(sehpferd, 18.09.2007) Durch die Emma-Brille der angeblich „bedeutenden Deutschen“, Alice Schwarzer, sind gut und böse klar getrennt: Opfer der Pornografie sind Frauen, und Männer produzieren sie – und überhaupt: Die ganze Gesellschaft ist nichts als "pornografisiert" – meint Frau Schwarzer. Eine andere Schwarz-Weiß Denkerin, Iris Radisch, hat einen anderen Feind entdeckt, den Markt: „Der Zynismus von heute macht sich aus dem Frauenhass einen Spaß, solange er dafür Abnehmer findet.“ Diskutierbar - aber so plakativ eher auf Linkspresse-Niveau, wenngleich der Artikel in der
liberalen ZEIT erschien.
Por-No, Radikalfeminismus, moralinsaure Artikel, Angriffe auf den „Neoliberalismus“ – da kann man mal zeigen, wie toll moralisch man selber ist. Ist man es wirklich? In die Herzen sieht niemand, und in die Schlafzimmer sieht man selten.
Doch während die feministischen Großmütter noch zetern und die Mütter niemals aus den Korsetts ihrer „Betroffenheit“ herauskamen, haben die Töchter längst entdeckt, dass Nacktheit, Erotik und sogar Pornografie ziemlich lustvoll sein können. Sie kümmern sich weder um Por-No noch um das, was Sexualwissenschaftler behaupten,
sondern provozieren die Öffentlichkeit lustvoll – so wie sie sich als junge Mädchen den Jungs im halb durchsichtigen Nachthemd präsentiert haben, wenn der Lehrer im Schullandheim gerade weggeguckt hat – das war schon vor 40 Jahren so.
Was neu ist? Frauen sind mutiger geworden – das sollte die Altemanzen eigentlich freuen. Noch etwas? Ja, dass die Moralisten durch das Internet jetzt auch in die Ecken spicken können, die ihnen vorher verborgen waren. Muss ja sehr interessant für sie sein, sich stundenlang damit zu beschäftigen.
Hinweise auch im
Feigenblatt.