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Moral: Skandinavier verlangen „Hurenfreie Hotels“

Dass einmal den Skandinaviern die Moralinsäure ins Hirn steigen würde, hätte wohl kaum jemand gedacht – doch es gab schon immer Verdachtsmomente: Schließlich führen schwedische Abgeordnete seit Jahren eine Kampagne, die sich für ein „sauberes Skandinavien“ und gegen die Männer wendet, die ihre Liebesdienste bei Frauen erkaufen.

Nun kommen skandinavische Europaabgeordnete mit einem Vorschlag, der dem Fass den Boden ausschlägt: Das Recht jedes Menschen, einen Menschen des anderen Geschlechts auf seinem Hotelzimmer zu empfangen, mit dem er nicht verheiratet ist und mit der auch keine erste Beziehung geplant ist, soll offenbar ausgehebelt werden. Gesprochen wird zwar von Huren – aber noch müssen Europas Frauen sich nicht gefallen lassen, mit einem Brandzeichen auf der Stirn herumzulaufen, das sie als „Hure“ ausweist - aber vielleicht wollen die betroffenen Parlamentarier ja zurück ins Mittelalter, in dem Huren bestimmte Kleider tragen mussten, die sie als solche auswiesen - es sollte mich nicht wundern. Noch jednefalls gilt für jede erwachsene Frau die Annahme, das sie keine Hure ist, wenn sie einem Mann Gesellschaft leistet - gleich, ob er ihr dafür gar nichts, eine Perlenkette oder tausend Euro schenkt.

Typisch für die sich ereifernden Parlamentarier und Parlamentarierinnen – Schwedinnen führen dort offenbar wieder das große Wort – ist es, nur auf die eigene verbohrte Ideologie und nicht auf Fachleute zu hören: Was die Prostituiertenberaterin Isabelle Collot sagte, interessierte die Schwedin Charlotte Cederschiöld nicht die Bohne. Denn die Eskortdamen, die von den Herren selbst telefonisch angefordert werden, sind erstens keine gewöhnlichen Huren und zweites kann man einem Menschen im Hotel nicht verbieten, eine Dame zu Gast zu haben.

Es wäre seitens der neuen „skandinavischen Moral“ vielleicht einmal an der Zeit, sich mal an die eigene Nase zu fassen und zu schauen, was heute in Helsinki, Stockholm, Oslo und Kopenhagen an verdeckter Prostitution abläuft – irgendwie wird man den Verdacht nicht los, dass die „schwedische Moral“ eine Moral der besserwisserischen Biederfrauen ist – wenn die Huren mal von der Straße oder aus den Hotelbars verschwunden sind, gibt es keine Prostitution mehr – diese neue Scheinmoral ist – mit Verlaub – einfach lächerlich.

Details zu der initiative in der WELT.

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