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ihre worte - neu geschrieben
  Gebhard Roese - Ihr Texter, Schriftsteller und Journalist.
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Deutschland - das Rechthaberland ohne Kraft

„Deutschland will ein Europa à la carte allemande, das nicht zu haben ist“, schreibt ZEIT-Kolumnist Dr. Jochen Thies. Ich teile seine Meinungen zur Außenpolitik nicht vollständig – aber in diesem Punkt hat er recht: Deutschland ist derzeit richtig besoffen von Deutschtümelei: Alles muss Deutsch sein, nur Deutsche haben recht, mediterrane Länder können gar nicht recht haben, weil sie angeblich Schuldenmacher sind, die nordischen Länder haben sind sowieso unter der Würde eines Deutschen, und Frankreich ist für Deutsche zu einer Nebensächlichkeit verkommen. Osteuropa? Für viele Deutsche ist Rumänien immer noch „Ostblock“, und Bukarest liegt in Ungarn – lediglich Polen nimmt man dann und wann sehr ernst – eher eine merkwürdige Tatsache, denn Osteuropa ist bei Weitem mehr als Polen, und viele Länder liegen zentraler als Deutschlands östlicher Nachbar.

Europäische Visionen? Doch nicht mit einer visionslosen Frau wie Angela Merkel, doch nicht mit einem selbstgefälligen Außenminister wie Guido Westerwelle und schon gar nicht mit einer volkstümelnden CSU.

Eigentlich ist es so: Die deutschen Medien, die Parteien und nicht zuletzt die Regierung müssen viel mehr an das europäische Inland denken, ja, an unser gemeinsames Erbe Europa. Sicher ist Deutschland wichtig, natürlich spielt die Nation eine Rolle und das Volk, das darin lebt. Aber Deutschland sollte eigentlich eine Führungsrolle in und für Europa spielen, gemeinsam mit Frankreich und England, und dieser Führungsrolle sollte wahrhaftig visionär und europäisch sein. Das wäre mal ein Anfang, denn auch die USA und andere Mächte benötigen klare Signale aus Europa und nicht das Gewäsch, das gegenwärtig aus dem Mund deutscher Politiker quillt.

Visionäres Deutschland? Da kann ich wirklich nur lachen. Egal, was die Regierung heute beschließt, es wird der gleiche Murks sein wie schon zuvor: CDU, CSU und FDP haben versagt, und sie können dieses Versagen nicht einmal mehr kaschieren. Es ist zu offenkundig, dass die Berliner Koalition untragbar für Deutschland geworden ist. Nein, ich bin kein ausdrücklicher Freund von Herrn Gauck, aber auch nicht sein Feind. Sollte er Bundespräsident werden, dann wird möglicherweise tatsächlich ein Aufatmen durch Deutschland gehen – und die Regierung Merkel-Westerwelle hätte endgültig ausgespielt. Nicht, dass ich mich darüber freuen würde, weil das Duo Merkel-Westerwelle bereits viel zu viel Zeit verspielt hat und ein neues Team sich ja auch erst einmal einarbeiten müsste. Aber ein klarer Schnitt in der Politik, ein wirklicher Aufbruch nach vorne wäre das, was wir jetzt und hier brauchen würden. Vielleicht geschieht das Wunder ja noch am 30. Juni.

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