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ihre worte - neu geschrieben
  Gebhard Roese - Ihr Texter, Schriftsteller und Journalist.
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Das lästige Amt

Trat sie nun „vorschnell“ zurück, oder zog sie die notwendige Konsequenz, die ehemalige Bischöfin Margot Käßmann? Die Zeitungen sind heute voll davon und gebärden sich vor allem so, als sei das Amt das einzige Glücksgut eines Menschen. Überall sonst in der Gesellschaft würde man sagen: „Der Job ist nicht alles, das persönliche Glück geht vor“ – und mal ehrlich, wenn man es sagen dürfe (man darf es nicht) … wer will den diesen Job eigentlich freiwillig übernehmen, den man heute überhöhend als „Nachfolge von Luther“ bezeichnet hatte?

Es ist ein lästiges Amt, das nun zur Disposition steht – eines, bei dem die Fettnäpfchen warten – und der Einfluss der Kirche wird, mit oder ohne Frau Käßmanns Rücktritt, gerade völlig zu Recht infrage gestellt.

Es mag durchaus sein, dass Frau Käßmann in der einen oder anderen Art froh darüber ist, nicht mehr im Rampenlicht der Öffentlichkeit zu stehen. Die Schnelligkeit, aber auch die Einsamkeit der Entscheidung gibt Grund zu der Annahme, dass persönliche Gründe schwerer wogen als die Verantwortung gegenüber den Gläubigen. Was nun aus der evangelischen Kirche wird? Das wird diese Kirche wohl noch selbst herausfinden können – ich glaube nicht, dass sie dazu der deutschen Pressekolumnisten bedarf.

Hart aber Fair – Heiner Geißler sprach Klartext

Die Diskussionsrunde um das Fehlverhalten einiger katholischer Priester und um die Aufklärungsbereitschaft der katholischen Kirche bei Frank Plasberg („Hart aber Fair“) war, wie immer, ausgezeichnet moderiert, doch sie scheiterte im Wesentlichen am Vertreter der katholischen Kirche, Weihbischof Hans-Jochen Jaschke (68), und an einem unflätig auftretenden BILD-Journalisten, Andreas Englisch, dem selbst die WELT bescheinigte, er habe „immer wieder für Gelächter“ gesorgt. Es war aber insbesondere seine Herumbrüllerei, die störte, und für die es letztendlich nach langem Ringen nur ein Beruhigungsmittel gab: Sachverstand.

Ruhe und Sachverstand in die Diskussion zu bringen, oblag dann auch dem Senior der Runde, Heiner Geißler, der mit seinen 79 Jahren erst einmal Tacheles reden musste und dem Journalisten Englisch den Unterschied zwischen einem Mönch und einem Priester erklärte, den der Journalist zuvor verbal zu verschleiern versucht hatte. Überhaupt erwies sich Geißler nicht nur als altersweiser Kenner des Lebens, sondern erteilte auch noch dem katholischen Bischof eine Lektion in Christentum, die für Kenner der Materie wie eine Ohrfeige wirken musste – die wenigsten Zuschauer werden es bemerkt haben, denke ich. Es geht dabei um den Zölibat, den die römisch-katholische Kirche in Verkennung der Wahrheit als Lehre des Religionsstifters einstuft. Auch die Abwiegelungsstrategie, die gegenwärtig vom Katholizismus benutzt wird, „anderwärts hätte es auch Missbrauch gegeben, und in der Kirche deutlich weniger“, konterkarierte Geißler, der hier wörtlich zitiert werden soll:

Die Kirche erhebt einen hohen moralischen Anspruch, unnötigerweise besonders in sexuellen Fragen. Deswegen stehen diese Missbrauchsfälle in besonderer Diskrepanz zu ihrem hohen moralischen Ross.


Zitat aus der WELT


Kanzlerin Merkel greift Vizekanzler Westerwelle an

Die deutsche Bundeskanzlerin hat ihren Vizekanzler in der FAZ ungewöhnlich scharf öffentlich angegriffen. Insbesondere kritisierte sie die Rhetorik von Westerwelle, der „seine Kritik an Hartz IV so formuliert, als breche er ein Tabu“.

Vizekanzler Westerwelle hatte offenbar in voller Absicht vor einigen Wochen eine Diskussion in Deutschland angefacht, die seiner Partei zwar wieder ein paar Prozentpunkte an Beliebtheit brachte, die aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht angemessen war.

Westerwelle hätte wissen müssen, dass seine Klientelpolitik für einen Vizekanzler nicht angemessen ist. Er hätte auch begreifen müssen, dass ein so sensibles Thema nicht im Stammtischstil auf der politischen Bühne durchgezogen werden kann und er hätte außerdem erraten können, dass sein ohnehin miserables Image bei den Medien dadurch vollends ruiniert würde.

Die Frage, die sich aus alldem ergibt, wird diese sein: Wenn es weiterhin ein Bündnis zwischen CDU, CSU und FDP gibt, muss es dann unbedingt eines mit Guido Westerwelle als Vizekanzler sein?