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ihre worte - neu geschrieben
  Gebhard Roese - Ihr Texter, Schriftsteller und Journalist.
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Macht Schluss mit der Hartz-IV-Debatte!

Der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband legt eine Modellrechnung vor, dass Arbeit lohnen würde, und er versucht damit, den „Bund der Steuerzahler“ zu widerlegen.

Das alles hat offenbar viel Geld, Schweiß und Gehirnschmalz gekostet – doch darf man nicht erwarten, dass entweder das Eine oder das Andere den deutschen Bürger irgendwie juckt. Es ist zudem ein Akt neuer Rechthaberei und ein weiterer Beitrag zum Gerechtigkeitswahn des deutschen Volkes, aber beides hat keinerlei praktische Konsequenzen.

Auch die Diskussion um Hartz IV ist total absurd, und zwar von allen Seiten. Wenn eine junge Serviererin 900 Euro netto nach Hause trägt, dann muss sie davon leben können, selbst wenn ein deutscher Fernsehsender auf diesem „geringen“ Lohn herumreitet – eine ältere Serviererin mit Kind kann davon allerdings nicht leben, doch hat beides recht wenig mit dem Lohn zu tun, denn schließlich ist „Lohn“ gleichbedeutend mit „Kosten“, und die Kosten zahlt der Konsument – in diesem Fall der Gast für sein Bier.

Ähnlich ist es mit dem ständig in den Brabbelmündern befindlichen Friseur und dem Mindestlohn, den er verdienen soll. Ein Mindestlohn von 10 Euro, wie von der Linkspartei mehrfach gefordert, würde die Existenzen vieler kleiner Friseursalons vernichten – und es Hartz-IV-Empfängern nun schon gar nicht mehr ermöglichen, zum Friseur zu gehen, genau wie den vielen anderen „kleinen Leuten“, die man ja als Linkspartei gerne ködern würde. Überhaupt: Mindestlöhne treffen die kleinen Gewerbetreibenden, die kleinen Leute, das gewöhnliche Volk: Wenn gerade kleine Dienstleistungen teuer werden, machen die Menschen eben selber, was sie zuvor in Auftrag gegeben hätten. Auch ohne Mindestlohn sind – darüber dürfte Einigkeit herrschen – kleine Dienstleistungen in Deutschland viel zu teuer.

Noch eines sollte man bedenken – von der FDP bis zur Linkspartei: Brabbeln bringt keinen Lohn und keine Arbeitsplätze. Deutschland ist von einer Industrienation, in der Hans und Franz jederzeit auch ohne Ausbildung eine gut bezahlte Handlangertätigkeit fanden, zu seinem Hochtechnologieland mit anspruchsvollen Jobs geworden. Es ist abzusehen, dass dieser Trend eher noch zunimmt, denn jede beliebige Zukunftstechnologie beruht auf der Kraft des Geistes.

So wird man sich daran gewöhnen müssen, dass es Jobs gibt, die wenig Geld bringen, aber auch wenig Ausbildung verlangen, und dass insbesondere in „Mädchenberufen“ wie der Friseurin, in der ein Überangebot an Berufsinteressentinnen herrscht, wenig Lohn gezahlt wird.

Mit Kopfschütteln betrachten – und dies sehr zu Recht – vor allem die kleinen Selbstständigen ohne Mitarbeiter die Diskussion: Wer 10 Euro netto pro Stunde mit vollständiger privater sozialer Absicherung verdienen will, muss unglaublich hart und vor allem viel länger arbeiten als jeder Metallarbeiter. Es ist eben viel einfacher, als Gewerkschaftler Mindestlöhne zu fordern wie als Webdesigner eine ausreichende Kranken- und Altersversorgung zu bezahlen.

Die einzige Lösung derzeit: um Himmels willen keine neuen Hartz-IV-Debatten, und zwar von keiner Seite und auch nicht im Fernsehen. Das ist alles billige Effekthascherei ohne jegliche Konsequenz.

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