(sehpferd, 02.10.2007) Zwei Mal die „Frau vom Checkpoint Charly“ – einmal als Spielfilm, dann als Dokumentation. Da sollte die Frage erlaubt sein: Wem bitte, nützt dies alles?
Geschildert wird ein sehr individuelles Schicksal: Eine Frau flüchtet unter sehr spektakulären Umständen mit ihren Kindern aus der damaligen DDR. Sie wird verraten, gefasst und nach DDR-Unrecht ins Gefängnis gesteckt. Der Vater bekommt das Sorgerecht für die Kinder – und behält es auch, als die Mutter von der damaligen Bundesregierung freigekauft wird.
Die Mutter will diesen Umstand nicht einsehen: Sie kämpft mutig und abermals äußerst spektakulär um ihre Kinder, mit denen sie schließlich – kurz vor der Wende – wieder vereint wird.
Eine ergreifende persönliche Geschichte – ohne jeden Zweifel. Eine Geschichte freilich, die ihm Spielfilm noch weitaus spektakulärer wirkt, den mit den Fakten nahm man es nicht so genau. Die Dokumentation ist um vieles ergreifender, weil realistischer – und gleichwohl ernüchternd, wenn man zuvor den Film gesehen hat.
Bleibt die Frage – wem nützt so etwas? Die Ex-DDR-Geschichte wurde niemals wirklich aufbereitet – und die Schuld der Denunzianten niemals wirklich geklärt. Im Osten sitzt die PDS, jetzt als „Linkspartei“ weißgewaschen, fest im Sattel – und selbst im Deutschen Bundestag ist sie vertreten.
Wen also nützt der Film? Niemanden. Die Opfer in den Vordergrund zu zerren und die Täter im Hintergrund zu lassen, ist keine Aufbereitung der Vergangenheit. Wenn ich es richtig sehe, wird es sie nie mehr geben. Hoffen wir, dass sich die Täter und Denunzianten inzwischen wenigstens schämen.
Eine lebhafte Diskussion auf
RP.