Skip to content

  Aktuelle Informationen

ihre worte - neu geschrieben
  Gebhard Roese - Ihr Texter, Schriftsteller und Journalist.
  Mobil 016093095395.

Die Pille: Unzuverlässige Berichte in der deutschsprachigen Presse

Journalisten legen offenbar sofort die Scheuklappen an, wenn eine „wissenschaftliche Studie“ auf ihren Schreibtischen liegt – und sei es auch deren Interpretation durch die dpa.

Wie anders konnte es sein, dass eine von Grund auf fragwürdige Studie über „die Pille“ in einigen Hundert Publikationen so gut wie kritiklos nachgedruckt wurde? Die beiden von der dpa verbreiteten Kernaussagen wurden in vielfacher Weise variiert, am einfachsten (und noch recht humorvoll) vom „STERN“, der titelte: „Beziehung toll, Liebesleben mau“.

Noch relativ neutral verhielt sich die Springer-Presse. Das Abendblatt schrieb in vornehmer Zurückhaltung: „Die Pille beeinflusst Partnerwahl und Beziehungsglück“ – hätte man noch geschrieben: "Forscher verdächtigen die Pille Partnerwahl und Beziehungsglück zu beeinflussen“ wäre die Aussage sogar korrekt gewesen. Erstaunlicherweise ist die BILD-Zeitung hier vorbildlich gewesen. Sie titelte: „Partner unsexy! Ist die Pille schuld?“ Wenigsten einmal tauchte hier in der deutschen Presse ein Fragezeichen hinter der Meldung auf.

Fast schon an bewusste Fehlinformationen grenzen Überschriften wie „Pille bringt weniger Scheidungen“. (die presse, Österreich) oder die des FOCUS: „Pille schützt sogar vor Seitensprüngen“ – beide Informationen werden durch die zugrunde liegende Studie nicht abgedeckt, denn die Studie bezieht sich auf die Einnahme der Pille zum Zeitpunkt des Kennenlernens.

Insgesamt setzte die Presse auf Beliebigkeit. Titelten die einen: „Sexuelle Unlust durch Verhütung mit der Pille“ (heute.at) oder „weniger Spaß im Bett“ (Springers „WELT“), so hoben die anderen die angeblich positiven Aspekte der der Studien heraus: „Glückliche Beziehungen dank Pille“ (n-tv)

Soweit mir bekannt, recherchierte nur eine einzige Zeitschrift ausführlich: „Wissenschaft .de“ erläuterte die Hintergründe und ordnete die Forschungen damit korrekt ein.

Dem einen oder anderen der Damen und Herren Redakteure in der deutschsprachigen Presse hätte allerdings durchaus aufgehen müssen, dass die Aussage: „Weil Frauen vor der Beziehung die Pille einnahmen, wurde die Beziehung im Nachhinein glücklicher“ nicht bewiesen wurde. Festgestellt wurde nämlich nur, dass bei den befragten Frauen, die zu Beginn der Beziehung bereits die Pille nahmen, später ermittelt wurde, dass ihre Beziehungen zu einem gewissen Prozentsatz glücklicher waren. In der Studie wurde beispielsweise gar nicht berücksichtigt, ob es die Pille war, oder eine dahinter liegende Einstellung, die diese Frauen veranlasste, die Pille zu nehmen.

Die Frage, die sich für das Volk in den deutschsprachigen Ländern ergibt, dürfte sein: Können wir unserer Presse bei wissenschaftlichen Themen, die uns alle betreffen, vertrauen? Ich denke, die Antwort dürfte diesmal gegen „Nein“ tendieren.

Deutsche - kehrt vor eurer eigenen Haustür!

Liebe deutsche Landsleute, die ihr BILD lest: Es mag ja sein, dass Herr Erdogan gesagt hat: „Unsere Kinder müssen Deutsch lernen, aber sie müssen erst Türkisch lernen." Aber: Damit hat er größtenteils recht, denn die Eltern unterhalten sich daheim in türkischer Sprache, und also lernen die Kinder zuerst türkisch.

Doch BILD sieht das anders und macht sich zum Anwalt junger Türken, die ganz gut für sich selbst sprechen könnten:

Denn die Sprache ist der entscheidende Schlüssel zu beruflichem Erfolg, zu Aufstieg und Wohlstand. Sie ist in Teilen damit auch der Schlüssel zu Glück und Zufriedenheit.


Doch nun, BILD und Andreas Thewalt : Bitte doch mal vor der eigenen Haustür kehren. Denn im eigenen Land sinken die Bildungschancen rapide, wenn man Dialekt spricht und nichts dafür tut, dass die Kinder die Hochsprache lernen. Das betrifft nicht nur, aber vor allem, die Länder Baden-Württemberg und Bayern.

Übrigens ist für alle Europäer (auch für Deutsche) mindesten eine Fremdsprache der eigentliche Schlüssel zum Erfolg, und nicht die Muttersprache – aber interessiert das den BILD-Leser? Ich glaube, eher nicht.

Informationen über Ägypten - ARD, BBC, Al Jazeera

Wer sich als Deutscher über die Lage in Ägypten schlecht informiert fühlt, sieht wahrscheinlich ZDF – dort hatte man bis vor einigen Tagen (warum auch immer) keinen Korrespondenten, der die Lage beurteilen konnte. Gestern versuchte man es nun mit Bloggern und Privatpersonen.

Der Tagesspiegel berichtet darüber – und man kann sich nur (erneut?) wundern, wie wenig das ZDF zur Selbstkritik bereit ist – bei der ARD war es laut Tagesspiegel anders.

Die verlässlichen deutschsprachigen Sender sind gegenwärtig:

PHÖNIX (öffentlich-rechtlich)
Eins Extra (öffentlich-rechtlich)
n-tv (privat)

Als englischsprachige Sender kommen dazu:

BBC (GB)
CBS (USA)
Al Jazeera - Englisch (Emirat Katar)