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Kandidat Christian Wulff und die anderen

Christian Wulff, der derzeitige Ministerpräsident des Bundeslandes Niedersachsen, ist ein Mann, dem man durchaus noch ein anderes Amt zugetraut hätte: das des Kanzlers. Das aber ist besetzt vorn einer schwächelnden Bundeskanzlerin, die gar nichts Besseres tun konnte, als einen Rivalen für das höchste Staatsamt vorzuschlagen: Christian Wulff soll Bundespräsident werden, und wenn nicht noch etwas dazwischenkommt, dann wird er es auch.

Keine Frage: Ich hätte mir diesen Mann als Bundeskanzler gewünscht, nicht als Bundespräsident - doch das war wohl eine der typischen Fragen im merkelschen Machtkalkül: Wenn man Presseberichten glauben darf, gab es vom ersten Tag an keine Alternative, es sei denn, Wulff hätte abgelehnt. Hat er aber nicht.

Sollet Wulff Bundespräsident werden, hätte bestenfalls die katholische Kirche und die Gutmenschenschaft ein Problem: Der Katholik Wulff ist geschieden und heiratete 2008 seine zweite Ehefrau, die jetzt 36-jährige evangelisch getaufte Bettina Wulff, die nun voraussichtlich die „First Lady“ des Staates wird. Das mag ihrer Funktion eine neue, jugendliche Frische geben.

Das Nachsehen hatte die als Kandidatin gehandelte Ex-Familienministerin und heutige Arbeits-und Sozialministerin Ursula von der Leyen, die ebenfalls Bezüge zu Niedersachsen hat: Sie ist die Tochter des ehemaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht. Sie war vor allem in den linkslastigen Blogs und Internet-Foren zuvor veralbert worden. Üblicherweise wird sie dort als „Zensursula“ und „Mutter der Nation“ diffamiert. Gegen Frau von der Leyen sprach allerdings, dass sie sich beim sogenannten Zugangserschwerungsgesetz politisch und rechtlich vergaloppiert hatte. Sie war zudem als Familienministerin erfolglos, was allerdings nicht ihr anzurechnen war, sondern der Halbherzigkeit ihrer Partei, der CDU.

Es dürfte gar keine Frage sein, dass Christian Wulff eine gute Wahl wäre. Wenngleich er eher konservativ wirkt, ist er doch ein Beispiel für einen modernen Familienmenschen: Geschieden und mit Patchworkfamilie dürfte er eher ein Vorbild sein als das Schema „von der Leyen“.

Der Gegenkandidat ist kaum gefragt - der ehemalige Stasiakten-Beauftragte Joachim Gauck, gemeinsamer Kandidat von SPD und Grünen, wird zwar von einem gewissen Teil der Presse durchaus goutiert, ist aber die eindeutig schlechtere Wahl, denn wer möchte schon, dass ein Staat von einem evangelischen Pfarrer repräsentiert wird, selbst wenn dieser in der Vergangenheit Großes für Deutschland geleistet hat? Zudem ist Gauck mittlerweile 70 Jahre alt, was nicht gegen in spricht – aber das Volk wünscht sich dringend eine Verjüngung der Politik, selbst an der Spitze. Immerhin hat die Nominierung von Gauck einen Vorteil: Die Linkspartei hatte mal wieder Gelegenheit, ihr wahres Gesicht zu zeigen: Sie will Gauck nicht unterstützen – angeblich, weil sie sich nicht bevormunden lassen will. Der wahre Grund dürfte allerdings in ihrer Ideologie liegen: Ein aufrechter Mann wie Gauck, der gegen der sich gegen das SED-Regime auflehnte, passt offenbar immer noch nicht in das Konzept der Partei, die aus den Resten der SED hervorgegangen ist. Zum besseren Verständnis: Die Partei nannte sich zunächst „SED-PDS“, später PDS und heute (nach Verschmelzung mit der westdeutschen WASG „Die Linke“).

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