Der
Stoerungsmelder der ZEIT setzt sich gegenwärtig kritisch damit auseinander, wie man in Deutschland mit der NS-Zeit und ohne Neonazis umgehen soll. Richtigerweise heißt es dort, dass die heutigen Deutschen als Enkel und Urenkel der Täter die Verantwortung tragen – aber nicht die Schuld. Das ist richtig – wobei ich aber dennoch erwähnen möchte, dass die heutige Gesellschaftsordnung nicht mehr derjenigen der NS-Zeit entspricht: Damals wussten nur wenige einfache Leute, was wirklich mit den Juden geschah – die „gute“ bürgerliche Gesellschaft aber wusste es sehr wohl. Es ist also nicht ganz richtig, dem deutschen Volk insgesamt die Verantwortung in die Schuhe zu schieben – sondern insbesondere den deutschen Beamten, den damaligen Führungskräften und den Gewerbetreibenden. Mann kann wirklich nicht von jedem Deutschen verlangen, dass er deren Schuld nun geistig auch noch in vierter Generation mitträgt, obwohl der persönliche Urgroßvater nicht einmal im geringsten wusste, was die Nazis wirklich planten und taten. Vielleicht sollten sich die heutigen Großsprecher auch einmal daran erinnern, dass sehr viele einfache Deutsche in den Städten harten persönlichen Schicksalsschlägen und Entbehrungen ausgesetzt waren – sie mussten sehen, wie sie den Krieg überstanden – und das (Fragen Sie bitte einmal ihren Vater, Großväter oder Urgroßvater, wenn er noch lebt) war wirklich kein Zuckerlecken. Man muss Erbarmen mit den Deutschen haben – nicht mit den Nazis. Glücklicherweise sahen dass auch die Alliierten nach dem Kriege so.
Man sollte vielleicht auch ein Wort über die Bürger der EX-DDR verlieren – sie trugen ja angeblich keine „Verantwortung“ weil sie ja die „richtige“ Staatsform gewählt hatten – die Revanchisten waren ja alle im Westen, wie es dort hieß.
Was noch zu sagen wäre: die heutigen Extremsozialisten mit ihrer Globalisierungskritik liegen ja nicht so weit mit den heutigen Nazis auseinander – beide machen beispielsweise das angeblich „unverdiente“ Kapital verantwortlich für die Armut der deutschen Inländer.