Skip to content

  Aktuelle Informationen

WORTWECHLER startet durch ...

ihre worte - neu geschrieben
  Gebhard Roese - Ihr Texter, Schriftsteller und Journalist.
  Mobil 016093095395.

Mindestlohn – das Märchen vom Erfolgsmärchen

Rot ist viel zu teuer - und bringt uns keine Vorteile


Nein, die deutsche Wirtschaft ist nicht unter dem Mindestlohn zusammengebrochen. Das verkündete mir vor Stolz protzendem Ton diese Frau Nahles. Und all die Sozialdemokraten, Linksparteigänger, Links-Kabarettisten und andere Sympathisanten werden ihr frenetisch Beifall spenden – und noch mehr Mindestlohn fordern.

Das Dumme an der Sache ist: Diese Frau Nahles hat recht. Denn "im Großen" ist nichts passiert. Aber das spielt gar keine Rolle für die kleinen Gewerbetreibenden, vor allem für jene im Osten. Die hatten nämlich nur zwei Alternativen: Die Produkte erheblich (bis zu 20 Prozent) zu verteuern oder Personal einsparen. Die etwas größeren Betriebe, die aber immer noch zum Mittelstand gehören, haben kurzerhand ein paar Filialen geschlossen. Das schadet nur der Versorgung von kleinen Dörfern und Städten – doch was geht denn das die SPD in Berlin an? Die sitzen mit den Großkopfeten von Gewerkschaft und Wirtschaft an einem Tisch. Mit Leuten, die wussten, dass der Mindestlohn für ihren Bereich kaum relevant war und ist.

Das Schlimmste daran ist aber die im deutschen Fernsehen geäußerte (und selbstverständlich als „wahr“ angenommene) Behauptung, dass Unternehmen aus Profitstreben beim Mindestlohn tricksen würden – und nicht etwa, weil sie unter dem Gesichtspunkt der neuen Personalkosten keine gesunde Kalkulationsgrundlage mehr hatten.

Ja, ja, der Mindestlohn gehört zu Deutschland – und dies offenbar, weil die Gewerkschaftler jetzt feixen und die ohnehin satten Unternehmer müde lächeln – und weil das Volk schnell vergisst. Und wohl auch, weil die scharf kalkulierenden kleinen Händler, Bäcker, Metzger, Gastronomen und Dienstleister von den Linksideologen als Kasper angesehen werden.

Nein, flächendeckende negative Folgen hatte der Mindestlohn nicht. Es gab nur Kollateralschäden, überwiegend im Osten. Danke, SPD.

Erinnerungen an Helmut Schmidt

Es war einmal ein Hamburger Senator, der … nein, es ist nicht die Zeit für Märchen. Zum ersten Mal hörte ich von diesem Mann während der Flutkatastrophe in Hamburg. Als Norddeutscher, Hanseat und gebürtiger Bremer mag ich Menschen, die sich am Machbaren orientieren, klare und logisch nachvollziehbare Entscheidungen fällen und sich dann bescheiden zurücknehmen.

Das war also das erste Mal, dass mir der Senator aus Hamburg auffiel. Für mich hat nie eine Rolle gespielt, dass Helmut Schmidt SPD-Mitglied war – ich habe die Person gesehen, und den späteren Bundeskanzler bewundert, der so ganz anders war als der Moralist Brandt oder gar die schrecklichen Menschen, die zuvor Bundeskanzler waren. Adenauer, der ultrakonservative rheinische Katholik schien mir wie aus einer anderen Welt zu sein, Erhard war schrecklich farblos und unsicher, und Kurt Georg Kiesinger so unbedeutend, dass man sich kaum noch an ihn erinnert.

Da regierte er also mit den Freunden aus der liberalen Demokratie, und er macht das ausgezeichnet. Ich hörte in dieser Zeit oft seine Redebeiträge im Bundestag, die meist geschliffen klangen und scharf auf den Punkt kamen. Diese Art, sich zu artikulieren, hatte und hat Seltenheitswert – nicht nur im Parlament. Ob Helmut Schmidt im Jahr 1982 selber die Nase voll hatte vom Regieren gegen die eigene Partei? Man weiß es nicht genau. Tatsache ist aber, dass ihm die FDP in den Rücken fiel. Wenn jemand einem Hanseaten in den Rücken fällt, ist dies ein Vertrauensbruch besonderer Art – man mag manches tun, was ein Hanseat stoisch verzeiht – aber einen Vertrauensbruch nicht.

Ich war am 1. Oktober 1982 im Büro, wo man erstaunlicherweise Fernseher aufgestellt hatte, um die mögliche Abwahl von Helmut Schmidt zu sehen, und für mich brach damit zunächst eine Welt zusammen. Jetzt sollte dieser CDU-Emporkömmling Helmut Kohl, „Birne“ genannt, die Regierung führen?

Sie alle wissen, wie das konstruktive Misstrauensvotum ausging. Das konservative Deutschland jubelte, und schon am nächsten Tag wurden reißerische Plakate aufgehängt: „Jetzt lohnt Leistung wieder." Ein schrecklicher, dummdreister Spruch, der ganz der Verblendung der CDU-Mitglieder damals entsprach. Die alte Clique war wieder an der Macht – so dachte ich jedenfalls damals.

1982 ist lange her – seit über 30 Jahren. Ich in darüber alt geworden, und sowohl die SPD wie auch die Freie Demokratische Partei sind nicht mehr das, was sie damals waren. Die CDU allerdings auch nicht.

Was mich wirklich wurmt, sind diese aalglatten Figuren in der heutigen Politik, die oberflächliche, oft verlogene Reden schwingen. Und dann denke ich: Wann wird es wieder einen so aufrechten, pragmatischen und klugen Menschen geben wie diesen Helmut Schmidt, der nun verstorben ist.

Und manchem jungen Politiker, der jetzt irgendetwas vom Blatt abliest, wenn er nun über den Staatsmann Schmidt spricht, würde ich raten, sein Gehirn einmal auf Hohlräume untersuchen zu lassen.

Hannelore Kraft – am Ende ihrer Kraft ein falsche Signal

Was Hannelore Kraft will, weiß inzwischen nur noch sie selbst – und was die SPD will, bleibt auch ein Rätsel. Aus der strahlenden Siegerin wurde mittlerweile die typische SPD-Verliererin, für die gegenwärtig niemand mehr einen Pfifferling gibt.

Dennoch viel sie regieren, die Frau Krafft. An Ende ihrer Kraft beabsichtigt sie , mit der SPD und den Grünen einer Minderheitsregierung zu bilden, die klammheimlich auf die Stimmen der Linkspartei hofft – eine Schande für Nordrhein-Westfalen.

Man wünscht jedem Politiker Glück, den das Volk gewählt hat – aber Frau Krafft gibt nun die Ypsilanti. Aller Voraussicht nach wird ihr bei einer Minderheitenregierung das Schicksal von Frau Ypsilanti nicht erspart bleiben, und das wäre auch gut so. Sollte es Frau Krafft im Fall einer immerhin noch möglichen Neuwahl dennoch schaffen, die Mehrheit nur mithilfe der Grünen zu erlangen – bitte, das wäre doch was. Aber was jetzt passiert, verdient nur einen Namen: Murks.