(sehpferd freier content, 27.11.2007) Wie bereits erwartet, hat das Kölner Oberlandesgericht in einem Rechtsstreit zwischen einer Lehrerin und den Betreibern eines Pennälerforums zugunsten der Forenbetreiber entschieden. Die Lehrerin hatte geklagt, weil sie sich durch die Aussagen im Forum in ihren Persönlichkeitsrechten eingeschränkt fühlte. (Dazu wurde bereits hier eine
profilierte Meinung veröffentlicht).
Die Richter haben einen bemerkenswerten Satz gesprochen, nämlich diesen (
Zitat) "dass eine Bewertung … durchaus der Orientierung von Schülern und Eltern dienen und zu einer wünschenswerten Kommunikation, Interaktion und erhöhten Transparenz führen könne".
Aha – die Schule selbst kann also diese Orientierung, die Kommunikation, Interaktion und Transparenz nicht herstellen? Da müssen erst ein paar Geschäftsleute daherkommen, die sich in Wahrheit goldene Nasen verdienen wollen, aber vorgeben, Wohltaten für die Menschen zu verbreiten?
Da gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder die Schulen haben jahrelang gepennt und die interne Meinungsbildung verhindert, was leider sehr traurig wäre – oder aber die „freie Meinungsäußerung“ der Schüler in der Öffentlichkeit wurde einmal wieder erheblich zulasten der Lehrerschaft strapaziert.
Was man tun kann als Schule? Dagegenhalten. Selber die Kommunikation fördern, Transparenz schaffen und die Schüler dabei involvieren. Dann haben sie es gar nicht erst nötig, sich in den Sandkästen des Internets zu tummeln, sondern können lernen, was die freiheitliche Demokratie wirklich bedeutet: Verantwortung für das eigene Handeln und Rücksicht auf die Persönlichkeit der Anderen – denn neben den geschriebenen Gesetzen gibt es auch noch ungeschriebene.