Wenn Softwareentwickler von „KI“ sprechen, also „künstlicher Intelligenz“, dann ist meist so etwas wie künstliche Blödheit gemeint. Besonders hellhörig sollte man aber werden, wenn von
Sex und künstlicher Intelligenz die Rede ist.
Das neueste Produkt, das mit genügend künstlicher Blödheit ausgestattet ist, um aufsehen zu erregen, heißt „Roxxxy“ und ist nichts weiter als eine Sexpuppe, die zusätzlich dumm herumplappern kann. Dass man ihr
angeblich fünf „Rollen“ oder „Charaktere“ mitgegeben hat und weitere frei programmierbar sind, trifft zu – wenn man die Dialoge auf das beschränkt, was man von Blechidioten erwarten kann.
Ich schreibe Ihnen dies nur wahrlich nicht im Sinne einer Anti-Computer-Kampagne. Ich war selber lange genug in der IT-Branche (etwa 20 Jahre, falls Sie es wirklich wissen wollen) und habe mich auch mit KI beschäftigt. Was in der Labermaschine Roxxxy wirklich steckt (außer Öffnungen für den Penis) ahnt jeder Programmierer, der die bisher bekannt gewordenen Dialoge verfolgt:
Eliza lässt grüßen. Die „Intelligenz“ der Maschine besteht darin, englischsprachige Sätze umzuformulieren und über ein einfaches Schema ausgewählter Schlüsselwörter Sätze wiederzugeben, die dem gewählten Programm (S&M, abenteuerlustig, mütterlich, mädchenhaft, zurückhaltend) zuvor einprogrammiert wurden, und wenn das Programm nirgendwo sein Häkchen findet, an dem es sich festmachen kann, sagt das Püppchen eben: „Das ist nett“.
Nicht einmal die Presse war von dem neuen Labervogel sonderlich begeistert – das Sexpüppchen machte schon rein äußerlich nicht viel her, sondern wirkte im Gegenteil wie eine etwas unterbelichtete Vorstadttussi. Nachdem klar wurde, dass die viel gepriesene Sexautomatin nicht einmal über eine grundlegende Mimik verfügt (so etwas
sah man schon gelegentlich) gingen die Besucher einer US-amerikansichen Sexmesse dann auch schnell zur Tagesordnung über. Was sie sich dachten, weiß ich natürlich nicht, aber es ist möglich, dass sie mit dem Gedanken heimgingen: „Dumm labern können andere Tussen auch“. Das Publikum von Sexmessen ist eben nicht das gleiche Publikum wie das auf Hightech-Messen – und auch dort hätte Roxxxy wohl ein kümmerliches Bild abgegeben.