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ihre worte - neu geschrieben
  Gebhard Roese - Ihr Texter, Schriftsteller und Journalist.
  Mobil 016093095395.

Ihr Autor und Texter in den Monaten Juni und Juli 2016

Normalerweise wachsen im Garten der Schriftsteller zur Sommerzeit nur Gurken, aber in diesem Jahr gab es eine reiche Ernte an süßen Früchten. Mit anderen Worten: Ich bin bis Mitte Juli restlos ausgebucht.

Dennoch bitte ich Sie, bei kleineren Aufträgen mit einem Aufwand unter 12 Stunden bei mir anzufragen. Für meine Stammkunden habe ich natürlich immer ein offenes Ohr.

Und mir wird Bach und Bächer

Ich will zu Tschaikowsky und lande bei Bach. Bach, Bächer, am Bächsten. In Leipzig gibt’s derzeit nur noch Bach. Am Markt herrscht Bachmosphäre und das Gewandhaus bot eben auch Bach – statt Tschaikowsky und Co. „Wir haben es auch erste am Eingang erfahren“ raunt uns ein älteres Ehepaar zu, aber „es soll schon seit September bekannt sein.“

Also höre ich diesen Bach, bearbeitet von Mendelssohn, der ja zu Leipzig wohlbekannt ist. Man gibt – zeitlich nicht ganz passend – die Matthäuspassion in der Leipziger Bearbeitung – zuletzt daselbst aufgeführt vor 175 Jahren. Ich glaube, ohne zu zögern, dass es schwer war, die Aufführung noch einmal in ähnlicher Weise nachzuvollziehen. Bewundere den Mut und den Aufwand.

Dies Konzert mag – für Puristen wie für Extremisten – ein Ereignis besonderer Art gewesen sein. Für mich war es einfach nur ein Musikstück mit viel Chor, das um den christlichen Religionsstifter in einer etwas märchenhaften Weise kreist. Schnee von gestern sozusagen, etwas für Musikwissenschaftler und vielleicht für manche Christen.

Und: Ich bin zur Pause gegangen. Eine Stunde Religionskunde hat mir gereicht. Und zu der Zeit fuhren auch noch mehrere S-Bahnen.

Des Nachdenkens wert - Bildung ist mehr als einseitiges Wissen

Sie glauben immer noch an die Weisheit der Psychologen, Soziologen und anderer Wissenschaftler, die ein höchst einseitiges Weltbild haben? Und sie meinen, dass sich das Gefühlsleben oder die Persönlichkeit durch eine einzige Wissenschaft erklären lässt?

Glauben Sie meinetwegen daran. Doch hören Sie auch, was Leopold Bauke, ein hervorragender Beobachter der Tierwelt, Schriftsteller, Jurist und Querdenker, 1919 schrieb:

Der Kernpunkt ist eben der, dass die Professoren immer nur Dinge beantwortet wissen wollen, die sie selbst beherrschen. Es könnte sonst der Allgemeinheit ein Licht darüber aufgehen, dass dieses Wissen der Fachgelehrten höchst einseitig ist.


Heißt im Klartext: Bildung, selbst diejenige, die zum Hochschulprofessor befähigt, ist keine Garantie dafür, das Leben aus den verschiedensten Blickwinkeln schlüssig zu erklären. Schriftsteller sind wesentlich geeigneter, das Wissen zu bündeln oder auch zu differenzieren und dabei der Wahrheit näher zu kommen.

Aus: "Die Diktatur der Liebe", Hamburg und Berlin 1919