(sehpferd, 10.10.2007)Johannes B. Kerner ist ein Mann mit Courage. Er hat die unbelehrbare Eva Herman aus seiner Talkshow geworfen. Sie soll während eines Gesprächs gesagt haben (Quelle:
SPIEGEL):
„Wenn man nicht über Familienwerte der Nazis reden dürfe, könne man auch nicht über die Autobahnen sprechen, die damals gebaut wurden.“
Wer etwas älter als diese Frau Herman ist, wird wissen, wie die frühe Nachkriegsgeneration, also die heute über 60-Jährigen, gegen die verbliebene Nazi-Ideologie der 50er und 60er Jahre kämpfen musste. Die Argumente waren immer dieselben – j
a, aber die Nazis vertraten viele gute bürgerliche Werte, ja, aber die Nazis bauten die Autobahnen, ja, Hitler hatte in diesem oder jenem Punkt recht und vor allem: Ja, hätte das Deutsche Reich den Krieg gewonnen, dann …
Mit Verlaub: Wer diese Art von Diskussion noch hat führen müssen, weil die ewig Gestrigen noch überall herumwieselten, sogar in der westdeutschen Lehrerschaft – der hat schon damals gelernt, die Einstellungen von Frau Herman richtig zu bewerten.
Frau Herman wird sich wohl in den nächsten Tagen erneut darüber auslassen, dass ihr die Meinungsfreiheit beschnitten wird – und damit dies klar wird: Niemand hindert sie, eine andere Familienpolitik zu vertreten als die Masse der Deutschen – im Gegenteil, sie darf dies sogar in den Büchern tun, die ja von einem großen Publikum verschlungen werden.
Sollte man sich jetzt auf Frau Herman konzentrieren? Nein – es ist viel interessanter, sich mit jenen auseinanderzusetzen, die sie bejubeln – und dazu kann ich Ihnen sagen, es wird sehr, sehr interessant werden, welche Koalitionen sich dabei bilden.