vereinheitlichen will, muss sich bei fast jedem Satz fragen: Worauf will der Auftraggeber hinaus? Will er nur eine Art „Lektorat“ oder verlangt er nach einem Schreibgenie, das seine Worte völlig verändert? Und falls die so ist, wie will sich der ursprüngliche Autor noch darin wiedererkennen?

Wer einen Stil ändern oder anpassen will, muss deshalb äußert behutsam vorgehen. Der ursprüngliche Autor glaubt oft, etwas gemeint zu haben, was er gar nicht geschrieben hat. Genau dies aber kann ein Umschreibedienst nicht ahnen, und scheibt man die Sätze nun einfach um, dann entsteht etwas völlig Neues, dass sich der Autor niemals so erdacht hatte. Es lohnt ich deshalb, mit der Autorin oder dem Autor in einen ständigen Dialog einzutreten, um herauszufinden, was sie/er „eigentlich“ sagen wollte.

Sehen Sie – und wir haben den Stil im Moment noch gar nicht unter die Lupe genommen. Je nachdem, was verlangt wurde, kann ein Stil so verändert werden:

1. Von Formal auf beschreibend.
2. Vom beschreibend auf erzählend.
3. Von erzählend auf gefühlsbetont.


… und natürlich jeweils zurück.

Das ist sicherlich nicht alles, was jemals verlangt wird. Aber es ist eine Richtschnur, an der man sich festhangeln kann. Schwieriger ist, eine Erzählung in der dritten Person in die erste Person zu transferieren, Dialoge einzufügen oder „schwierige Passagen“, namentlich erotische Empfindungen, aber auch andere besonders authentische Gefühle in das Original-Werk einzusetzen.

Wollen Sie mehr wissen? Fragen Sie mich doch einfach …

Reichtum durch Contentwriting?

Wie immer nenne ich keine Namen. Aber wie Blogger als Texter behandelt und honoriert werden, offenbart eine Anzeige, die ich jüngst las. Dort verlangt man einen äußerst kompetenten Texter, von dem sehr viel erwartet wird. Im Grunde so viel, wie man es von einem fest angestellten Texter oder Redakteur erwarten würde. Mit Referenzen und Lebenslauf versteht sich. Auskennen soll er sich auch noch, beispielsweise im Bereich der Unternehmensgründungen.

Wow! Das klingt super, nicht wahr? Doch was will der Betreiber denn zahlen?

Es sind 2,5 Cent pro Wort, das entspricht etwa 7,50 Euro pro Artikel. Das macht in 20 Arbeitstagen brutto 300 Euro oder in 30 Arbeitstagen (also jeden Tag des Monats) 450,00 Euro.

Wollen Sie immer noch Content schreiben?

Viel Vergnügen!

Der Tod und das Achselzucken

Der Tod hinterlässt ein Achselzucken – „kann passieren“ ist die lapidare Antwort eines Forumsteilnehmer zum Tod einer jungen Frau, die unter bisher noch nicht endgültig geklärten Umständen bei riskanten Sexbegegnungen verstarb – irgendwann zwischen einem Fotoshooting und einer wohl eher privaten Begegnung.

Sicher – es gab auch Betroffenheit – und etwas sehr bemerkenswertes: Eine BDSM-Szenerie, die sich in Schweigen hüllt. Gerade diese Szene, die ansonsten ihr „Sane, Safe and Consenual“ (SSC) stets an die große Glocke hängte, und die das Online-Lexikon Wikpedia nicht unmaßgeblich mit Materialen befüllte hat offenbar nichts mehr dazu zu sagen.

Kenner der Szenerie vermuten, dass die BDSM-Szene in sich bereits gespalten ist: Die Anhänger von SSC seien auf dem Rückzug, heißt es. Eine Gruppe hat sich inzwischen abgespalten, die intern noch durchaus verharmlost wird: RACK heißt das Stichwort, und in ihr steht das „R“ für Risiko. „Wikipedia“ orakelt dann auch:

„Einige Anhänger des BDSM bevorzugen einen etwas anderen Verhaltenskodex mit der englischen Bezeichnung RACK (risk-aware consensual kink), was etwa soviel bedeutet wie risikobewusstes einvernehmliches sexuelles Handeln; sie wollen damit die das Risikopotenzial betreffende Eigenverantwortung der beteiligten Partner stärker betonen.“

Da zu vermuten ist, dass sich die BDSM-Szene ihr Wikipedia selber schreibt, sollten solche Sätze aufhorchen lassen: Was bedeutet eigentlich ein „Risikopotenzial betreffend Eigenverantwortung“ dann, wenn man beispielsweise unter Drogeneinfluss an ein Kreuz gefesselt ist? Die Szene macht es sich ganz schön einfach – mit dem RACK. Sie sollte das Thema so schnell wie möglich neu durchdenken, bevor noch mehr Menschen unkalkulierbare Risiken eingehen.