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Jazz – das Wort, und wo es herkommt

Es gibt drei wesentliche Behauptungen, woher das Wort „Jazz“ für den Musikstil kommt, der einst aus dem Süden der USA kam und von dort die Welt eroberte.

Keine der Quellen ist absolut sicher – doch einige wurden im Lauf der Jahre immer unwahrscheinlicher.

Afrika als unwahrscheinlichste Quelle

Die unwahrscheinlichste Behauptung zuerst. Sie besteht in der Annahme, das Wort müsse „westafrikanische Wurzeln“ haben, weil die Musik afro-amerikanischen Ursprungs sei. Nach wie vor ist diese Meinung so populär, dass es sich lohnt, ihr zu widersprechen. Kein afro-amerikanischer Musiker in Louisiana nannte seine Musik Jazz, und die ursprünglichen afrikanischen Sprachen waren zu jener Zeit so gut wie vergessen. Dennoch hält sich standhaft der Mythos, „Jazz“ wäre eine Ableitung der Wörter „Yas, Jasi and Jasm“ aus dem Stamm der Mandingo oder der Temne.

US-Englisch aus Sport und Puff oder einfach „wild“?

Manche Ethnologen versuchen, das Wort auf das US-amerikanische Englisch zurückzuführen. Sie glauben, dass „Jazz“ irgendwie aus der Sportsprache übernommen wurde, weil es in einem Artikel aus dem Jahre 1912 in Zusammenhang mit Baseball erwähnt wurde. Die Bedeutung war „wild“ – du nichts mehr. Dass dieses Wort auch sexuelle Aspekte hat, ist unbestritten, aber möglicherweise wurde der Begriff auch als Synonym für „heiße“ Angelegenheit gebraucht. Noch heute bedeutet das Idiom „to jazz something Up“ etwas „heißer“, schicker“ oder attraktiver zu machen. „Jazz“ wurde zunächst nicht als Musikform angesehen, sondern entweder als die Musik, die man im Süden spielte (ähnlich wie bei „Dixieland“) oder als die Musik, die „heiß“ gespielt wurde. Bevor sie endgültig „Jazz“ geschrieben wurde, gab es die Schreibweisen „Jass“, „Jas“, „Jaz“ und sogar Jasz.

Herkunft aus dem Französischen – ungeliebte Wahrheit?

In Louisiana wurde neben Englisch auch originäres Französisch gesprochen, also nicht nur Patois. Und als die Musik aus dem Süden im Norden, West und Osten ankam, galt sie als „Musik aus dem Süden“. Da sich zumindest der Jazz, der durch Schallplatten verbreitet wurde, sich zunächst durch die „jagende Spielweise“ (gegenüber dem Ragtime) auszeichnete, wurden bald Begriffe wie „Hot“ oder eben „jass“ gebraucht, um die neue Musikrichtung zu definieren. Das Wort „Jazz“ kann insoweit sehr leicht aus dem französischen „chasser“, als „chass“ hergeleitet worden sein. Dabei klingt das „ch“ phonetisch im Französischen sehr ähnlich wie ein „j“ im Englischen – und ob das „a“ im Wort „Jazz“ immer wie „ae“ ausgesprochen wurde, ist ohnehin zu bezweifeln.

Jass (Jazz) ist nichts mehr als ein früher Marketing-Begriff

Ich kann weder beweisen, dass der Begriff „Jazz“ für die gleichnamige Musikform aus dem Englischen abgleitet wurde, noch kann ich exakt nachweisen, dass der Begriff aus dem Französischen stammt. Doch möglicherweise ist dies auch völlig unerheblich. Denn als der Begriff erst einmal auf einer Schallplatte stand und von dort von jedermann gelesen werden konnte, stand der Begriff fest für „schnelle Musik aus dem Süden“. Dabei ist völlig unerheblich, ob es sich um „authentischen Jazz“, schnell gespielte Formen des Ragtime oder um andere Musikform aus dem Süden handelte. Wie immer die Musik zuvor genannt wurde – nun war sie eben Jass – und Jazz wurde zum Markennamen.

Quellen:

Bob Rigter
WBGO
Cambridge Dict.

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