Es gab Zeiten, zu denen man das Volk noch für dumm verkaufen konnte – doch heute glaubt der SPD niemand mehr, dass sie bis „2020 Vollbeschäftigung herstellen“ könne, wie dies der Kanzlerkandidat gerade vollmundig behauptete. Ganz ehrlich: Das liest sich wie das letzte Gefecht der SPD, bevor der Wahlkampf überhaupt losgegangen ist – das Pulver wird frühzeitig in die Luft geballert, damit es im Sommerloch knallt. Am Ende wird man keine Munition mehr haben, denn was bleibt jetzt noch? „Bitte, bitte, wählt doch noch einmal SPD?“ – Ja, auch das ging vor ein paar Jahren noch – aber da war die SPD auch noch wer.
Nun ist allerdings nicht damit zu rechnen, dass der Kandidat sein Versprechen einlösen muss: Seine Chancen noch bis 2020 Kanzler zu werden, sind bekanntlich gering – und mit den Gewerkschaften im Rücken kann man sowieso keine Vollbeschäftigung herstellen, weil man dann über der Kündigungsschutz sowie über eine deutliche Senkung der Lohnkosten und vor allem der Lohnnebenkosten nachdenken müsste. Das aber sind Tabu-Themen, von denen alle die Finger lassen, die wiedergewählt werden wollen.
Im Moment droht uns eher das Gegenteil: Bei den stolzen Mindestlöhnen, die in den Köpfen der Gewerkschafter und leider auch der Gutmenschenschaft herumspuken, wird es nicht mehr, sondern deutlich weniger Arbeitsplätze in Deutschland geben. Sollte dies der Fall sein, werden vor allem Dienstleistungen unbezahlbar werden – ein Bereich, dem eigentlich noch eine große Zukunft vorausgesagt wird.
Der deutsche Wirtschaftsminister bezeichnete die SPD-Aussage als einen „Akt der Verzweiflung“ - das ist keine Schelte von der bösen Konkurrenz, sondern schlicht die Wahrheit.