(sehpferd, 26.10.2007, freier Content) Erst dachte ich, die Mauschelpresse hätte mal wieder den Vogel abgeschossen, als ich las „Viele Frauen werden zu Hause gedemütigt“ – da stand sie das erste Mal, die Zahl – „rund 40 Prozent“ aller Frauen würden nach einer „aktuellen Untersuchung“ im Laufe ihres Lebens „Lebens körperliche Gewalt wie Schläge und sexuelle Übergriffe“ erleben.
Na ja, aber
da hatte ich die WELT noch nicht gelesen, die aus den 40 Prozent in der Überschrift gleich mal „fast die Hälfte aller Frauen leidet“ gemacht hat. Um Himmels willen, dachte ich, sollte sich Deutschland so schnell zu einem Land entwickelt haben, in dem Frauen gewaltsam unterdrückt werden? Gibt es nicht wenigstens eine gesellschaftliche Kontrolle?
Die Geschichte von den 40 Prozent zog sich bereits früher durch die Presse – die Zahlen sind also alles andere als neu.
So meldete zum Beispiel das Lizzy-Net am 23. September 2004 (also vor mehr als drei Jahren), „40 Prozent der befragten Frauen haben körperliche oder sexuelle Gewalt oder beides seit dem 16. Lebensjahr erlebt.“
Die Studie, die seit 2004 vorliegt, ist beim Bundesgesundheitsministerium online erhältlich – und von Journalisten darf man erwarten, dass sie sich wenigstens die Mühe machen, zu recherchieren. Unabhängig davon ist bei Studien stets eine differenzierte Betrachtung nötig, weil der Gewaltbegriff unterschiedlich ausgelegt wird und es vor allem auf die Art und die Häufigkeit der Übergriffe ankommt, wenn man tatsächlich von „Gewalt“ sprechen will – eine 17-jährige, die einmal auf dem Schulhof eine Ohrfeige bekommen hat, ist sicherlich anders zu beurteilen als eine 24-jährige, die über Jahre von ihrem Mann misshandelt wurde.
Wer glaubt, dass Deutschland allein solche schlechten Zahlen produzieren würde, wird auch eines anderen belehrt. Selbst Schweden, ein Land, das den Feminismus politisch stark integriert hat, wurden angeblich an 46 Prozent der Frauen „körperliche und/oder sexuelle Gewaltakte“ vollzogen.
Wahre Quelle (Falls Sie solchen Studien glauben) als
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