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ihre worte - neu geschrieben
  Gebhard Roese - Ihr Texter, Schriftsteller und Journalist.
  Mobil 016093095395.

Der liberale Staat muss bleiben

Liberal zu sein schützt auch die Demokratie
Heute will ich Ihnen nur dies schreiben: Ich bin noch da, habe meine Ohren an den Graswurzeln, und meine Augen sind scharf auf diejenigen gerichtet, die den Liberalismus zerstören wollen.

Derzeit gibt es massive Angriffe von Links und Rechts auf den liberalen Staat, die liberale Wirtschaft und das freie, ungebundene Denken außerhalb von Schuhschachteln mit Etiketten drauf. Und ich hoffe, ich darf Sie heute auffordern, die Idee der liberalen Republik weiterhin zu unterstützen.

Nostalgie ist absolut unangebracht – was wir benötigen, ist der mutige Blick nach vorne. Auf dem Weg in die Zukunft hilft uns keine AfD und keine Linke, sondern nur der Mut, ohne Vorbehalte zum demokratischen, liberalen und sozialen Staat zu stehen. Und den bekommen wir ohne das Geschnatter von links und rechts viel besser hin, auch wenn es bisweilen nicht so zu sein scheint.

Danke, dass Sie dies gelesen haben.

Ich bin auch auf sehpferd.de

Bundesregierung verstört Bevölkerung: Aktion Eichhörnchen 2016

Adenauer war Kanzler und Heinrich Lübke Ernährungsminister, als die deutsche Bundesregierung ihr Volk zum Anlegen eines Notvorrats überreden wollte. Dieser „Krisenvorrat“ war nach Meinung der Beamten wichtig, um die Zeit zu überbrücken, der der Staat benötigt, um eine „organisierte Verteilung“ (Rationierung) ins Leben zu rufen. Das Volk indessen nahm die Mahnung nicht an: schrecklich schmeckendes Büchsenfleisch der Einfuhr- und Vorratsstelle, das regelmäßig wegen Überalterung ausgetauscht werden musste? Nein, danke. Und dann versuchte man es mit „niedlicher“ Angstpropaganda: Das Eichhörnchen hoppelte nun überall herum und schrie: „Denke dran, schaff Vorrat an.“

Die ZEIT schrieb damals:

Der propagandistische Aufwand für die staatliche Erziehungsmission verdient jedenfalls Beachtung. Jährlich werden, damit sich in der Bevölkerung das Eichhörnchen-Bewußtsein ausbilde, 1,2 bis 1,5 Millionen Mark ausgegeben.


Der Staat ließ freilich nicht locker: Ein gewisser Hüttebräuker, Staatssekretär, sagte anno 1964 der Presse, die Wiederaufnahme der Eichörnchen-Dröhnererei seitens des Staates, „stehe in keinem unmittelbaren Zusammenhang mit den alarmierenden Vorgängen in der Welt.“ Die Lage war damals vergleichsweise harmlos, wenn man einmal von der Dauerbedrohung „… wenn der Russe kommt“ mal absieht. An die hatte man sich damals gewöhnt. Dass ganz Deutschland, Ost wie West, wir, in diesem Fall zum kalkulierten Todesacker Europas seitens unserer „Freunde“ bestimmt war, ahnten damals viele, sagten aber nur wenige. Da hätte auch das Eichhörnchen nichts mehr genützt.

Wenn der Hafer sticht ... Beamte, Parlament, Regierung?

Irgendwie muss selbst die Volksvertretung mal wieder der Hafer gestochen haben. Und der Regierung wird voraussichtlich gut passen, wenn sie demnächst verkünden darf, dass zwar kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen "den alarmierenden Vorgängen in der Welt" und der neuerlichen Eichhönchen-Aktion bestehe, man aber das Wohl des Volkes vorausschauend im Kopf haben müsse, falls dies doch der Fall sei. So verunsichert man das Volk.

Zugleich wird die Diskussion um Vorräte an Wasser, Mehl und Konserven davon ablenken, dass der Kanzlerin und der Regierung derzeit Konzepte für fast alles fehlen. Obgleich jeder in Berlin weiß: die neuerliche Beschäftigung mit dem Eichhörnchen ist nichts weiter als eines dieser langwierigen, nahezu sinnlosen Konzeptionen, wie sie sich Beamte ausdenken, für die der bedrohliche „Krisenfall“ so fremd ist wie für alle anderen Deutschen auch.

Immerhin ist der Neo-Eichörnchen-Vorrat nun „individuell“ anzulegen, und zwar für 10 Tage. Ob wir noch erfahren werden, welcher Krisenfall gemeint ist? Im Moment jedenfalls sorgt die Regierung vor allem wieder dafür, dass man sich an Nebenschauplätzen der Politik ereifert. Und dafür, dass die Schwätzer an den Stammtischen und die Labervögel an den Würstchenständen sich mal wieder den Mund fusselig reden können. Denn übers Fressen und Saufen, da kann schließlich jeder reden. Möglicherweise muss man dann im Osten auch wieder nach Banane anstehen.

Siehe auch: FAZ.

Butter bei die Fisch, Angela Merkel

Es wird Zeit, in der Politik Tacheles zu reden – und genau das erwarten die Bürger von Angela Merkel. Doch das tut sie nicht, und mit jedem Tag, an dem sie schweigt und das Schiff Deutschland eine ungewisse Zukunft treiben lässt, umso mehr werden die Bürger wütend.

Sicher, die meisten Bürger, die sich jetzt gegen Angela Merkel wenden, haben die Nase voll von ihrer Nicht-Flüchtlingspolitik, sagen aber, sie wären gegen ihre Flüchtlingspolitik. Das ist nicht sehr klug, aber auch nicht zu vermeiden. Wo keine erkennbare Politik betrieben wird, entstehen Hohlräume, die schnell von rechten Fanatikern gefüllt werden. Niemand kann, sagen wir einmal, eine Finanzpolitik machen, wenn der Finanzminister planlos handelt, und siehe – der Finanzminister handelt sehr planvoll. Aber Frau Merkel behauptet, eine Flüchtlingspolitik aus dem Hut zaubern zu können, indem sie „Simsalabim“ sagt oder „wir schaffen das“ – das ist ein Bluff.

Wer dieser Ansicht ist, ist nicht rechts und nicht links und nicht bös und nicht gut: Er fordert nur ein, was dem Bürger zusteht. Und das ist sehr einfach: die gewählten Parlamentarier, Minister oder nicht zuletzt die Kanzlerin müssen Kompetenz zeigen und Verantwortung für ihr Tun übernehmen.

Gerade hat sich FDP-Chef Lindner geäußert – und er hat, wie so viele vor ihm, absolut recht: Politik braucht keine Illusionen, und Bürgern darf kein Sand in die Augen gestreut werden. Die Frage, wie sich der Zustrom von Flüchtlingen auswirkt, was sie also kurz-, lang- und mittelfristig für unser Land bedeuten, ist ungeklärt. Sie zu klären und dabei den Verstand zu gebrauchen, statt mit edlen Motiven und einfältigen Sprüchen um sich zu werfen – das wird erwartet. Also: Butter bei die Fisch (1), Angela Merkel. Falls es nicht schon zu spät ist.

(1) "Butter bei die Fisch(e)" ist Mundart. Der Ausdruck besagt, dass Leute, die herumreden, endlich einmal Klartext reden sollten.