Skip to content

  Aktuelle Informationen

WORTWECHLER startet durch ...

ihre worte - neu geschrieben
  Gebhard Roese - Ihr Texter, Schriftsteller und Journalist.
  Mobil 016093095395.

Zehn häufige Fragen an den Schriftsteller

Mit der Berufsbezeichnung „Schriftsteller“ haben es meine Mitmenschen oft schwer, weil kaum jemand so recht weiß, was ein Schriftsteller eigentlich tut. Ich habe 10 Wahrheiten über mich zusammengestellt, die sich aus Fragen ergeben, die mir ständig gestellt werden.

1. Ach, Sie schreiben. Wissen Sie, mein Mann möchte auch gerne ein Buch über sein Leben schreiben. Könnten Sie ihm dabei helfen? (Nein. Ich rate sogar davon ab, es zu versuchen).
2. Ach, wie schön, Sie sind ein Poet! (Leider nein, ich bedauere, Sie können sich nicht mit der Bekanntschaft eines Poeten schmücken, ich bin ein Lohnschreiber).
3. Ein Schriftsteller! Was für ein schöner Beruf! (Ansichtssache – kommt darauf an, für wen Sie schreiben).
4. Schreiben Sie auch Reden? (Vorzugsweise: nein – Reden sollten eigentlich auf die Person abgestimmt werden, die sie hält.)
5. Welche Bücher schreiben Sie denn? (Üblicherweise gar keine, es ist nicht mein Metier).
6. Für welche Kunden schreiben Sie? (Pst … ich verrate meine Kunden nicht, so, wie sie mich nicht verraten).
7. Für welchen Verlag schreiben Sie (ich schreibe keine Bücher, also habe ich auch keinen Verleger).
8. Wie haben Sie angefangen? (Jetzt werden kenntnisreiche Menschen schmunzeln: mit Schulungsunterlagen, Handbüchern und Produktbeschreibungen - sie sind teilweise noch heute in Gebrauch).
9. Was verdienen Schriftsteller? Ja, das staunen selbst fest angestellte Journalisten manchmal: die meisten von uns arbeiten für Hungerlöhne. 1.130,00 Euro brutto soll der Durschnittslohn aller freischaffenden Schriftsteller und Journalisten „offiziell“ sein. In Wahrheit dürfte dieser Betrag noch übertrieben hoch sein. Gelegentlich wird angeboten, für 2 Euro-Cent pro Wort zu schreiben. (Versuchen Sie so etwas erst gar nicht bei mir).
10. Warum lese ich nichts von Ihnen? (Entweder Sie lesen nie, oder Sie haben kein Internet oder sie lesen überwiegend Bücher. Ich habe mehr als 13.000 Artikel im Internet unter meinem Namen und etwa 4000 Artikel unter anderen Autorennamen veröffentlicht.)

Wird die Freiheit der Lehre in der Schweiz eingeschränkt?

Leben wir in einer Zeit uneingeschränkter, ja überbordender Sexualität und einer gefährlichen Libertinage?

Wohl kaum. Allüberall regen sich die Ultrakonservativen, die gemeinsam mit der Gutmenschenschaft das Weltbild des 19. Jahrhunderts zurückfordern. Wo könnte man den Hebel dazu besser ansetzen als in der Schule?

Der Ort des Geschehens ist die Schweiz, genauer gesagt im schweizerischen Rämibühl. Dort hatte (Zitat)

Ein Lehrer mit 14- bis 15-jährigen Schülern Bücher gelesen hat, in denen die Pubertät und die jugendliche Sexualität thematisiert sind. Zum Beispiel in «Frühlingserwachen» von Frank Wedekind.


Was da in der Schule gelesen wurde, war genau das, was junge Menschen interessiert: Wie sehen Schriftsteller (denn um sie geht es) die Welt der Pubertät? Im Grund genommen können die Schweizer Eltern froh sein, wenn sich ihre Kinder aus der Literatur informieren – auch wenn diese oft drastisch daherkommt, differenziert sie und regt zum Nachdenken an. Bedenkt man, welche Informationsquellen den Jugendlichen heute sonst noch zur Verfügung stehen, so sollten die Eltern beinahe glücklich sein, dass ihre Kinder „Erlesenes“ zu Gehör bekommen.

Der Lehrer stand wegen alldem vor Gericht, wurde zwar freigesprochen, doch das ist der Schweizer Volksseele offenbar nicht genug: Der Lehrer unterrichtet nicht mehr, doch schweizerische Politiker vieler Parteien, unter anderem der SVP, FDP und SP öffentlich die Empörung aus und lassen die Volksseele aufkochen.

Im Endeffekt bedeutet dies nichts anderes, als dass in schweizerischen Schulen eine Zensur „auf kaltem Wege“ eingeführt wird. Das könnte dazu führen, dass die Lehr- und Meinungsfreiheit in der Schweiz zumindest in den Schulen reduziert wird. Die Schweizer Rektoren raufen sich bereits die Haare und fragen sich: „Müssen (… unsere …) Deutschlehrer in Zukunft morgens um sechs ohne Vorwarnung mit der Verhaftung rechnen, wenn sie «Frühlingserwachen» lesen?“

Für mich ist klar: Die konservativen Kräfte in der Schweiz (die in fast allen Parteien vorhanden sind) wollen die Vorzensur in die Hirne der Lehrerschaft einbauen – die Vorstufe zur Aufgabe der Freiheit der Lehre. Wenn das „Schule macht“, dann ist es nicht nur um die Freiheit der Lehre schlecht bestellt, sondern das Menschenrecht der Meinungsfreiheit wird generell unterhöhlt.