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ihre worte - neu geschrieben
  Gebhard Roese - Ihr Texter, Schriftsteller und Journalist.
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Nachhaltiger Reputations- und Linkaufbau

Was für ein schöner Name „nachhaltiger Reputations- und Linkaufbau“ – er steht dafür, mithilfe von Studenten ein paar lächerliche Bemerkungen ins Internet zu stellen, damit man in Suchmaschinen ganz oben landet. Auch Schriftsteller werden mit solchem Unfug neuerdings belästigt. Das einzig „Nachhaltige“ daran ist, dass immer mehr Müll ins Netz wandert, den man kaum noch wieder entsorgen kann.

Keine Quoten für Frauen – und auch sonst für niemanden

Quoten-Frauen braucht man in Grundschulen bestimmt nicht – seit Jahrzehnten befindet sich das elementare Ausbildungswesen fest in weiblicher Hand. Aber offenbar brauchen profilierungssüchtige Politiker Frauenquoten, um zu beweisen, dass sie die neue Zeit begriffen haben. Nun ist es so: Begriffen haben das Andere auch, sie reden bloß nicht so vorwitzig darüber. Übrigens sprechen Frauen in der Wirtschaft auch nur sehr selten über Frauenquoten, sodass wohl nur Gender-Wissenschaftler(innen), Politiker(innen) und Gewerkschaftler(innen) übrig bleiben. Erstere sind besonders interessant, weil sie davon leben, Unterschiede hervorzuheben, um hernach zu behaupten, man müsse das Gleichgewicht wieder herstellen.

Die Quote ist eine politische Entscheidung. Sie ist so sinnvoll oder sinnlos wie die Einführung einer Katholikenquoten, weil daran gedacht werden muss, dass der Katholizismus in Zukunft zu den bedrohten Religionen gehört. Frauen sind, wie wir nun lange genug gehört haben, das bedrohte Geschlecht, weil sie trotz umfassender Bildung nicht die erhofften Stellen in den Führungsspitzen der Wirtschaft bekommen. Um dies zu fördern, muss man nun also eine Quote einführen. Darüber lässt sich trefflich lästern, und zwar nicht zulasten der Frauen, sondern zulasten der falsch belichteten Befürworter(innen). Die Frauen werden durch die neue Regelung weder Vor- noch Nachteile haben, und auch die Art der Unternehmensführung wird sich kaum ändern. Die blödsinnigen Behauptungen, dass Frauen eine neue Moral in die Führungsetagen bringen, wird von einigen falsch gepolten Idealistinnen verbreitet. Sie ist so dümmlich wie die Behauptung, Frauen an der Spitze von Regierungen hätten uns mehr sozialen Nutzen oder mehr Frieden gebracht.

Quoten, auch wenn sie teilweise freiwillig sind, schaffen immer Probleme: Wird lediglich eine bestimmte Anzahl von Frauen gegenüber Männern verlangt, kann man notfalls noch eine Kaffeeköchin einstellen. Wird dies aber für qualifizierte Kräfte verlangt, so muss man gegebenenfalls in Zukunft „Grüßaugustas“ einstellen, falls sich der eigentliche gewünschte Bewerber weder aus weiblichen noch aus männlichen Bewerbern herausfiltern lässt. Die Quote will es so, und die Quote wird dann eben bedient. Aller Voraussicht nach wird man einfach die Stellen derjenigen Personen vermehren, die ohnehin größtenteils der Dekoration dienen – nahezu jedes florierende Unternehmen hat solche Mitarbeiter. Das bedeutet nun überhaupt nicht, dass ich Frauen nicht für fähig halte, auch höchstqualifizierte Stellen auszufüllen. Es bedeutet nur, dass ausgesprochen qualifizierte Frauen mit großer Erfahrung derzeit noch kaum zu finden sind.

Nein, die Quote ist derzeit ein politischer Furz – weiter gar nichts. In einigen Jahren werden sich aller auf die Schultern klopfen über das, was sie erreicht haben – wohl wissend, das gar nichts erreicht wurde außer Fassadenkosmetik. Dem unaufhaltsamen Aufstieg der Frauen steht auch heute nichts im Wege – außer vielleicht ein paar männliche Seilschaften, die es leider überall gibt. Sie werden einen Weg finden, auch noch die Frauenquote zu überleben, während sich der Mittelstand die Haare raufen wird. Dort (und nicht nur dort) fragt man sich: "Wann greift der verdammte Staat mit seinen Frauengesetzen nun auch auf mein Unternehmen über?"

Ich weiß – es gibt von Männern ausgesprochene Dummargumente – und Schweizer können dies so gut wie Deutsche. Aus diesen Dummargumenten hat die Zeitschrift „Clack“ einige herausgesucht.

Sagen wir es einmal deutlich: Keine Frau wird deswegen Chef, weil sie im richtigen Moment „wohl die Beine breit gemacht“ hat. (Aus Clack, ich würde es nicht zu schreiben wagen). Auch „Analphabetinnen“ werden kaum in Führungsetagen kommen, wobei ohnehin die Frage ist, ob es eigentlich wirklich nur um „Eliten“ aka Akademikerinnen in Führungsposition geht. Bliebe noch die Frage, ob es ein Mann ertragen kann, von einer Frau geführt zu werden. Wer so fragt, hat offenbar eine merkwürdige Vorstellung von „Führung“. Führen kann jeder, der Talent mitbringt, das Handwerkzeug erlernt hat und ein wenig Charisma besitzt.

Das Fazit aus meiner Sicht dürfte klar sein: Frauen ja – Quoten nein. Wenn man sich einmal drauf einigen könnte, wäre viel gewonnen – außer für die Politikerinnen, Gewerkschaftlerinnen oder Wissenschaftlerinnen, die die Quotendebatte ständig befeuern.

Nicht mehr Respekt vor Religionen - aber mehr Respekt vor Menschen

Die Ideale der westlichen Welt, allen voran Demokratie, Freiheit, Gleichberechtigung der Geschlechter und freie Meinungsäußerung, werden schnell eingeschränkt, wenn von der Religion die Rede ist.

Im Grunde ist jede Demonstration geistlicher Macht eine Sünde gegen den Humanismus, der eine solche Machtdemonstration als Affront sehen müsste. Aber wann wehrt sich der Humanist schon einmal? Dazu ist er viel zu tolerant.

Michael Schmidt-Salomon hält unserer Gesellschaftsordnung den Spiegel vor, indem er in der ZEIT schreibt:

Bei Licht betrachtet hätten religionsfreie Menschen … weit triftigere Gründe, sich in ihren weltanschaulichen Gefühlen verletzt zu sehen.


Dabei geht es auch um die Toleranzdebatte, die zur „Respektdebatte“ verkommen ist. Wir schulden dem Mitmenschen Respekt, aber nicht der Ideologie oder der Religion, der er vertritt. Insofern ist es unsinnig, mehr Respekt vor der Religion zu fordern. Respektieren kann man bestenfalls die Menschen, die in Frieden und Demut mit ihrem Glauben leben. Doch die Institutionen? Wenn ich alleine an das Christentum denke – ist es etwas „mit Respekt“ verbreitet worden? Sollten wir noch nachträglich Respekt haben vor jenen, die es mit Feuer und Schwert verbreitet haben? Sollte ich mich in Zukunft nicht mehr fragen dürfen, welche Art von Person beispielsweise dieser Paulus war, den das Christentum einen „Apostel“ nennt? Nein?

Ein Kruzifix beleidigt mich nicht - es ist Ausdruck einer fremdartigen Religion, die ich dulden muss. Aber es beleidigt mich, wenn ich dauernd dazu aufgefordert werde, mein persönliches Leben an einer „christlichen Leitkultur“ auszurichten – und ich schulde denen, die es fordern, nicht im geringsten irgendeine Form von Respekt.

Eine weitere Frage wäre, ob man mir Respekt erweist, wenn ich das Leben diese Jesus von Nazareth bewundere und ich ihn weder für den Messias noch für den Religionsstifter noch für Gottes Sohn halte. Daran erweist sich beispielsweise, was „Respekt“ bedeutet.