Ich traue meinen Augen nicht: Da wagt eine gewisse
Sibylle Hamann in einem neuen Buch, wir Männer sollten endlich unsere „traditionellen Aufgaben abtreten“, uns vom „Geschlechtsklischee befreien“ und was dergleichen flotte Sprüche mehr sind – Sätze, die nur Frauen herausbringen, wenn sie ihre populistischen Phasen haben – und wenn sie dann noch, wie Frau Hamann, Journalistin sind, dann haben sie natürlich auch ein Forum.
Man kann das alles als österreichische Schmarren abtun oder eben als deutschsprachige Frauenüberheblichkeit, so nach dem Motto „jetzt darf ich endlich mal zeigen, wie großartig ich bin und den Männern eins reindrücken“.
Nur: Frauen haben lange genug darum gekämpft, dass sie alles neu definieren durften, was Frauen betrifft, haben dabei zunächst übertrieben und dann wieder zurechtgedrückt – so, dass jetzt halbwegs Gleichheit und Frieden herrschen in dem
Geschlechterkampf, der von den Kampfemanzen jahrzehntelang befeuert wurde.
Nun aber kommt diese Frau Hamann daher und tut etwas, das so ungeheuerlich ist, dass mir die Spucke wegbleibt: Sie will uns Männern die Definitionsmacht über uns selbst rauben, will uns in Gluckenmanier sagen, dass wir uns endlich emanzipieren müssten, ja: uns jetzt und hier umdefinieren müssten. Damit die Überheblichkeit dann noch das i-Tüpfelchen bekommt, will sie uns Männern auch noch sagen, was wir dadurch gewinnen, wenn wir diese Bevormundung zulassen: „neue, aufregendere, bisher unbekannte Vielfalt an Lebensentwürfen und Erfahrungen“. Danke, liebe Frau Besserwisserin – diese Erfahrungen haben wir schon – und sogar ohne eine einzige Frau dafür vorher um Rat gefragt zu haben. Wenn wir Wegweisung benötigen, können wir uns notfalls nämlich auch – an andere Männer wenden.
Frau Hamann fragt in Ihrem neuen Buch („
Weißbuch Frauen/Schwarzbuch Männer“) auch, wovor wir uns eigentlich fürchten dabei, die Gleichberechtigung „komplett zu machen“.
Nun, ich fürchte mich nicht – und hätte da gleich mal einen Vorschlag: Stoppt die Frauenforschung - und zwar sozialverträglich, sodass sie sich alle noch in Ruhe einen neuen Job suchen können. Ach, das wollten Sie hier nicht lesen? Wissen Sie, ich will auch manches nicht lesen – aber in der WELT steht es dennoch – und natürlich auch in
österreichischen Medien.