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ihre worte - neu geschrieben
  Gebhard Roese - Ihr Texter, Schriftsteller und Journalist.
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Sind Blogger dümmliche, selbstherrliche Meinungsmacher?

Das Schlimme an Bloggern ist offenbar, dass sie ihre völlig unmaßgeblichen Meinungen in Windeseile über fragwürdige Medien wie „Twitter“ und populistische Blogs verbreiten. So tragen sie dazu bei, eher marginale Informationen ohne Sinn und teils auch ohne Bezug zum eigentlichen Vorgang zu verbreiten.

Die Illustrierte „Stern“ schreibt deshalb völlig zu Recht:

Das Problem ist wieder einmal nicht die Nachricht, sondern wie mit ihr umgegangen wird. Ausgebildete Journalisten sind darin geschult, sensibel mit Daten von Personen umzugehen und Fakten zu recherchieren. Bei Twitter hingegen steht die Meinung schnell fest. Der Pressekodex gilt nun einmal nur für die Presse.


Allerdings stimmte der Nachsatz nicht ganz:

Und nicht für ein Medium, welches von vielen fälschlicherweise als die Zukunft des Journalismus betrachtet wird.


Die sogenannte „Zukunft des Journalismus“ wird nämlich nicht von dem Medium bestimmt, sondern von den Menschen, die Pressearbeit betreiben. Man kann da nicht alles über „einen Kamm scheren“. Was die Boulevardpresse (und bisweilen leider auch die „seriöse“ Presse) schreibt, kann genauso schlecht recherchiert sein wie die Nachricht eines Blogs – dafür gibt es viele Beispiele. Andererseits recherchieren Blogger teilweise präziser als Journalisten, besonders im populärwissenschaftlichen Bereich.

Vielleicht sollten die Stern-Redakteure einmal Dr. Petra Boyntons Blog lesen? Ich nehme ihnen ja gar nicht übel, wenn sie die Liebepur ignorieren, die ebenfalls wissenschaftskritisch eingestellt ist und schon manche Zeitungsmeldung korrigiert hat.

Spekulationen um eine Amokläuferin

Da tötet eine Frau ihren Ex-Ehemann und ihren Sohn, sie legt eine Wohnung in Brand und gefährdet damit die Bewohner eines ganzen Hauses, und dann schießt sie in einem Krankenhaus wild um sich, wobei sie mehrere Menschen verletzt und einen Menschen tötet. Hätte die Polizei nicht ihrerseits beherzt geschossen, dann hätte es ein Blutbad unvorstellbaren Ausmaßes geben können.

Der Deutsche ist gewohnt, dass es für alles einen Grund gibt. Die Presse ist dabei besonders einfach gestrickt: Der Grund muss in der Trennung vom Ehemann liegen, in einem Seitensprung gar, salbadern die einen, und die anderen schwätzen über eine Fehlgeburt, die Jahre zurückliegt. Ja, das wollen die Leute lesen, nicht wahr? Sie ist doch eine Frau, also muss ihr Leid angetan worden sein, sonst würde sie es nicht tun. Ja, und Blumen hat sie doch so geliebt, darüber schreibt die Welt einen ganzen Absatz, so, als wolle sie uns sagen: „Ach, sie war im Kern herzensgut“.

Ich trauere mit den Menschen in Lörrach, keine Frage. Aber ich beginne die Presse zu hassen, die nun nach „betont weiblichen“ Gründen für die grausame Bluttat sucht. Frauen sind Menschen, und Menschen können psychische Defekte haben, die nicht immer und überall gleich zum Vorschein kommen. Das Mitleid aber sollte ungeteilt den Opfern zugutekommen – und auch nicht im Ansatz der Täterin. Wenn Sie etwas für die Opfer tun wollen: die Badische Zeitung berichtete, dass zwei Konten von der Stadt Lörrach als Opferhilfe eingerichtet wurden.

Qualitätsjournalismus?

Ach, lieber Herr Mathias Döpfner, ich höre mit sichtlichem Vergnügen, aber auch mit einem gewissen Erstaunen, dass Sie demnächst im Internet und sogar auf internetfähigen Telefone Qualitätsjournalismus bringen wollen. Vielen Dank dafür – ich frage mich nur, wann Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen damit anfangen?