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ihre worte - neu geschrieben
  Gebhard Roese - Ihr Texter, Schriftsteller und Journalist.
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Die Forscher, die Evolution und die Verdummung der Leser

Wissenschaftler sollten eigentlich forschen, um das Wissen dieser Welt zu vermehren und den Menschen dadurch einen Nutzen zu bringen. Das tun sie auch, nur leider gibt es Ausnahme – und zu ihnen gehört eine bemerkenswerte Anzahl von Geisteswissenschaftlern.

Das neueste Stichwort, das in nahezu jede zweitrangige und überflüssige Forschung eingestreut wir, heißt „Evolution“. Das jüngste Beispiel ist nur eines von Dutzenden, hier zitiert nach einem Artikel im „netdoktor“:

Die Fähigkeit zum Bewerten des Paarungswillens war in der Evolution sehr wichtig und ist es auch heute noch, da sie ermöglicht, die Bemühungen nur auf Erfolg versprechende potenzielle Partner zu konzentrieren“.

Ich nehme an, der größte Teil der Leserinnen und Leser nimmt das so hin: Evolution kennen sie aus der Schule, Darwin ist ein guter Mann, die Sache ist schon lange bewiesen – stimmt.

Der Haken ist nur, dass die Evolution beim Menschengeschlecht seit einigen Tausend Jahren ganz anders verlaufen ist – und wie sie zuvor ablief, darüber wissen die Forscher nur ganz wenig. Nur mal so viel: Sollte es stimmen, was heutige Vereinfacher behaupten, dann hätten die starken Alpha-Männer damals die schicken, vollbusigen Weiber anhand ihrer gebärfreudigen Becken ausgewählt oder umgekehrt die Weiber die Männer anhand ihrer Körperkraft. Wie sich dann das evolutionär ausgewirkt hätte, darf ich Ihrer Fantasie überlassen – bestimmt nicht in steigender Intelligenz.

Überhaupt: Partnerwahl. Wenn man einmal davon absieht, wie normal es war, dass die Frauen ganzer Volksstämme vergewaltigt wurden, nachdem man die Männer niedergemetzelt hatte, wir wohl kaum von einer „freien Wahl“ des Partners sprechen können. Auch abseits der Gewalt wurden Spermien nicht anhand starker Lenden und breiter Becken verstreut, sondern zunächst mal dadurch, dass die Braut dem Vater abgekauft werden musste – keine Rede von einer „natürlichen Zuchtwahl“. Sicher, man vermutet, dass die Intelligenz durch die Spermien fahrender Gelehrter, Musiker, Kaufleute, Quacksalber, Fürsten und anderer Intelligenzler weit über das Volk ausgestreut wurden – aber da hatten die Frauen nun auch nicht allzu viel Chancen, zu wählen. Ein Blick auf die 1900er Jahrhundertwende zeigt gar: Frauen wurden verhökert – die Mitgift entschied, wie vererbt wurde – und keinesfalls das liebliche Gesicht oder die „große Büste“.

Heute – ja, heute. Heute „beobachten“ die Damen und Herren Forscher, wie sich ihre Geschlechtsgenossen beschnuppern und mal richtig, mal falsch aufeinandergeraten – und schließen daraus, dass es schon mal so war – damals, in der Evolution.

Bitte, meine lieben Damen und Herren Forscher: Die Menschheit hat in einem einzigen Jahrhundert einen enormen Wissenssprung vollzogen – jedenfalls in den Naturwissenschaften – und das lässt sich aus der Evolution nicht erklären. Das Versagen der Geisteswissenschaften allerdings auch nicht.

Leider interessiert dies alles keinen Geisteswissenschaftler. Sie sitzen dort, wo sie schon immer saßen – fest im Sattel -und von dort oben forschen sie, behaupten sie und verbreiten sie Nachrichten, die von der Presse willfährig nachgedruckt werden.

Ich weiß nicht, wie Sie es nenne. Ich nenne es Verdummung.

Zitat aus netdoktor nach US-amerikanischen Unterlagen

To Blog or not to Blog

Bei XING las ich jüngst über BLOGS nach – in typischer XING-Manier wurde die Sache dort gleich wieder “ganz groß aufgehängt” und jeder Marketing-Mensch, der das Wort buchstabieren konnte, wusste etwas dazu zu sagen.

Erstaunlich ist für mich, wie wenig diese simple Tatsache bekannt ist: Nicht die großen Unternehmen, sondern vor allem Klein- und Kleinstunternehmer profitieren vom Blog. Allerdings muss ich Ihnen auch dies mitteilen: Wer nach zwei Monaten das Handtuch wirft, weil niemand auf seine wichtigen Äußerungen reagiert, hat das falsche Mittel gewählt: Blogs sind etwas für Menschen mit langem Atem.

Was mich zu der Frage bringt: Warum führen eigentlich so wenige Künstler ein Blog? Ich gebe zu, dass es nicht sonderlich wichtig ist, ob man heute Probleme mit dem Grün hatte – aber seinen potenziellen Kunden könnte man doch wenigstens zwei Mal pro Woche erzählen, was man so treibt, oder nicht?

Was meinen Sie?



Sexuelle Begriffe – ständige Umdefinitionen

Kaum etwas hat sich in den letzten hundert Jahren so verändert wie die Begriffe rund um die Liebe und die Sexualität. War der Begriff „homosexuell“ beispielsweise um 1900 noch so gut wie unbekannt, so verwandelte er sich im 20. Jahrhundert auf vielfältige Weise – und selbst heute, in einer Zeit, in der doch alle Begriffe angeblich so transparent sind, wissen viele Menschen werde, wer „homosexuell“ ist, noch, welche Ausprägungen von Homosexualität es gibt. Etwa parallel dazu versucht eine einschlägig orientierte Webszenerie, den Begriff ganz für sich zu vereinnahmen und umzudefinieren.

Ähnliche Phänomene finden wie auch bei der Prostitution, beim Fetischismus und in der Beschreibung sogenannter BDSM-Aktivitäten.

Ich bin der festen Überzeugung, dass die Umdefinitionen endlich aufhören müssen, weil sie nur dem Zeitgeist entsprechen, der aber, wie bekannt, vergänglich ist.

Indessen bin ich im gleichen Zwiespalt wie alle anderen auch, denn auch ich bin ein Zeitzeuge und mehr nicht. Doch was meinen eigentlich Sie? Lohnt es sich, jeder Definition eine historische Betrachtung beizufügen, wie ein Wort sich in im Laufe der Jahre verändert hat? Würden Sie gegebenenfalls daran mitarbeiten?

Bitte sagen sie, was Sie persönlich zum Thema beitragen könnten.

Gucken Sie mal: Nachgeamtes Lexikon von 1913: Homosexualität. oder in dem von mir betreuten Sexual-Lexikon. oder in Wikipedia. Ich gebe ja zu, dass Wikipedia derzeit die ausführlichsten Informationen zur Homosexualität bietet - bei der Prostitution ist dies jedoch beispielsweise nicht der Fall.