Keine Frage: Die Zeitungen müssen sich entweder der neuen Zeit anpassen – oder untergehen. Dass die Angst groß ist, bewies eine Tagung im schweizerischen Biel.
Dabei ist man durchaus unterschiedlicher Meinung über die Zukunft des Druckmediums: Einerseits glaubt man, gedruckte Zeitungen würde es immer geben, doch andererseits lauert auch hier die Konkurrenz mit Gratiszeitungen, die teilweise deshalb eine so schlechte Qualität hätten, weil es an Geld fehle, um gute Journalisten zu bezahlen.
Interessant am Rande: Glaubwürdigkeit gilt immer noch als Journalistentugend –
wörtlich: „Die Vermischung von Information und Werbung gefährde die Glaubwürdigkeit“. In der Praxis ist dies längst geschehen – immer wieder kann man beispielsweise „informative“ Beiträge zum Online-Dating lesen, hinter denen Datingdienste stehen – und in Pressemitteilungen wird dann sogar noch groß angekündigt, dass diese oder jene Zeitung nun eine Partnerschaft mit einem Dating-Unternehmer eingegangen wäre.
Anders sind da offenbar ganz anderer Meinung: Ein gewisser Hans-Peter Rohner wollte wissen, dass bis 2015, also in acht Jahren, alles als Kraut und Rüben serviert wird:
Wörtlich: „Information, Content, Service und Werbung werden zu etwas Neuem zusammenwachsen, das bis jetzt noch keinen Namen hat.“
Da ergibt sich nur eine Frage: Was ist eigentlich mit den Blogs? Werden sie Zeitungen angegliedert, um wirksamer zu sein? Und werden Blogger dann wie Journalisten bezahlt? Oder werden Blogger die ersten sein, die Informationen, Content und Produktwerbung zusammenkochen – und dann mangels anderer Einnahmen von ihren Auftraggebern aus der Wirtschaft leben werden? Man darf gespannt sein.