Sarah Lacy mag ja ein kluges Mädchen sein – aber was sie für die „Business Week“ schrieb, ist eher der Ausdruck ihres Lebensstils als eine Analyse vor der Art, wie man sie von Wirtschaftsredakteurinnen erwartet. Kurz gesagt:
Ihr Artikel ist Schreibschrott.
Irgendwelchen Leuten, die sie zufällig kennt, würde es nicht im Traum einfallen, auf Dating-Seiten zu gehen. Na fein – irgendwelchen Leuten, die ich kenne, auch nicht. Sie kennt einen, der einen kennt – ja und der hatte mal ein Profil irgendwo – wo ist ja egal. Hauptsache man kann Sprüche absondern.
Nachdem die Dating-Seiten mal gründlich runtergeputzt wurden, sagt die Redakteurin auch, warum. Oder anders ausgedrückt: Sie lässt raus, warum sie diesen Artikel schrieb. Der Zauberer heißt nämlich „Web 2.0“ – „es ist so, als ob du in eine Bar gehst“. Na schön – doch gehen wir im richtigen Leben auch dauernd in Bars? Höchstens, um eine Frau für eine Nacht aufzureißen. Ist Web 2.0 dafür gedacht? Nein, es ist der Garten Eden, sagt ein gewisser Burt Helm. Außerdem sagt er noch: Bei MySpace und Facebook fühle er sich wie in einem Naturreservat, währen man bei Dating-Seiten glaubt, man wäre im Zoo.
Das allein würde den Mann als Autorität für Datingseiten schon disqualifizieren. Es mag ja sein, dass er als wichtiger Mann bei Business Week etwas vom Marketing versteht – aber vom Dating? Keine gute Referenz.
Fragt sich, was das alles soll – Negativpropaganda? Wenn ja, aus welchem Grund? Business Week hat keinen Grund, Datingseiten einen Tritt in den Hintern zu geben. Also, was ist es dann?
Gar nichts – nur Wichtigtuerei, Besserwisserei und Meinungsmache. Es ist richtig, dass ein gewisser Kundenkreis junger Leute, die einstmals das Onlinedating als Modeerscheinung eindeckt hatten inzwischen Abstand davon nehmen. Das ist richtig, denn sie sollen ihre Partner „dort draußen“ kennenlernen. Wenn sie statt dessen zum „Web 2.0“ wandern, sind sie angeschmiert – aber das wissen sie heute noch nicht.
Was aber ist mit dem Web 2.0 wirklich? Erfolgsquoten von unter einem Prozent? Selbst in Business-Anwendungen so viele Schwätzer, das man sich bisweilen schämt, dort Beiträge zu leisten? Glücksritter, die nur nehmen wollen und nichts geben?
Ich denke, die jungen Leute sollen ruhig glauben, was sie heute schreiben. Hochmut kommt vor dem Fall – ich kann es abwarten.