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ihre worte - neu geschrieben
  Gebhard Roese - Ihr Texter, Schriftsteller und Journalist.
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Springer bleibt Springer

Die WELT fragt blauäugig:

«Das Schlagwort "68er“ wird heute vor allem von Gegnern gebraucht, als negatives Symbol gesellschaftlicher Fehlentwicklungen. Wie kam es dazu?»


Vielleicht hätte man die Frage nicht an den Politologen Wolfgang Kraushaar stellen sollen, sondern an die Redakteure aus dem Hause Springer, die ja nicht unwesentlich daran beteiligt waren?

Abgesehen davon: „Negatives Symbol gesellschaftlicher Fehlentwicklungen“ ? Müsste es nicht heißen „Symbol gesellschaftlicher Fehlentwicklungen“ oder „Negatives Symbol gesellschaftlicher Entwicklungen?“


Selbstherrliche Schwaben

Landtagswahlen haben einen besonderen Reiz, vor allem in Baden-Württemberg – dort kann man dann mal zeigen, was ein rechter Patriot ist – und die einzig „senkrechten“ Patrioten in der Provinz sind nun einmal die Lokalpatrioten.

Nun ist Baden-Württemberg nicht überall Provinz, wie man unschwer feststellen kann, aber überall findet man diesen bockigen Hochmut: Man ist eben Schwabe (ersatzweise auch mal Badener), und nachdem die Schwaben fast alles auf der Welt erfunden, entdeckt, gemalt und geschrieben haben, ist Schwaben eigentlich Deutschland.

So jedenfalls will man es offenbar in der Provinz verkaufen – zur Landtagswahl. Die wenigen „Geberländer“ wollen offenbar den Solidarpakt der föderativen Republik aufkündigen, wollen zeigen, dass der nationale Kleinstaatengedanke sogar anno 2011 noch nicht tot ist, und dass Deutschland als Ganzes Sie bestenfalls noch peripher interessiert – von Europa mal ganz zu schweigen. Da könnte man zum Satiriker werden und sofort ein Importverbot von Schwarzwälder Schinken, Spätzle, Maultaschen und anderem schwäbischen Gedöns (es gibt noch ein paar Marken, die ich jetzt lieber nicht nenne) in die Restrepublik fordern – oder zu einem Boykott derartiger Produkte aufrufen, was bei Maultaschen kein Schaden wäre – die schmecken sowieso nach nichts.

Allerdings – in Baden wächst ein vorzüglicher Wein, und auf den wird man in Restdeutschland kaum verzichten wollen. So bleibt dann nur die Hoffnung, dass das Wahlkampfgetöse der schwäbischen Populisten an den Landesgrenzen des Königreichs Württemberg verhallt – es gibt eine Zeit nach der Wahl, und immerhin sind viele Schwaben ja auch schon älter als 40 – da wird der Schwabe bekanntlich gescheit.