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ihre worte - neu geschrieben
  Gebhard Roese - Ihr Texter, Schriftsteller und Journalist.
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Porsche schiebt Sex-Affäre vor, um Motorsport zu verweigern

Nach Presseberichten wollen VW und Porsche nicht in die Formel 1 einsteigen – und da haben sie wirklich recht, denn das Geld, das man von den Kunden einnimmt, muss nicht unbedingt auf Rennstrecken verbrannt werden. „Reine Geldverbrennung“ nannte es dann auch der VW-Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piech.

Das verkauft sich natürlich schlecht. Besser geht da schon: „Sex-Affäre: VW und Porsche wollen nicht in die Formel 1“ („Die Presse“).

Die Reizworte stammten im Übrigen von Wolfgang Porsche, nicht von Piech. Er soll über den Einstieg in den Motorsport gesagt haben (OÖ-Nachrichten): „Nach der Affäre um Mosley und die Frauen wäre das nicht sehr appetitlich“

Na schön – ist Motorsport sonst „sehr appetitlich“?

Wird BDSM von den Sadisten vereinnahmt?

Es gab eine Zeit, da war die Presse voller Berichte über eine merkwürdige Gruppierung, die auf ihr Etikett BDSM geschrieben hatte. Sie wollte mehr sein als eine Gruppe von Gummi- Schuh- und Lederfetischisten und breiter angelegt sein als die schnöde Liebe zu Schlägen und Fesselungen. Im Grunde sollte es alle vereinen: vom Sadisten über den unterwürfigen Sklaven, der seiner Herrin die Zehen leckt, bis hin zur Gummikleidträgerin.

So weit – so gut. Man hatte eigene Schriftsteller, Fotografen, Modedesigner – und man hat sie noch. Man feierte Feste, liebte einander auf seine Weise und tat Gutes – und man tut es noch. Wer würde einem Menschen die Freude nehmen, weil er sich anders kleidet, anders liebt und andere Gefühle erleben will als die Anderen?

Doch bei alledem hat man etwas übersehen: Nicht jeder, der sich in BDSM-Kreisen bewegt, ist ein hedonistischer Rollenspieler. Es gibt sie noch, die notorischen Sadisten - und sie treten ganz frech an die Öffentlichkeit und fordern etwas, das jedem, der die Menschenrechte verstanden hat, das Blut in den Adern stocken lässt: die Aufhebung des Grundsatzes, dass BDSM sicher, einvernehmlich und bei klarem Verstand ausgeführt werden sollte. Man hat angeblich ein neues Konzept, das auch schon wieder ein Etikett hat – es führt ebenfalls „einvernehmlich“ Im Schilde – aber was bedeutet schon die Zustimmung, wenn es in Wahrheit kein zurück mehr gibt, sondern nur noch die absolute Durchführung bis zum Ende – auch wenn es ein bitteres Ende geben sollte?

Man mag nun vielleicht sagen: „Ja, aber was geht das die Allgemeinheit an? Ist es nicht ein internes Problem einer kleinen Gruppe?“ Offenbar nicht – denn für derartige Spiele müssen Menschen gefunden werden, die etwas leichtfertig sind – und ob diese immer innerhalb der BDSM-Szenerie gefunden werden, mag mit Fug und Recht bezweifelt werden. Und eben deswegen geht es uns alle etwas an: Die Verlockung, etwas Außergewöhnliches zu erleben, könnte dazu führen, dass man etwas erlebt, was man ein ganzes Leben lang nie mehr vergessen wird – und sicher nicht in positivem Sinne.

Wikipedia weiß mehr.

Die Wiener Sado-Maso-Szene kommt ins Gerede

Wie der „Stern“ unter Berufung auf die österreichische Zeitung „Heute“ berichtet, ist die Wiener Sado-Maso-Szene (BDSM) durch neue Enthüllungen im Entführungsfall der Österreicherin Natascha Kampusch ins Gerede gekommen, denn offenbar war ihr Entführer Wolfgang Priklopil ein Mitglied dieser Gemeinschaft. Nach einer Zeugenaussage soll er sich sogar einmal die Ehefrau eines anderen Mitglieds „ausgeliehen“ haben (was in BDSM-Kreisen offenbar nicht unüblich ist) und sie dabei so malträtiert haben, dass der Ehemann „seine übelst zugerichtete und extrem verängstigte Frau vorzeitig abholen musste“ (Stern).

Die Fragen wären nicht so gravierend, wenn es nicht unstillbare Gerüchte über „erhebliche Pannen“ seitens der ermittelnden Behörden gäbe, sodass sich für die Presse die Frage ergab, wer ein Interesse daran habe, mögliche Details zu vertuschen. Ausgelöst wurde die Diskussion vom früheren österreichischen Bundeskriminalamtschef Herwig Haidinger, der an die Öffentlichkeit ging, um darauf aufmerksam zu machen, dass es bei den Ermittlungen möglicherweise Schlampereien gegeben habe. Neben der Frage, ob der Fall nicht bereits kurz nach der Entführung hätte aufgeklärt werden können, ging es dabei auch mögliche Mittäter – der bislang dunkelste Punkt bei der Entführung, die nach wie vor auch zahllose andere Fragen aufwirft.

Allerdings hält sich auch das Opfer (gleichzeitig die Hauptzeugin), Natascha Kampusch, soweit dies der Öffentlichkeit bekannt ist, weiterhin bedeckt: Sie bezeichnete jüngst alle Details ihres Verhältnisses zum Entführer als ihre „Privatsache“.