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ihre worte - neu geschrieben
  Gebhard Roese - Ihr Texter, Schriftsteller und Journalist.
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Schriftsteller – Bestimmung, Beruf oder was denn nun?

Schriftsteller wird man aus Leidenschaft – oder aus Zufall. Ich wurde Schriftsteller, weil mich Zeit meines Leben Menschen baten, für sie etwas zu schreiben, zu texten, umzuformulieren oder zu korrigieren. Dennoch wäre mir nicht einmal im Traum eingefallen, Schriftsteller zu werden, wenn es da nicht diese Softwareunternehmen gegeben hätte, dessen „computerchinesische“ Handbücher jeder Anwender zum Verzweifeln brachten. Mittlerweile „übersetzte“ ich nicht mehr aus dem Computerchinesischen ins Deutsche, aber das waren meine Anfänge.

Schriftsteller werden – nicht Schreibkünstler

Was benötigt man, um Schriftsteller zu werden? Deutschlehrer und andere selbst ernannte Schreibexperten, so behaupte ich, vergessen oftmals, wozu die Schrift eigentlich dient. Sie wurde erfunden, um komplexe Informationen möglichst dauerhaft zu konservieren und über große Entfernungen zu verbreiten. Schriftsteller waren (und sind) also nicht in erster Linie Künstler, sondern Umsetzer von Informationen. Sie wandlen das Wort in die Schrift, übersetzen aus der Sprache der Professoren in die Sprache des Volkes oder bemühen sich, die Gefühlswelt eines Individuums so zu umzuformen, dass sie dem Rest der Menschheit verständlich wird.

Sehen Sie, das sind die Grundlagen – und sonst gar nichts. Sich als Künstler zu fühlen, ein Berufener zu sein oder einer Bestimmung zu folgen ist nicht nötig, um zu schreiben. Das Einzige, was Sie benötigen, ist die Fähigkeit, Worte schriftlich zu übermitteln – möglichst so, dass ihre Leserinnen und Leser davon berührt werden.

Das "Brennen" muss sein - sonst schreiben Sie nichts

Ein Autor und Blogger hat sich – wie ich meine etwas zu euphorisch, aber dennoch im Kern zutreffend, über die innere Leidenschaft, also „das Brennen“ geäußert, das uns Schriftsteller antreibt (ich zitiere):

Habe den Mut dich zu trauen, egal was “die Anderen” sagen. Die Anderen wissen es eh nicht besser und wollen dir nur gedankliche Mauern verpassen, die dich davon abhalten deine Leidenschaft zu leben. Hör auf deine innere Stimme und folge deinem Herzen. Mach einfach! Lass dich nicht von Rückschlägen entmutigen, steh auf und mach weiter.


Aus meiner Sicht ist „mach einfach“ der beste Ansatz, um mit dem Schreiben zu beginnen. Doch eines will ich ergänzen, was einer meiner ersten Rhetorik-Lehrer sinngemäß sagte:

Sprich nur, wenn du etwas zu sagen weißt, wenn nicht, dann schweige.


Ich denke, genau dieser Satz fehlt in allzu vielen Ratgebern über das Schreiben:

Schreibe nur, wenn du etwas vermitteln willst – wenn nicht, dann lass das Schreiben besser sein.


Schriftsteller verlieren viele Worte

Wer schreibt, verliert buchstäblich viele Worte. Obgleich er viel zu vermitteln weiß, alles gut adressiert, wundervoll formuliert und (hoffentlich) kurz und verständlich hält, wird er möglicherweise nicht gelesen. So bleiben viele Worte ungehört, ungelesen und unbeachtet. Das ist das Risiko, das wir alle eingehen: In den Fluten des Banalen nicht beachtet zu werden.

Sehen Sie, und dazu benötigen wir „das Brennen“. Und ja, es ist wirklich schwer, jeden Tag nach dem Frühstück neue Worte zu finden, die andere möglicherweise ein wenig interessieren könnten. Dennoch: Schreiben Sie weiter, und lassen Sie sich nicht beirren.

Ich bin Gebhard Roese, und ich betreibe unter anderem das Blog „Wortwechsler“.

Die erweiterte Geschichte von Leila – Küsse mich, quäle mich


Man schrieb das Jahr 1960. Das Niveau des deutschen Schlagers konnte kaum noch schlechter werden. Das Hellberg-Duo punktetet in der Hitparade mit der Heimatschnulze „Hohe Tannen“, und auch der Rest machte in Langeweile. Frau Brühl sang die Liebesschnulze „Wir wollen niemals auseinandergehen“, Peter Alexander zählte täglich seine Sorgen, weil er sich „sehr sorgte“ und Vico Torriani gab Nachhilfeunterricht in Geo: „Kalkutta liegt am Ganges“. Freddy Quinn hatte gerade den ersten riesigen Erfolg mit dem „brennend heißen Wüstensand“, und auch später blieb er der Wüste treu: Da war er wieder, der Legionär, für den überall das Verderben lauerte.

Laila – auf gut Glück „weggefundenes“ Liedgut

Konnte es noch schlimmer kommen? Es konnte, und daran war ein singender polnischer Bergarbeiter schuld. Der hatte ein Lied drauf, dass er wohl mal „irgendwo weggefunden“ hatte – so genau wusste er das wohl selber nicht. Es hieß „Laila“ und handelte von der Sehnsucht nach der schönen Hure gleichen Namens, die in einem Freudenhaus in Algier ihren Dienst tat und offenbar darauf spezialisiert war, Männer süß und grausam zu quälen.

„Kumpel“ Majcherek - die wahre Urheberschaft wird verschwiegen

Das Lied kam über ein holländisches Label („Tivoli“) nach Deutschland. Es war weder Gesang noch Musik noch sonst irgendetwas – und es war in keiner Weise von „Kumpel“ Majcherek, der es für Philips mit den „Regento Stars“ einspielte – ein dümmliches Plagiat, mit zeitgemäßem Legionärskitsch nach dem Vorbild von Freddy Quinn angereichert.

Der Schwindel kam natürlich heraus, doch auch heute noch stehen auf manchen Webseiten die „Regento Stars“ oder eben Kumpel Majcherek als Urheber unter den Texten.
Der Skandal: Küsse mich und quäle mich

Aber all das war nichts gegen den Skandal, den eine einzige Liedzeile auslöste: „Laila, nur die eine Nacht erwähle mich, küsse mich und quäle mich“. Besonders die Springer-Presse schäumte, und auch die Moralwächter aus Kirche und Gesellschaft waren bereits hochrot angelaufen: Wie kann man die Liebe zu einer Hure besingen? Zumal in „primitiver, anstößiger Weise“, wie die BILD-Zeitung ihrer Bauarbeiterklientel ins Ohr blies.

Anklänge an Legionäre und Wüstensand

Indessen waren Anklänge an Freddy Quinn unverkennbar: Da war er wieder, der Legionär, und auch der Wüstensand, der diesmal nicht „brennend heiß“ war, sondern als „Heißer Sand der Wüste in brennender Sonne“ wieder Auferstehung feierte (1):

Stellen Sie sich vor, meine Damen und Herren,
ein Legionär lief einen ganzen Tag in die brennende Sonne
durch den heißen Sand der Wüste.


Angeblich soll der Pseudo-Autor auch noch bei Peter Igelhoff geklaut haben, bei dem es hieß:

Stellen sie sich vor, ich bin eine wilder Räuber.
Und sie gehen nachts allein im Wald.
Stellen sie sich vor, ich raub auch schöne Weiber,
Wird es Ihnen da nicht heiß und kalt?


(Musik: Peter Ingélhoff und Albert Bachrich, Text von Erich Meder (laut Label Telefunken A 1905, 1935).

Der erste Text stimmt mit meiner eigenen Erinnerung (aus einer Internet-Quelle) überein, während der gestammelte zweite Text in vermutlich absichtlich falschem Deutsch heute noch auf einer Internet-Plattform zu hören ist. Der Grund liegt offensichtlich daran, dass dieses Lied in zwei Versionen aufgenommen wurde. (Als "Laila" und als "Leila").

Die Wahrheit blieb über das Lied „Leila“ blieb lange Zeit im Dunkel – wer interessierte sich damals schon für das Liedgut der 1920 Jahre? Doch schließlich kam es an den Tag: Die Musik und ein großer Teil des Textes waren schlicht und einfach „weggefunden“ worden.

Von den Nazis ermordet: der Texter des Originals

die derby-aufnahme
Urheber der Melodie war Dol Daubler, und der Text stammte von Dr. Fritz Löhner, der sich auch Löhner-Beda oder einfach „Beda“ nannte. (Auf der Derby D.O 5560a wird „Beda“ als Texter angeben). Dr. Löhner, der auch zahllose andere Texte schrieb, wurde ein Opfer der verbrecherischen Nazi-Diktatur, die nicht nur ihn ermordete, sondern auch seine ganze Familie. Ich denke, wie können im Zusammenhang mit dem Liedgut der 1920er Jahre gar nicht oft genug daran erinnert, wie viele jüdische Künstler von den Nazis im Namen Deutschland abgeschlachtet wurden.

Es gibt eine vollständige Dokumentation des Tangos „Leila“

Eine der ältesten vollständig erhaltenen Aufnahmen des Titels „Leila“ erschien auf Derby 5560 – auf dem Label wird angegeben: Karkoff-Orchester mit Refraingesang, der nach verlässlichen Quellen vom damals bekannten Tenor Max Mensing interpretiert wurde. Daher weiß man auch, wie die „Leila“ im Original-Text wirklich klang. Das Orchester gab es wirklich – es wurde von dem Pianisten und Musikproduzenten Otto Dobrindt geleitet, der unter zahllosen Pseudonymen auftrat. In seiner Diskografie fehlt die Aufnahme von Leila wahrscheinlich, weil sie für ein Fremd-Label unter dem Pseudonym Karkoff-Orchester aufgenommen wurde. (Derby 5560, A-Seite). Die meisten Aufnahmen erscheinen zwischen 1928 und 1929 bei verschiedenen Schallplattenfirmen, unter anderem bei Vox und Parlophone. Die Informationen sind deshalb so verwirrend, weil damaligen Interpreten unter erstaunlich vielen Pseudonymen auftraten, zum Beispiel gibt es eine Aufnahme mit einem „Tango-Orchester Rodriguez Alba“ (Nummer 4-2821 beim Label „Homocord Electro“), das kaum von einem Südamerikaner aufgenommen worden sein konnte. Diese Aufnahme konnte überhaupt nur gefundene werden, weil sich auf der A-Seite das berühmtere „Ich küsse Ihre Hand, Madame“ befindet. Die meisten Informationen zum Titel Leila (oder Laila) befinden sich auf der Webseite „Musiktitel“, auf die ich hier verweise. Die älteste Aufnahme von „Leila“ mit Gesang und verbürgtem Erscheinungsdatum ist demnach die von Dajos Béla mit dem Sänger Alfred Strauß. Wenn Sie gerne24 Stunden Musik der 1920er und 1930er Jahre hören mögen, empfehle ich Ihnen Radio Dismuke (Internet).

Zurück zu den 1960ern und der Adenauerethik

Doch zurück zu den 1960er Jahren. Die Machthaber der damaligen Zeit waren ohne Zweifel demokratisch legitimiert. Die Schlager-Kultur allerdings knüpfte nicht an die Weimarer Republik an, sondern wurde als ein Gemenge aus nationalem Geist („wir tanzen wieder Polka“) und Fernweh (Seemanns- und Südseeschlager) und ein klein wenig Jazz und Blues zu schöpfen. Dabei wurde die doppelte Moral des Bürgertums mit deutsch-nationalen Ideen, „edler“ Kultur und den Moralvorstellungen der katholischen Kirche zu einer Pseudo-Ethik verknöpft, sie sich vor allem gegen „Schund und Schmutz“ wandte. Kein Wunder, dass die Textstelle „küsse mich, quäle mich“ nicht in die Köpfe und Ehebetten des Adenauerismus passte.

Heute wird mancher Zeitgenosse den Kopf darüber schütteln, wieso der gestammelte Sprechgesang über „Küsse und Qualen“ im Freudenhaus einen so großen Publikumsaufruhr hervorrufen konnte.

Der Original-Text von Leila – küsse mich, quäle mich

Da viele falsche Texte existieren, hier mal einmal richtige Text von damals:

Leila, heute Nacht muss ich Dich wiedersehn
Leila, deine schlanken dunklen Glieder sehn
Oh, Leila, für die eine Nacht erwähle mich
Küsse mich, quäle mich
Denn ich liebe Dich nur, Leila.


Die Texte der damaligen Zeit (also gegen 1928) waren fast alle auf die eine oder andere Art frivol: am bekanntesten ist wohl, wie aus dem Titel „Whispering“ in Deutschland „Lass mich dein Badewasser schlürfen“ wurde. Derartige süße Frivolitäten waren also nichts Besonderes. Erst die Moralwächter der Adenauerära und die Sensationspresse der 1960er Jahre blähten den Text der „Leila“ zum „Skandal“ auf.

Ein Nachwort: ich habe neu recherchieren müssen, weil sich meine ursprünglichen Informationen aufgrund einer falschen Quelle als unzutreffend erwiesen. Und ein Hinweis: Keiner Texte wurde aus „Textquellen“ (Lyrics) abgekupfert – bis auf die "Legionärsversion" (1) wurden alle vom Original abgehört. Vermutlich falsch interpretiert wurde von der Kritik auch der der Begriff "Frauenhaus", der (möglicherweise absichtlich) für den früher bedeutungsgleichen Begriff "Freudenhaus" stand. Es ist also anzunehmen, dass "Laila" als Hure geltend darf und nicht als Odaliske.

Quellen:
Wortwechsler über Laila/Leila (Alte Version, haben wir im Original stehen lassen).
Musiktiteldatenbank (Leila)
Spiegel: Orientschlager.
Wikipedia (Titel, Interpreten-Recherche)
Youtube (Recherchen, diverse, u.a. Igelhoff ("Räuber")
Verschiedene 78-RpM-Quellen /Schellackplatten) zur Verifikation der Plattenlabel

Bildquelle: Youtube, teils vergrößert.
Radio Dismuke (Streaming)

Gebhard Roese – durch Problemanalysen zum persönlichen Erfolg

In den 1970er Jahren lernte ich im Rahmen einer Fortbildung als junger Mann eine Methode, die mein berufliches Leben später stark beeinflussen sollte. Es handelte sich um eine sehr einfach, folgerichtige und von jedermann anwendbare Problemlösungsmethode.

Mir wurde diese Methode damals so präsentiert:

Sie lernen eine Methode, mit der Sie ein Problem, von dem sie nie zuvor gehört haben, ohne nennenswerte Fachkenntnisse und ohne örtliche Anwesenheit lösen können.


Das klang mir alles ein bisschen zu Märchen – aber es waren keine Gurus in orangen Kleidern, die diese Methode lehrten, sondern knallharte Wirtschaftsberater mit Sakko und Krawatte.

Vom Märchen zu Anwendung – Problemanalysen als Erfolgsmodell

Ihr Autor
Da ich ein sehr aufrichtiger Mensch bin, muss ich gestehn: Die Methode war faszinierend, aber es hat dennoch Jahre gedauert, bis ich sie zum ersten Mal zögernd anwandte – ungefähr vor 30 Jahren. Schließlich hat sie einen gehörigen Teil dazu beigetragen, dass ich zu dem wurde, was ich danach beruflich war: ein IT-Organisator mit Saft und Biss, der Probleme in kürzester Zeit analysieren und Lösungen vorschlagen konnte.

Ich beginne diesen Artikel über mich selbst mit dem Thema „Problemlösungen“, weil ich oft gefragt werde: Wie konnten Sie als gelernter Industriekaufmann technische und organisatorische Probleme so schnell und sicher lösen? Wieso funktioniert das auch bei menschlichen Entwicklungsproblemen?

Eine zweite Frage, die gerne und oft süffisant gestellt wird: „Wie wollen denn Sie so schnell die nötigen Kenntnisse erwerben, über die Sie schreiben, referieren oder beraten?“

Wozu braucht ein Berater eine Problemanalyse?

Auch diese Antworten sind einfach: Um gezielt zu beraten, benötigen Sie vor allem eine ausführliche Problemanalyse. Meist versagen Laien schon beim ersten Ansatz, dem Benennen des Problems und der Feststellung des IST-Zustandes). Hier liegt das Geheimnis darin, die richtigen Fragen zu stellen. Nun enthüllt sich auch die Magie des Systems, die gar keine ist: Problemlöser und Berater benötigen nur wenig Kenntnisse auf dem Sachgebiet – die hat ja der Klient. Aber sie benötigen außerordentlich gute Kenntnisse, wie man Probleme so genau beschreiben kann, dass es leicht fällt, die Lösungen zu finden.

Wie kann ein Autor mit Problemanalysen arbeiten?

Beim Schreiben ist es sehr ähnlich. Journalisten und Schriftsteller lernen sehr schnell sehr viel über sehr wenig, um dann alles bald wieder zu vergessen. Gründliche Recherche tut not, aber der Journalist verinnerlicht seine Themen nicht. Die Parallelen zu Problemlösungen“ bieten sich geradezu an: Aus vielen verstreuten Puzzlesteinen entwerfen gute Journalisten Ihnen ein Bild.

Gebhard Roese heute – Text und Rat

Und so bin ich heute Schriftsteller, Journalist, Texter und Berater. Sicher habe ich noch ein paar andere Methoden als nur die Problemanalyse in meinem Werkzeugkasten - ganz zu schweigen von den persönlichen Fähigkeiten, die nicht „werkzeuggebunden“ sind. Sie können sich davon überzeugen – jederzeit und ohne jedes Risiko.