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ihre worte - neu geschrieben
  Gebhard Roese - Ihr Texter, Schriftsteller und Journalist.
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I scream – Ice Cream

Würde ich mich noch sehr für den britischen Jazz der 1950er Jahre Interessieren, hätte ich sicher nicht überlesen, wie „Ice Cream“ in Barbers Repertoire kam. Im Original war es eine lustige Schnulze, die in den 1920er Jahren geschaffen wurde und die sich um das Wortspiel „Ice Cream“ und „I scream“ drehte. Autoren sollen Howard Johnson, Billy Moll, and Robert King gewesen sein.

Das Lied war so gut wie vergessen, als der gegen 1940 wiederentdeckte Posaunist Jim Robinson den Titel im Rahmen des „New Orleans Revivals“ wieder einspielte – obgleich er mit „New Orleans Jazz“ oder „Dixieland“ nicht da geringste zu tun hatte. Er wurde dennoch zum Erfolg und Markenzeichen des Posaunisten. Von hier führ der Weg relativ gradlinig zum britischen Bandleader Chris Barber, ebenfalls Posaunist, der daraus nicht nur einen Hit machte, sondern auch das Markenzeichen seiner eignen Band. Barber, der als Posaunist unumstritten war, wurde von der peniblen deutschen Jazzkritik der damaligen Zeit als einer der „drei bösen B“ (neben Papa Bue und Acker Bilk) diskreditiert. Unter anderem, weil alle drei große wirtschaftliche Erfolge hatten und sie deshalb den beckmesserischen Kritikern nicht als seriös genug erschienen.

Geschichte: von der strengen Erzieherin zur Domina

Für ein seriöses Projekt im Frühjahr 2016 suche ich Materialien aller Art, die sich mit dem Thema der „strengen Erzieherin“ beschäftigen, die heute zumeist als „Domina“ bezeichnet wird. Dabei suche ich insbesondere:

1. Foto-Dokumente, auch private (zum Beispiel aus Dachbodenfunden), auch Fotos aller Art aus alten Zeiten, sowie Kunstwerke und Zeichnungen.

2. Zeitungsartikel über einschlägige Aktivitäten.

3. Zeitungsanzeigen mit verschleiernden Bezeichnungen („reife, blonde Englischlehrerin“, „strenge Erzieherin“ und dergleichen).

4. Bücher und Schriften aus alter Zeit zum Thema.

Obgleich auch Materialien aus jüngerer Zeit von Interesse sind, wenn sie uneingeschränkt veröffentlich werden können, suche ich im Grunde hauptsächlich Dokumente aus folgenden Epochen:

1. 19. Jahrhundert, insbesondere gegen Ende.
2. 1920er, 1930er Jahre.
3. 1940er insbesondere Underground- und Privatfotos.
4. 1950er, 1960er Jahre.

Das Projekt ist nicht kommerziell. „Goldgräber“ muss ich also enttäuschen. Für alle Hinweise bin ich selbstverständlich dankbar.

Welt der vergangenen Illusionen: High Fidelity

Ich würde Ihnen sehr gerne ein Bild dessen vermitteln, was sich gegen 1959 und später in Deutschland als „High Fidelity“ präsentierte, aber es ist kaum mehr möglich, weil man sich heute kaum noch vorstellen kann, wie das „gute alte Dampfradio“ klang, das in besseren Modellen sogar „3-D-Klang“ versprach.

Gegenüber diesen Nussbaum-Natur-Monstern und den mit ihnen verwandten scheppernden Musiktruhen war alles irgendwie besser – selbst der zischelnde und nervtötende Taunussound, der bald zum viel bejubelten „glasklaren, transparenten Klang“ avancierte. Damals ging ein typisches Verkaufsgespräch zwischen einem Konzertbesucher klassischer Konzerte und einem Radiofritzen, der niemals ein solches Konzert besuchte, so:

Käufer: „Finden Sie nicht, dass die Höhen überbetont präsent sind?“

Verkäufer: „Den Eindruck haben wir heute alle, weil wir noch den Klang der alten Radios gewohnt sind – das hat unser Gehör vermutlich fehlgeleitet.“

Käufer: „Aber die Mittellagen klingen absolut unnatürlich, hören Sie doch mal auf die Bratschen und Celli.“

Verkäufer (weiß nicht, was Celli oder Bratschen sind): „Ich schalte Ihnen mal auf den Elektrostaten um, bei dem sind die Mittellagen differenzierter.“

Käufer: „Das haben Sie recht, jetzt kommen die Bratschen schön – aber was ist mit den Bässen? Sie sollten doch auch körperlich spürbar sein, aber ich höre sie kaum?“

Verkäufer (Verlegen): „Das mag an dem Vorführraum liegen – wollen Sie die Anlage nicht einmal bei sich zu Hause erproben?“

Illusion Symphonieorchester im Wohnzimmer

Es war eine Welt, in der sich wenige redlich bemühten, die Wahrheit über den wirklich guten Klang herauszufinden. Als ich vor Jahren einmal sagte, ein großes Symphonieorchester sei niemals in der Lage, in einer 20-Quadratmeterr-Wohnung aufzutreten, und der in der Wohnung entstehende Klang sei allemal ein Abklatsch der Wirklichkeit, wurde ich verlacht. Man wollte die Illusion aufrechterhalten, dass der Hörraum gar keine Rolle spiele. Man wollte verkaufen, und zwar alles, was teuer war.

Die "geilsten" Technikkisten waren einfach nur teuer

Ich kann mich gut daran erinnern, als das Haus TEAC erstmals Geräte zu einem Schnäppchenpreis baute, die an zehn Mal so teure Geräte heranreichten. Damals war die Hi-Fi-Euphorie bereits auf dem absteigenden Ast – und dies mit Recht. Denn der Kunde, den ich beschrieb, war nicht eben typisch für die Szenerie, sondern der Kunde, der mit der schicksten, geilsten und teuersten Technikkiste prahlen wollte.

Geld zerschreddern mit Hi-Fi

High Fidelity war einmal ein hervorragender Weg, Geld zu zerschreddern – und das taten die neureichen Bürger mit Geltungsdrang zur Genüge. Übrigens war ich einer der Ersten, der so etwas zu Hause hatte, und ich habe selbstverständlich zu Anfang auch Geld daran vergeudet. Bis ich einsehen musst, dass die hochgelobten „Spitzenlautsprecherboxen“ in Wahrheit teure Möbelstücke mit schwachem Inhalt waren – aber damals hatten die Engländer gerade ihr neuen Wunderboxen entwickelt. Sie nahmen nur ein Zehntel des Raums ein und konkurrierten munter mit den teuren Möbelstücken aus Deutschland und den USA – ich hatte sie übrigens fast 20 Jahre in Betrieb.

Keine Ahnung von Musik und Physik - Illusion High Fidelity

High Fidelity hatte alles, was man für eine Illusion benötigt: Am besten war es, keine Ahnung von Musik, Physik oder gar speziell von Akustik zu haben, aber den Platz, um in der eigenen Villa zwei „Riesenoschis“ von Lautsprechern aufzustellen – vom dazu gehörenden Konto einmal ganz zu schweigen.