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ihre worte - neu geschrieben
  Gebhard Roese - Ihr Texter, Schriftsteller und Journalist.
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Sprachpflege – was ist eigentlich Mischings?

Ist Ihnen schon aufgefallen, wie viele Menschen behaupten „das Norddeutsche“ zu lieben? Diese angeblich so „spröde Sprache“ (beide Male mit hartem „S“, versteht sich?)

Kaum jemand weiß, dass es sich dabei um Mischings handelt, oder jedenfalls um das, was davon noch übrig geblieben ist. Die Entstehung des „Mischings“ ist leicht zu erklären – aber ich kann mich nicht für die historische Wahrheit verbürgen, weil die Quellen lückenhaft sind.

In den Hafenstädten Bremen und Hamburg benötigte man eine allen Bürger verständliche Sprache, die auch für den Fremden noch halbwegs transparent war. Das Niederdeutsche, das in der Umgebung gesprochen wurde, eignete sich wenig als allgemeine Kommunikationssprache, und das Hochdeutsche hatte eine ungleich komplizierte Grammatik. Hochdeutsch beherrschten also bestenfalls Pfarrer, Ärzte, Anwälte oder Apotheker, während alle anderen verschiedene Ausprägungen des Niederdeutschen sprachen. Aus dem Kontakt ergab sich dann das Mischings, die Allerweltssprache, zu der auch noch Seeleute und die französische Besatzungsmacht (1810 – 1813 in Bremen) ihren „Senf“ dazugaben.

Apropos Franzosenzeit: Daraus stammen die Worte (hier in Mischings phonetisch): Trottoah (Bürgersteig) Soträng (Untergeschoss) und Pottmaneh“ (Geldbörse). Unklar ist hingegen die Bedeutung des Wortes „Fisimatenten“, in der Bedeutung von „Ausflüchte haben“, „Einwände haben“, „sich zieren“ oder „zögerlich vorgehen“, das nicht einwandfrei der Franzosenzeit zugeordnet werden konnte, aber dort ganz offenbar seine Blütezeit hatte. Viellicht gaben besorgte Mütter ja wirklich ihren Töchtern ja wirklich den besorgten Rat mit "Mach keine Fisimatenten".

Für Neugierige: Wann wurde ich Schriftsteller?

Hatte ich jemals geplant, Schriftsteller zu werden? Ich weiß es nicht, aber als ich etwa acht Jahre alt war, schrieb ich einen Artikel für einen Wettbewerb – und gewann immerhin einen der Hauptpreise: Fünf Deutsche Mark. Zum Vergleich: Eine Kugel Eis kostete damals 10 Pfennig. Mein Interesse an der Schriftstellerei erlahmte jedoch, als ich einsah, dass damit kein Geld zu verdienen war.

Gegen 1980 schrieb ich PR-Artikel für einen Gesundheitsverband und arbeitete an einem damals sehr bekannten, alternativen Gesundheitsbuch mit, um mich später wieder ganz meinem eigentlichen Beruf zu widmen. Erst gegen 2001, während eines längeren Aufenthalts in Afrika, habe ich wieder begonnen, Online-Artikel, Essays und andere Beiträge für das Internet zu schreiben. Seit 2003 schreibe ich unter einem Pseudonym im Internet, seit 2006 auch unter meinem eigenen Namen.

Baukredite wie im Märchen

Ob sich der Bundespräsident nun gestern „entschuldigt“ hat oder nicht, ist mir schnurzpiepegal. Ich habe aber interessiert zugehört, wie sich eine Freundesschatulle öffnet, wenn man mal eben eine halbe Million Euro haben möchte - und wie man dergleichen später umfinanzieren kann.

Ja, es ist wie im Märchen: Da sitzt der Herr Präsident im Studio mit zwei hochkarätigen Journalisten und plaudert munter drauflos, dass man eben Freunde hätte, und dass man doch wohl noch Freunde haben dürfe, oder etwa nicht?

Jeder Bausparer und hypothekenbelastete Wohnungsbesitzer kann da doch nur große Augen kriegen, nicht wahr? Ach, so geht das? Man muss also gar nicht Bausparen, und bei der Hausbank jeden Euro offenlegen, den man einnimmt, um einen Kredit zu bekommen? Nein, man geht einfach zu Fietje, der eine Bratwurstbude besitzt und fragt: „Du, kann deine Hulda mir mal eine halbe Million rüberreichen, ich will da ein Häuschen bauen?“ Und dann kommt die Hulda, drückt dem bauwilligen lauter Scheinchen in die Hand und sagt: „Da nimm!“.

Das einzige Problem ist, dass die meisten von uns den Fietje mit der Bratwurstbude nicht kennen, dessen Frau mal eben eine halbe Mio. lockermacht. Aber nun ja – das stört uns doch nicht weiter, oder etwa doch?

Schließlich hat Gustav Gans doch auch immer mehr Glück als Donald Duck, nicht wahr?

Übrigens habe ich da noch einen Nachtrag: Entenhausen (also die Heimat von Donald Duck) hat nun seinen eigenen Präsidenten-Skandal. Natürlich gibt es keine Parallelen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Entenhausen. Es sei denn, es gäbe sie doch.