Skip to content

  Aktuelle Informationen

WORTWECHLER startet durch ...

ihre worte - neu geschrieben
  Gebhard Roese - Ihr Texter, Schriftsteller und Journalist.
  Mobil 016093095395.

MICROSOFT: die "Spielkonsole" Windows 8 als Business-Oberfläche?

Machen wir uns dies klar: Das neue MICROSOFT-Windows 8 ist völlig ungeeignet für Menschen, die intensiv am Computer arbeiten – und es ist ebenso ungeeignet für Firmen, die Hunderte oder Tausende von Mitarbeitern auf die neue Oberfläche umschulen müssen. Aber nicht nur das – vor der Schulung wird es umfassende Testphasen geben, ob das neue System überhaupt mit den teils recht komplexen eigenen und zugekauften Softwareanwendungen „rund läuft“. Wer tut sich diesen Unfug schon freiwillig an?

Denke ich an WINDOWS 8, dann denke ich an VISTA. Microsoft VISTA war absolut überfrachtet von einem Code, den man nicht im entferntesten als geeignet für Arbeitsplätze bezeichnen konnte. Etliche Administratoren rauften sich die Haare, weil unendlich viele Ressourcen zur Verfügung gestellt werden mussten, und bei Laptops und Notebooks waren Hardwareaufrüstungen nötig, um das System flüssig zu halten und Funktionen zu unterstützen, die man gar nicht benötigte.

Nun kommen diese Leute schon wieder mit einem Spielplatz, den sie Arbeitsplatz nennen. Man sollte den Entwicklern Windows 8 um die Ohren hauen, weil es einfach nichts taugt – jedenfalls nicht für Büros. Was ist eigentlich los mit den Entwicklern und Marketingleuten? Sind das lauter Spielkälber? Glauben die, wir sitzen den ganzen Tag vor dem Computer und spielen damit herum, wie man es von einem Smartphone her kennt?

MICROSOFT, so meine Prognose, wird bald WINDOWS 9 bringen müssen. Die „Neun“ wäre eigentlich überflüssig, weil Windows 7 leider ein hervorragendes Betriebssystem ist, aber man wird die Rückkehr, wie so oft, als „Fortschritt“ verkaufen. Ich glaube kaum, dass irgend Unternehmen, das auf sich hält, eine Spielkonsole mit dem Abfallprodukt „Business-Betriebssystem“ für ihre Mitarbeiter aufstellt – oder was ist Windows 8 sonst?

Übrigens denken die meisten derzeit verantwortlichen Profis genauso – und wenn man gar Analysten folgt, dann werden die Unternehmen erst 2014 auf „das neue“ Betriebssystem umstellen – hoffentlich auf eines, das den Namen dann wieder verdient.

Hinweis: Der Autor war bis 2006 IT-Organisator.

Keine Einheit, sondern Osten

Die Alten im Osten Deutschlands reden gerne über die alten Zeiten. Da war der Krieg nun vorbei, und der Sozialismus kam. „Glauben sie mir, es war schwer für uns“, sagte die Frau des eigentlich längst pensionierten Klempners, die das Ende des Zweiten Weltkriegs noch bewusst erlebte. Ja, und dann war es auch schwer – nach der Wende. Die kleinen Ladenbesitzer und andere Gewerbetreibende, die „Alteingesessenen“ haben die Wende eigentlich nie wirklich begriffen. Wettbewerb ist für sie nach wie vor ein Unwort, und deshalb verlangen sie Schutz vor den Bedrohungen auswärtiger Konkurrenten. Nur selten kann man sich auf die eigene Leistungsfähigkeit berufen, noch seltener auf den Willen zu Innovationen. Auch das Wort „Qualität“ hat im örtlichen Handel nur einen sehr begrenzten Stellenwert. Spargel beispielsweise wird verkauft, wie er wächst – „der wächst eben so“, sagt die Händlerin mürrisch.

Ausbildung - veraltet und teils unqualifiziert

Die nicht ganz so Alten flüstern schon mal: „Es war nicht alles schlecht in der alten DDR“, und führen an, was man alles für Kinder tat. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt: Noch heute arbeiten in den „neuen Bundesländern“, wie sie im Westen heißen, die alten Genossinnen und Genossen mit Mangelausbildung. So fehlt es beispielsweise an modernen, gut ausgebildeten Lehrkräften.

Die neue, verlogene Bürgerherrlichkeit

Eine neue Bürgerlichkeit auf niedrigem Niveau hat sich in den mittleren und älteren Jahrgängen breitgemacht. Am liebsten würde man die Zeit um 100 Jahre zurückdrehen, jedenfalls äußerlich. Man zeigt Fassaden, man erhält Fassaden, man lebt mit Fassaden. Bei den alten, unter Denkmalsschutz stehenden Bauten wird dies ebenso deutlich wie beim Wunsch, die Plattensiedlungen vor der Stadt irgendwie zu konservieren. Jeder Abriss eines alten Gebäudes wird von Argwohn, Häme und angeblicher Trauer begleitet. Doch sollten sie wirklich einmal renoviert werden, wird die Nutzung problematisch, und ohne Nutzung verfallen die Gebäude wieder.

Die alten Verhaltensweisen leben weiter

Man kann sich daran gewöhnen, dass es hier „Dreiraumwohnungen“ und „Diplom-Mediziner“ gibt. Schwerer ist es schon, sich daran zu gewöhnen, abgewiesen und vertröstet zu werden, wenn man etwas will, was im Osten schwer zu erlangen ist: einen guten Arzt, einen Händler mit Ideen, eine Gaststätte mit internationalem Niveau. Damit keine Missverständnisse auftauchen: Das gibt es alles in Großstädten wie Leipzig, aber nicht in Kleinstädten. Krämermentalität und das unfreundliche Ex-DDR-Verhalten ist üblicher als ein modernes, offenes Verhältnis zu Klienten und Kunden. Man verteilt immer noch Waren und Dienstleistungen, statt sie anzubieten.

Der Osten, ach, der arme Osten

Einheit? Die Medien, sogar die besten, haben Ost-Scheuklappen. Lediglich mein Lieblingssender, MDR Figaro, lehrt mich manches über die EX-DDR. Man versucht, die wenigen Helden, die gegen das Regime innerlich wie äußerlich aufbegehrten, in den Fokus zu stellen. Mir tut es gut, doch frage ich mich, was diese Lobhudelei auf Dauer soll. Dies ist Deutschland, möglicherweise ist es Sachsen oder Thüringen, aber es ist nicht „der Osten“. „Den Osten“ gibt es nicht.

Nun, ihn gibt es nicht für mich. Für die marktbeherrschende Leipziger Volkszeitung scheint es nichts anderes zu gehen. Jede politische Entwicklung, sei sie europäisch oder deutsch, wird sogleich unter den Aspekten „des Ostens“ gesehen. Offenbar wollen es die Menschen hier so lesen. Die Politiker stoßen ins gleiche Horn, und plappern das ewige Mantra nach: „Der Osten muss immer und immer gefördert werden“. Die eigene Leistungsfähigkeit und Innovationsfreude darf dabei durchaus gleichbleibend auf mittlerem Niveau bleiben.

Rechnet man überhaupt noch mit dem Wandel?


Oh ja, ich lebe in Einheit und Gleichheit und freue mich am alten Baumbestand und an manchen interessanten und zuvorkommenden Menschen, die es hier eben auch gibt. Doch ich hab nicht die Scheuklappen, die hier üblich sind. In der Stadt, in der ich lebe, rechnet man schon gar nicht mehr mit Ideen von außerhalb, weil man nicht damit rechnet, dass es Neubürger gibt. Ich muss damit leben, dort zu leben, wo die verbliebenen Bürger die eigene Stadt schon beinahe aufgegeben haben. Es sei denn, sie könnten ihre Stadt verkonsumieren. Dann kommen sie aus allen Löchern und lassen es sich gut ergehen.